In der 2. Klasse Nord hat ASV Steinbrunn dem SC Zagersdorf am Samstag beim 3:3 noch einen Punkt abgenommen. Für Mario Stocker fühlte sich das Remis dennoch nicht wie ein gewonnener Zähler an. Der Trainer der Gäste sprach nach einer zwischenzeitlichen 3:2-Führung von „zwei verlorenen Punkten“ und machte vor allem Eigenfehler, fehlende Konzentration in der Defensive und zu wenig Mut nach vorne dafür verantwortlich.

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Für Zagersdorf begann die Partie alles andere als nach Wunsch. Schon in der 8. Minute brachte Norbert Kerek Steinbrunn mit 1:0 in Führung, und für Stocker passte dieses Gegentor genau ins Bild. „Wir sind wieder mal durch einen Eigenfehler früh in Rückstand geraten“, sagte der Trainer, der seine Mannschaft insgesamt in einem schwierigen Spiel sah. Die Antwort kam aber noch im ersten Durchgang. In der 19. Minute glich Raphael Hofstädter zum 1:1 aus, nachdem Zagersdorf laut Stocker in einer Pressingsituation gut nachgesetzt, den Ball erobert und dann schnell den Abschluss gesucht hatte. Danach sah der Trainer seine Elf sogar im Vorteil. „Wir haben den Ausgleich verdient gemacht und das Spiel eigentlich unter Kontrolle gehabt“, meinte Stocker. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht das 2:1 kurz vor der Pause, als Laszlo Gulyas in der 44. Minute für Steinbrunn traf. Stocker beschrieb die Szene als zu späte Reaktion seiner Mannschaft auf einen Weitschuss, dessen Nachschuss dann im Tor landete.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Zagersdorf genau jene Reaktion, die Stocker eingefordert hatte. Schon in der 53. Minute stellte Nino Edmund Schanta auf 2:2, und als derselbe Spieler in der 66. Minute auch noch das 2:3 nachlegte, schien die Partie in die Richtung der Gäste zu kippen. Dem Trainer gefiel vor allem, wie seine Mannschaft aus der Kabine kam. „Das 2:2 und das 3:2 waren genauso, wie wir es uns vorgenommen haben: schnell in die Spitzen und mutig nach vorne“, sagte Stocker. Gerade deshalb wog der späte Ausgleich umso schwerer. In der 78. Minute traf erneut Norbert Kerek zum 3:3, und auch dieses Gegentor wollte Stocker nicht dem Zufall zuschreiben. „Das dritte Tor haben wir uns im Endeffekt wieder selbst gemacht. Wir haben zu lasch verteidigt und beim Umschalten zu spät reagiert“, hielt er fest. So blieb bei den Gästen trotz Aufholjagd und zwischenzeitlicher Führung vor allem das Gefühl, einen Sieg aus der Hand gegeben zu haben.
Stocker redete nach dem Schlusspfiff nicht lange um den heißen Brei herum. „Im Endeffekt sind wir selber schuld, dass wir wieder nur einen Punkt haben“, sagte der Zagersdorf-Coach und sprach damit die beiden Themen an, die ihn am meisten störten: die fehlende Konsequenz vor dem Tor und die Nachlässigkeiten in der Defensive. „Die Chancen haben wir uns herausgespielt. Die haben wir nicht gemacht. Und die Tore, die wir bekommen haben, haben wir uns eigentlich durch Eigenfehler selbst gemacht“, so Stocker. Entsprechend fiel auch sein Gesamturteil aus: „Besonders gut hat gar nichts funktioniert. In der zweiten Halbzeit sind wir ein bisschen besser und mutiger geworden, aber für unseren Anspruch oder für meinen persönlichen Anspruch ist das einfach zu wenig.“ Den Gegner ordnete er nüchtern ein. Steinbrunn sei aggressiv in die Zweikämpfe gegangen und habe viel mit langen Bällen versucht, darauf habe man sich eigentlich eingestellt. Auch mit der Leistung des Unparteiischen war Stocker einverstanden: „Der Schiedsrichter hat das Spiel gut geleitet.“ In der Tabelle stehen beide Teams nach drei Runden bei vier Punkten, Zagersdorf liegt damit auf Rang fünf knapp vor Steinbrunn. Gerade deshalb wird dieses 3:3 bei den Gästen eher als verpasste Chance hängen bleiben.