In der 1. Klasse Nord setzte es für den UFC Podersdorf am See eine klare 1:5-Heimniederlage gegen Mönchhof. Die Gäste stellten mit einem frühen Doppelschlag die Weichen und machten nach der Pause endgültig alles klar. Für Podersdorf blieb nach einem kurzen Aufbäumen nur Ergebniskosmetik, für Mönchhof bedeutete der Auswärtssieg nach Trainerangaben den Meistertitel – eine Entscheidung, bei der am Rand viele Zuschauer mit Blick Richtung Wallern mitfieberten.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Bevor der Ball rollte, stand in Podersdorf ein emotionaler Moment an. Der Verein verabschiedete drei Persönlichkeiten, die den Klub in den vergangenen Jahren geprägt haben: den ehemaligen Kapitän Martin Leiner, der bereits vor einem Jahr nach Halbturen gewechselt war, den verlässlichen Torhüter Andras Köllö, der seine Laufbahn beendet, sowie Trainer und Sektionsleiter Franz Ziniel, der seine fünfjährige Tätigkeit aufgrund einer anstehenden Knieoperation beendet. „Das war ein rührendes Abschiedsszenario, das der Vorstand professionell organisiert hat“, betonte Ziniel. Erst nach dieser Würdigung der Verdienste ging der Blick auf das, was in den folgenden 90 Minuten sportlich passieren sollte.
Der Start verlief aus Podersdorfer Sicht denkbar ungünstig. „Wir gingen ersatzgeschwächt in die Partie“, sagte Franz Ziniel und erinnerte an „zwei gesperrte Spieler, einen Verletzten und unseren kleinen Kader“. Mönchhof nutzte das eiskalt: In Minute 9 traf Michael Karner zum 0:1, nur fünf Minuten später legte derselbe Angreifer das 0:2 nach. „Dieser Doppelschlag hat Mönchhof richtig Auftrieb gegeben“, so Ziniel. Podersdorf stabilisierte sich danach zwar etwas und hielt die Partie offener, unmittelbar vor der Pause aber der nächste Stich: Daniel Lentsch stellte in der 40. Minute auf 0:3. „Da lag die Vorentscheidung schon in der Luft“, ordnete der Coach ein. Mit diesem deutlichen Rückstand ging es in die Kabinen.
Aus der Pause kam Podersdorf mit Energie und klarerem Plan. „Nach der Pause kamen wir wesentlich besser aus den Kabinen und konnten Mönchhof mit einigen Angriffen wirklich unter Druck setzen“, schilderte Ziniel. Der Mut wurde belohnt: In der 65. Minute verkürzte Mate Fekete auf 1:3 und ließ die Heimfans kurz hoffen. Doch Mönchhof blieb ruhig, verteidigte stabil und wartete auf den nächsten Moment. Als Sergey Danyukov in der 75. Minute auf 1:4 erhöhte, war die Partie gelaufen. Den Schlusspunkt setzte in Minute 86 der eingewechselte Josef Kirschner mit dem 1:5. „Als das 4:1 fiel, war das Spiel endgültig entschieden“, bekannte Ziniel nüchtern.
In seiner Analyse ließ der Podersdorfer Trainer keine Ausreden gelten, benannte aber klar die Rahmenbedingungen: „Wir waren personell wirklich ersatzgeschwächt. Mit zwei Gesperrten und einem Verletzten ist das bei unserem kleinen Kader schwer zu kompensieren.“ Gleichzeitig zollte er dem Gegner höchsten Respekt: „Mönchhof war heute einfach die bessere Mannschaft – entschlossen, willig und von Beginn an voll da.“ Positives nahm er dennoch mit: „Wir haben mit einigen Reservespielern in der Startelf agiert. Diese Jungs haben heute wichtige Erfahrungen gesammelt, die uns helfen werden, weil einige Stammspieler den Verein verlassen. Wir werden uns personell auch entsprechend verstärken.“ Lob gab es auch für das Schiedsrichterteam: „Es gab wenig strittige Situationen, der Schiedsrichter hatte das Spiel jederzeit gut im Griff.“ Rund um den Platz wurde mit vielen Zuschauern auch nach Wallern gelauscht. „Kurios war, dass nach dem Ergebnis aus Wallern der Pokal nach Podersdorf gebracht wurde – Mönchhof konnte hier jubelnd den Doppelmeistertitel feiern“, so Ziniel. „Ich möchte dem FC Mönchhof zum Meistertitel gratulieren.“