In der 1. Klasse Süd hat SV Eltendorf am Samstag ein turbulentes 6:4 gegen SV Güssing gefeiert. Für Trainer Rudolf Hoanzl fühlte sich die Niederlage seiner Mannschaft trotzdem wie eine verpasste Chance an, weil der SV Güssing aus seiner Sicht spielerisch vieles richtig machte, sich das Spiel mit Defensivfehlern, einem aberkannten Treffer und ausgelassenen Möglichkeiten aber selbst aus der Hand nahm.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Wer nur auf das Endergebnis blickt, übersieht, wie offen diese Partie über weite Strecken war. Schon in der 4. Minute brachte Leonard Horvath den SV Eltendorf in Führung, doch der SV Güssing antwortete schnell und glich durch Endre Sütö bereits in der 7. Minute zum 1:1 aus. Nach dem 2:1 durch Karoly Bogyo in der 16. Minute stellte Mateo Mandic nach einer halben Stunde wieder auf Gleichstand. Genau darin sah Rudolf Hoanzl auch den Beleg, dass seine Mannschaft keineswegs schlecht in dieses Auswärtsspiel gekommen war. „Wir sind spielerisch gut reingekommen, haben dem Gegner das Toreschießen mit vielen Fehlern in der Defensive aber leicht gemacht“, sagte der Trainer. Als Matthias Thier in der 40. Minute das 3:2 erzielte und Bogyo kurz vor der Pause auf 4:2 stellte, schien der SV Eltendorf bereits klar auf Kurs. Das 4:3 von Luka Visic unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff hielt den SV Güssing aber in einem verrückten ersten Durchgang im Spiel und gab den Gästen sichtbar neue Hoffnung.
Gerade diese Schlussphase der ersten Halbzeit war für Hoanzl der Punkt, an dem seine Mannschaft wieder richtig an die Partie glauben durfte. „Wir waren vier zu zwei hinten, machen kurz vor der Pause das 4:3 und haben in der zweiten Halbzeit nur auf ein Tor gespielt“, schilderte er den Verlauf aus seiner Sicht. Den Knackpunkt sah der Trainer dann in einer Szene rund um die 65. Minute. Nach einem Corner und einem Kopfball fiel aus seiner Sicht der Ausgleich, doch der Treffer wurde nicht anerkannt. Hoanzl sprach von einem regulären Tor und meinte: „Der Schiedsrichter war im Großen und Ganzen in Ordnung. Leider war diese eine Szene für uns brutal.“ Lange hielt dieser Zwischenstand allerdings nicht, weil Matthias Thier praktisch umgehend das 5:4 für den SV Eltendorf nachlegte und damit den nächsten Rückschlag für die Gäste brachte.
Dass der SV Güssing am Ende trotzdem ohne Punkt nach Hause fahren musste, machte Hoanzl nicht an einer einzigen Szene fest. Er sprach offen über die eigenen Fehler und ebenso offen über die vergebenen Möglichkeiten davor und danach. „Wir haben ihnen von sechs Toren vier praktisch aufgelegt“, sagte der Trainer deutlich und nannte das den ersten großen Grund für die Niederlage. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Matthias Thier an einem starken Tag nicht zu kontrollieren war. „Er war bei fast jedem Tor beteiligt. Wir konnten ihn nicht in den Griff bekommen“, so Hoanzl. Nach dem 5:4 versuchte der SV Güssing noch einmal alles, ehe Karoly Bogyo mit seinem dritten Treffer in der Nachspielzeit das 6:4 endgültig fixierte. Trotz der dritten Niederlage im dritten Spiel wollte Hoanzl seine Mannschaft aber nicht nur kritisieren. „Der Wille ist da“, sagte er und ergänzte, was ihm derzeit noch fehlt: „Wir wollen immer schön Fußball spielen. Man muss in dieser Liga aber auch einmal den Ball wegschießen können.“ Mit einem Kader von nur 13 Spielern sei die Lage zusätzlich schwierig, aufgeben komme für ihn dennoch nicht infrage. Seine Botschaft an die Mannschaft fiel deshalb klar aus: zusammenhalten, weitermachen und die Fehler abstellen. „Wenn wir die Fehler abstellen, werden wir unsere Punkte machen“, meinte der Trainer, der trotz aller Enttäuschung weiter an seine Mannschaft glaubt.