In der 1. Klasse Süd musste sich Riedlingsdorf am Sonntag gegen SV Heiligenkreuz mit 0:1 geschlagen geben. Das Ergebnis passt aus Sicht von Trainer Semir Huremovic aber nur bedingt zum Spiel. Er sprach von einem „sehr guten Erste-Klasse-Spiel“, sah seine Elf über 90 Minuten als das bessere Team und machte vor allem die mangelhafte Chancenauswertung dafür verantwortlich, dass gegen den kompakten Titelkandidaten nichts Zählbares herausschaute.

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Die Partie bekam ihren entscheidenden Ausschlag schon in der 18. Minute, als Armin Zsolt Póczak für die Gäste zum 0:1 traf. Für Huremovic war das die eine Szene, die am Ende den Unterschied ausmachte. „Der Ball ist auf circa fünfundzwanzig bis dreißig Meter zurückgekommen, der gegnerische Spieler hat ihn volley genommen und perfekt getroffen“, schilderte der Riedlingsdorf-Trainer die Entstehung des Gegentreffers. Für seinen Tormann sei dieser Schuss „unhaltbar“ gewesen. Gleichzeitig blieb Huremovic bei seiner Linie: Er erkannte die Qualität des Abschlusses an, sprach von einem „Sonntagsschuss“ und einem „super Tor“, hielt aber ebenso fest, dass Heiligenkreuz danach laut seiner Wahrnehmung keine weiteren zwingenden Torchancen mehr hatte. Mit dem 0:1 ging es auch in die Pause, und dieser eine Treffer sollte die gesamte Partie entscheiden.
Dass Riedlingsdorf am Ende trotzdem mit leeren Händen dastand, lag für Huremovic in erster Linie nicht am Gegner, sondern an der eigenen Effizienz vor dem Tor. „Das Einzige, was wir uns vorwerfen können, ist, dass wir viel zu viele Chancen brauchen, um ein Tor zu schießen“, sagte er nach dem Spiel. Besonders eine Szene blieb ihm dabei früh im Spiel hängen. Schon in der zehnten Minute lief Fabian Kottuscheck laut Huremovic alleine auf das Tor zu, brachte den Ball aber nicht am Tormann vorbei. „Wenn wir da schon 1:0 in Führung gehen, hätte die Partie wahrscheinlich anders geendet“, meinte der Trainer. Insgesamt zählte er „vier bis fünf richtig gute Chancen“ für seine Mannschaft. Gegen einen Gegner wie Heiligenkreuz, den er ausdrücklich als „Titelkandidat Nummer eins“ bezeichnete, sei das eben der Punkt, an dem Spiele kippen können: „In der ersten Klasse wird so etwas gegen Top-Teams gnadenlos bestraft.“ Umso mehr hob Huremovic hervor, dass er mit dem Auftritt seiner Mannschaft an sich zufrieden war. „Sonst war’s eine sehr gute Mannschaftsleistung“, sagte er und betonte mehrfach, Riedlingsdorf sei über die gesamte Distanz die bessere Mannschaft gewesen.
Neben der fehlenden Chancenauswertung sprach der Riedlingsdorf-Coach auch die Entscheidungen des Schiedsrichters an und wurde dabei deutlich. „Die Schiedsrichterleistung war leider absolut nicht Erste-Klasse-Niveau“, sagte Huremovic. Konkret verwies er auf eine Szene, in der seine Mannschaft aus seiner Sicht einen klaren Elfmeter hätte bekommen müssen. Nach seiner Darstellung wäre damit zugleich die zweite Gelbe Karte gegen einen Heiligenkreuzer Spieler verbunden gewesen, was in der Phase um die 35. oder 40. Minute eine Gelb-Rote Karte bedeutet hätte. Zudem schilderte er noch eine weitere Situation, in der ein Riedlingsdorfer Spieler alleine aufs Tor gelaufen sei, gefoult worden sei und es aus seiner Sicht dennoch nur Gelb gegeben habe. Huremovic war überzeugt, dass sich die Partie mit anderen Entscheidungen anders entwickeln hätte können. Gleichzeitig blieb auch bei diesem Thema seine Kernaussage dieselbe: Riedlingsdorf habe genug gemacht, um dieses Spiel zumindest nicht zu verlieren, habe sich aber für den Aufwand nicht belohnt.
Trotz der Niederlage wollte Huremovic den Blick nach vorne nicht verlieren. Der Trainer erinnerte daran, dass Riedlingsdorf als Aufsteiger bislang einen ordentlichen Start hingelegt hat und nach fünf Runden bei sieben Punkten hält. Genau deshalb soll dieses 0:1 nicht den gesamten Eindruck verwischen. „Die Leistung ist gut. Wir müssen an diese Leistung anknüpfen“, stellte er klar. Der nächste Schritt sei nun, die Chancenverwertung endlich zu verbessern und die guten Ansätze auch in Tore umzumünzen. „Wenn man die Tore nicht selber macht, bekommt man sie“, sagte Huremovic und brachte damit die Lehre aus diesem Abend noch einmal auf den Punkt. Gegen einen kompakten Gegner wie Heiligenkreuz reichte eine starke Leistung allein nicht aus. Riedlingsdorf war nah dran, ließ aber genau in den Momenten aus, in denen Spiele auf diesem Niveau entschieden werden.