In der 1. Klasse Nord blickt Gerald Kain, Sektionsleiter des SV Wulkaprodersdorf, selbstkritisch, aber zuversichtlich auf die vergangene Saisonhälfte zurück. Während die Defensive solide stand und dem Team Stabilität verlieh, blieb der Offensivmotor aus seiner Sicht hinter den Erwartungen. Mit 17 Punkten aus 12 Spielen steht Wulkaprodersdorf im Mittelfeld der Tabelle – punktgleich mit dem SC Frauenkirchen. Kain zieht ein ehrliches Zwischenfazit, spricht über Personalentscheidungen und erklärt, wie der Verein die kommenden Herausforderungen angehen will.

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„Funktioniert hat alles in der Abwehr“, fasst Kain den bisherigen Saisonverlauf zusammen. Der Verein punktete vor allem durch kompakte Defensivarbeit und Disziplin, konnte jedoch offensiv zu selten Akzente setzen. „Vorne war es zu wenig“, ergänzt Kain trocken – damit meint er die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Dieses Ungleichgewicht prägt die Vorbereitung: Für das Frühjahr sucht der Verein gezielt nach einem Stürmer, der die Torgefahr erhöht. Das Ziel ist klar – die soliden Leistungen in der Abwehr sollen künftig durch mehr Effizienz vorne ergänzt werden.
Im Winter gibt es laut Kain zwei fixe Abgänge, darunter Florian Gusek. Gespräche mit einem offensiven Neuzugang laufen bereits. Trotz dieser Veränderungen sieht der Sektionsleiter keine Unruhe im Team: „Die Stimmung ist wunderbar. Wir haben junge, ambitionierte Spieler, und der Trainer ist Weltklasse.“ Veränderungen im Betreuerteam oder Vereinsumfeld stehen derzeit nicht an – „bleibt alles beim Alten“, sagt Kain. Auch Verletzungssorgen gibt es aktuell keine: „Alle sind gesund und das Training beginnt morgen“, fügt er zufrieden hinzu.
Besonders positiv fiel in der Hinrunde Martin Kremsner auf, den Kain ausdrücklich hervorhebt: „Er hat sich sehr gut entwickelt und ist für höhere Ligen interessant.“ Diese Entwicklung passt zum Weg, den der Verein gehen will: junge Talente fördern, ohne die sportliche Stabilität zu gefährden. In der Tabelle ist der Rückstand auf die Topränge überschaubar, die Ausgangslage für eine starke Rückrunde ist gegeben. Auf die Frage nach besonders beeindruckenden Gegnern zeigt sich Kain unbeeindruckt: „Nein“, sagt er knapp – ganz im Sinne der Fokussierung auf das eigene Spiel. Sein Blick richtet sich nach vorne: „Hoffe auf eine gute Frühjahrssaison.“ Mit dieser Mischung aus Realismus, Kontinuität und stillem Optimismus geht Wulkaprodersdorf in die kommende Phase – mit dem klaren Ziel, im Frühjahr nicht nur defensiv zu überzeugen.