In der 1. Klasse Mitte hat der SC Unterfrauenhaid den ASK Stoob mit 5:2 besiegt. Für Michael Kaplan war nach dem Schlusspfiff aber klar, wo die Partie gekippt ist: Nicht ein großer Klassenunterschied, sondern drei grobe Fehler der Gäste brachten die Gastgeber früh auf Kurs. Trotz der klaren Niederlage sprach der Stoober Obmann-Stellvertreter von einem Spiel, das aus seiner Sicht lange näher war, als es das Ergebnis vermuten lässt.

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Der Knackpunkt lag aus Stoober Sicht in der Anfangsphase. Unterfrauenhaid führte nach Toren von Jan Steiner in der 7. Minute, Dániel Török in der 20. und David Földvarszki nur eine Minute später schon 3:0, und Kaplan machte keinen Hehl daraus, warum das Spiel so schnell in diese Richtung lief. „Das Spiel ist durch drei schwere Fehler von unserer Seite verloren gegangen“, sagte er. Das 1:0 sei nach einem Rückpass passiert, den Steiner erlaufen und einschieben konnte. Vor dem 2:0 sprach Kaplan von einem Fehler im Spielaufbau, beim 3:0 von einem Ballverlust in der Mitte, nach dem der Stürmer alleine auf das Tor zulief. Stoob kam durch Jan Koller in der 32. Minute zwar noch vor der Pause auf 1:3 heran, doch der frühe Schaden war damit nicht mehr repariert. Zur Halbzeit war die Ausgangslage aus Sicht der Gäste bereits schwierig, auch wenn die Partie damit noch nicht völlig entschieden war.
Trotz des klaren Zwischenstands und der späteren 2:5-Niederlage wollte Kaplan das Spiel nicht als einseitige Angelegenheit verstanden wissen. „Ich denke, dass es trotzdem, auch wenn das Ergebnis höher ausfällt, ein sehr ausgeglichenes Spiel war“, sagte er. Unterfrauenhaid habe vielleicht ein leichtes Chancenplus gehabt, mehr aber auch nicht. „Es war keine einfache Partie für Unterfrauenhaid, und wenn diese Fehler nicht passiert wären, wäre es sicher eine interessante Partie geworden“, meinte Kaplan. Gerade dieser Satz erklärt auch den Stoober Blick auf den Abend: Nicht die Grundordnung, nicht der Einsatz und auch nicht die Bereitschaft seien das Problem gewesen, sondern die mangelnde Konsequenz in entscheidenden Momenten. „Gefehlt hat uns nichts, aber die Konsequenz und vielleicht auch die Konzentration, damit solche schweren Fehler nicht passieren“, brachte er es auf den Punkt. Dass er seine Mannschaft trotz fünf Gegentoren nicht grundsätzlich schlecht gesehen hat, sagte er ebenfalls deutlich: „Grundsätzlich war die Leistung sehr gut.“ Damit war sein Urteil klar: Das Resultat fiel aus Stoober Sicht höher aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken hergab.
Im zweiten Durchgang blieb Unterfrauenhaid vor dem Tor konsequent und zog damit endgültig davon. Mark Nemeth erhöhte in der 68. Minute auf 4:1, Jan Steiner schnürte in der 77. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends den Doppelpack und stellte auf 5:1. Stoob gab sich trotzdem nicht völlig auf und kam durch Lukas Kleibensturz in der 81. Minute noch zum zweiten Tor, mehr als Ergebniskosmetik war das aber nicht mehr. Kaplan ordnete den Heimsieg der Unterfrauenhaider am Ende fair ein. „Unterfrauenhaid hat verdient gewonnen, obwohl es ein Spiel auf Augenhöhe war“, sagte er. Für den Gegner fand er dazu viel Anerkennung: Unterfrauenhaid sei „eine spielstarke Mannschaft mit viel Ballbesitz, mit sehr guten Einzelspielern“ und „eine Mannschaft, die vorne mitmischen wird“. Auch den „Top-Kader“ und die gute Arbeit am Transfersmarkt hob er hervor. Nebenschauplätze gab es aus seiner Sicht keine. Strittige Szenen habe er nicht gesehen, und auch für den Schiedsrichter fand er lobende Worte: Das sei „einer der besten dieser Saison“ gewesen. So blieb bei Stoob unterm Strich eine Niederlage, die man akzeptiert, die intern aber wohl vor allem wegen der eigenen Fehler aufgearbeitet werden wird.