Ein klarer Grundton nach dem 1:0 gegen SV Sigleß: „auf keinen Fall unverdient“. Trainer Christian Neckamm vom FC Großhöflein beschreibt eine Partie, in der der Favorit aus Sigleß zwar mehr vom Ball hatte, seine Elf jedoch die reiferen Nadelstiche setzte. In der 2. Klasse Nord entwickelte sich ein intensives Match mit zwei zentralen Strafstoßszenen – in Minute 19 verwandelte Lukas Zordo per Elfmeter, den anderen parierte der Großhöfleiner Schlussmann kurz vor dem Ende. Frühzeitig musste Neckamm zudem reagieren: Mittelstürmer Jan Javorski schied bereits in der 1. Minute mit einer schweren Knieverletzung aus, woraufhin Großhöflein den Schwerpunkt in der 2. Halbzeit bewusst nach hinten verlagerte. Die Gesamteinschätzung des Trainers: kompakt, effizient, entschlossen in den entscheidenden Momenten – und mit Zuversicht für das, was kommt.

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„Wir hatten in der 1. Halbzeit neben dem Tor (erzielt von Lukas Zordo) zwei sehr gute Torchancen – mindestens eine hätten wir machen müssen. In der 2. Halbzeit waren wir etwas mehr unter Druck, haben aber in den Kontern unsere Möglichkeiten gehabt. In Summe hatten wir die besseren Möglichkeiten als der Gegner.“ Neckamm verortet den Ballbesitz mehrheitlich beim Gegner, sieht die Effektivität jedoch auf seiner Seite: „Das Ballbesitzverhältnis lag sicher klar bei Sigleß, die weit mehr vom Ball hatten. Allerdings haben wir ihre Effizienz gestört und so nur wenige Chancen zugelassen. Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung – und kein unverdienter Sieg.“ Zum Charakter des Spiels sagt er: „Es war sehr temporeich, auf gutem Niveau für die 2. Klasse, von beiden Seiten intensiv geführt.“
Bei ruhenden Bällen gab es wenig Spektakel, doch zwei Szenen stachen heraus: Es gab zwei Elfmeter – einen nutzte Großhöflein durch Lukas Zordo (19.), den anderen für Sigleß entschärfte der Torhüter spät. Diskussionsstoff gab es dennoch: „Es gab einige Situationen, über die man natürlich diskutieren könnte.“ Besonders hebt Neckamm eine Sequenz Mitte der 2. Halbzeit hervor: Nach einem ausbleibenden Pfiff bei einem Niederreißen im Mittelfeld lief Großhöflein einen Konter und schloss ab, die Aktion zählte jedoch nicht, weil im Abschlussduell ein Körperkontakt als Foul gewertet wurde. In Summe blieb sein Team in diesen heiklen Momenten nervenstark – sinnbildlich dafür der parierte Elfmeter kurz vor Schluss.
„Wir haben im 2. Abschnitt etwas mehr auf Defensive geachtet.“ Der Grund: die frühe Führung und die personelle Zwangslage nach der Verletzung von Jan Javorski in der 1. Minute, die eine sofortige Umstellung erforderte. Für die nächste Aufgabe in Zagersdorf kündigt Neckamm Veränderungen in der Achse an: Javorski fällt verletzt aus, Innenverteidiger Kevin Dancsecs fehlt gesperrt nach Gelb-Rot in der 85. Minute, dafür kehrt Marco Fiegerl zurück. Die Stimmung bleibt dennoch positiv: „Die Jungs sind alle heiß, sind gut drauf, trainieren gut. Von unten kommen die jungen Burschen nach.“ Das Selbstbild ist klar, die Marschroute auch: „Wir wissen, dass es nicht einfach wird in Zagersdorf. Wir stehen immer noch hinten drinnen, aber wir wollen diesen Flow aus dem heutigen Spiel mitnehmen und uns natürlich auch dort wieder entsprechend zeigen und präsentieren.“ Und die Leistung in Großhöflein dient als Referenz: „Die Mannschaft hat heute für ihr Alter eine äußerst reife und geschlossene Teamleistung geboten, die ich hier in Großhöflein bis jetzt noch nicht gesehen habe – in dieser Intensität.“