Zwiespältige Gefühle bei Günther Wally nach dem Duell der NSC Juniors mit dem UFC Podersdorf am See in der 1. Klasse Nord: Der Trainer beschreibt ein klares Chancenplus und viel Kontrolle, sieht das 1:1 jedoch als herben Dämpfer. „Dem Spielverlauf nach hätten wir gewinnen müssen. Das Resultat geht absolut nicht in Ordnung. Wir hatten die klareren Torchancen, aber leider ist es nur 1:1 ausgegangen“, fasste Wally zusammen. Er sprach von rund 70:30, „wenn nicht sogar 80:20“ Ballbesitz – doch die Überlegenheit blieb ohne dreifachen Ertrag.

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Aus Wallys Sicht hatten seine Juniors die Partie weitgehend im Griff. „Ballbesitz allein schießt keine Tore – am Sechzehner waren wir mit unserem Latein am Ende.“ Er zählte sieben bis zehn hochkarätige Möglichkeiten auf, darunter eine große Chance nach tiefem Zuspiel, ein Abschluss aus guter Position sowie ein wuchtiger Schuss von Denis Distarevic. Auch rückten Entscheidungen im Strafraum in den Fokus:"Zweimal Elfmeteralarm, den der Schiedsrichter zu unseren Gunsten nicht gepfiffen hat“ – einmal nach einem Foul am NSC-Offensivspieler Distarevic, sowie in einer weiteren Szene an Patrick Sonnleitner. Pause stand es dennoch 0:0, auch weil Podersdorf kompakt verteidigte, die gefährlichen Räume vor dem Strafraum konsequent schloss und auf Umschaltmomente sowie auf ruhende Bälle lauerte.
Nach Wiederbeginn kippte die Partie zunächst zugunsten der Gäste: In Minute 56 brachte Benjamin Nagy den UFC Podersdorf am See mit 1:0 in Führung – eine Situation, die Wally als potenziell abseitsverdächtig einstufte: „Ob das 1:0 aus Abseitsposition fiel, wird unsere Videoanalyse zeigen.“ Kurz darauf bot sich Podersdorf die große Chance zum 0:2, doch Alexander Mödlhammer lenkte den Ball mit einer starken Parade an die Latte und hielt sein Team im Spiel. „ Aus Standards wurden die Gäste laut Wally nur punktuell gefährlich: Podersdorf hatte zwei Corner und kam in drei bis vier Freistoßsituationen zu Abschlüssen". Die Antwort der Juniors folgte nach einer Stunde: In der 66. Minute glich Rejjan Abazi zum 1:1 aus und belohnte die anhaltenden Offensivbemühungen seines Teams.
Unterm Strich überwog beim Trainer die Enttäuschung über einer verpasste Gelegenheit. Die dominante Spielanlage fand zu selten den letzten Pass oder die nötige Konsequenz im Abschluss. Für die nächsten Aufgaben rechnet Wally mit ähnlichen Herausforderungen: „Es wartet wieder ein tief stehender, eher destruktiv agierender Gegner.“ Dieses Muster begegne seiner Mannschaft häufig: Der Gegner trage „relativ wenig zum Spiel bei“, während die Juniors Lösungen in engen Räumen finden müssen. Zugleich kritisierte Wally die eigene Fehlerquote: „Leider kassieren auch wir immer wieder Gegentreffer, die uns um den Sieg bringen.“ Sein Zwischenfazit fällt nüchtern aus: „In den bisherigen Spielen waren wir meist die bessere Mannschaft, aber leider haben wir bis dato nur drei Unentschieden und einen Sieg zu Buche stehen.“ Die Leistung stimme über weite Strecken – jetzt müsse die Balance aus Stabilität und Effizienz im letzten Drittel nachgeschärft werden, damit aus Überlegenheit wieder häufiger Siege werden.