In einem intensiven Duell der 2. Klasse Süd A zwischen ASK Jabing und SV BB1 Wolfau zeigte sich Hans Peter Paul nach Abpfiff wohltuend nüchtern. Der Wolfauer Trainer akzeptierte die Kräfteverhältnisse und setzte in seiner Analyse klare Akzente: gefährliche Standards der Gastgeber, ein beinahe spielentscheidender Moment nach der eigenen Führung, enorme Intensität und starke Unterstützung von den Rängen. Kontroversen spielten keine Rolle – stattdessen standen das Geschehen auf dem Platz und der Blick nach vorne im Mittelpunkt.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Wolfau erwischte den besseren Start: In der 17. Minute brachte Kristof Németh sein Team mit 1:0 in Führung. Kurz darauf lag das 2:0 in der Luft – ein Moment, der aus Wolfauer Sicht zum Dreh- und Angelpunkt werden sollte. Paul schilderte es so: „Nachdem wir das Eins-zu-Null gemacht hatten, hatten wir eine Riesenchance auf das Zwei-zu-Null, doch der Jabinger Torhüter hält wirklich stark. Wenn wir dort das Zwei-zu-Null machen, kippt das Spiel vielleicht in eine andere Richtung.” Diese Szene hielt den Spannungsbogen hoch: Zwischen Vorentscheidung und verpasster Gelegenheit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der Wolfau trotz Führung forderte.
Paul ordnete die Kräfteverhältnisse auch über ruhende Bälle ein: „Jabing war bei Standardsituationen immer extrem gefährlich aufgrund seiner Kopfballstärke.” Genau das zeigte sich in den kritischen Minuten vor dem Seitenwechsel: In der 40. Minute glich Benjamin Hupfer zum 1:1 aus, nur vier Minuten später drehte Anes Handanovic die Partie – Wolfau lag 1:2 zurück (44.). Zur Pause stand es aus Wolfauer Sicht 1:2 – ein Zwischenstand, der die zuvor verpasste Großchance ebenso mitschwingen ließ wie die wuchtige Präsenz der Gastgeber in den entscheidenden Zonen.
Direkt nach Wiederbeginn erhöhten die Gastgeber in der 49. Minute durch Dominik Muth auf 1:3 und setzten damit früh im zweiten Durchgang ein Signal. Spät in der Partie legte Tomislav Marelja in der 80. Minute das 1:4 nach – der Schlusspunkt eines Duells, das von Tempo, Körperlichkeit und hoher Konzentration geprägt war. Pauls Eindruck zur Gesamtatmosphäre fiel entsprechend aus: „Es war ein sehr gutes Zweite-Klasse-Match. Die Intensität war sehr hoch und beide Fanklubs haben gute Stimmung gemacht.” Eine persönliche Kür zum Spieler des Spiels wollte Paul bewusst nicht vornehmen. Stattdessen richtete er den Blick nach vorne: „Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen unsere verletzten und angeschlagenen Spieler wieder zurückkommen und dass wir dann wieder das wahre Gesicht des SV Wolfau zeigen können.” Am Ende gaben die entscheidenden Momente knapp vor und kurz nach der Pause den Ausschlag.