In der 2. Klasse Süd B trennten sich der SV Heiligenbrunn und der FC Stinatz mit 2:2. Zur Pause stand es 1:1, am Ende retteten die Gastgeber in der Nachspielzeit den Zähler. Trainer Peter Racz sprach von einer „dynamischen ersten Halbzeit“ und verwies auf zahlreiche Ausfälle, war aber zufrieden mit Auftritt und Moral. „Wir können mit diesem Punkt gut leben“, sagte er – auch weil sein Team nach einem Rückstand noch einmal zurückkam und in den Schlussminuten die Nerven behielt.
Die Partie begann mit einem offenen Schlagabtausch. Heiligenbrunn erwischte den besseren Moment: In der 26. Minute traf Peter Saly zum 1:0 – „ein sehr schönes Tor“, wie Peter Racz betonte. Der Vorsprung hielt jedoch nicht lange. Nur vier Minuten später glich Stinatz durch Balint Joo zum 1:1 aus (30.). „Der Gegner hat unsere Unachtsamkeit bei einem Corner ausgenützt“, ärgerte sich Racz. Mit diesem Remis ging es in die Pause. Nach dem Wechsel stellten die Gastgeber um. „Wir haben ein bisschen auf Defensive gesetzt“, erklärte der Trainer. Stinatz hatte mehr Ballbesitz, Heiligenbrunn lauerte – und fand über Konter gute Szenen. „Wir haben durch Kontern viele Möglichkeiten gehabt, sogar zweimal die Stange getroffen“, so Racz. In dieser Phase haderte er auch mit einer Situation im Strafraum: „Bei 1:1 gab es eine ganz fragwürdige Szene. Vielleicht war es Elfmeter, aber der Schiedsrichter hat nicht gegeben.“ Statt der Führung für die Hausherren stellte Stinatz nach einem Umschaltmoment auf 1:2: Eugen Strobl traf in Minute 77. Heiligenbrunn gab sich dennoch nicht geschlagen, blieb dran und wurde spät belohnt – laut Racz nach korrekter Entscheidung: „Durch einen gerechten Elfmeter haben wir das 2:2 gemacht.“ Elias Fabsits behielt in der 90.+1 die Ruhe und versenkte zum umjubelten Ausgleich.
Der Punktgewinn war für Heiligenbrunn auch eine Frage der Widerstandsfähigkeit. „Wir mussten sechs verletzte Spieler vorgeben“, erklärte Peter Racz und war deshalb umso zufriedener mit den Akteuren, die in die Startelf rückten: „Unsere Ersatzleute haben hervorragend gespielt.“ Der Plan nach der Pause war klar: kompakter stehen, Stinatz den Ball lassen und selbst über Umschalten Nadelstiche setzen. „Der Gegner hatte mehr Ballbesitz, aber keine richtig großen Chancen“, fasste Racz zusammen. Das lag auch an der Arbeit gegen den Ball. „Gut funktioniert hat die Abwehr“, sagte er schlicht – und doch steckte viel drin. Die Ketten blieben eng, die Wege stimmten, und vorne reichten wenige gute Momente, um immer wieder Gefahr auszustrahlen. „Mit ein bisschen Glück schießen wir das 2:1, dann packen wir den Sieg“, meinte Racz rückblickend und verwies auf die zwei Aluminiumtreffer in einer heiklen Phase der zweiten Halbzeit. Dass es am Ende „nur“ ein Punkt wurde, konnte er aufgrund des kräftezehrenden Spiels und der Personalsituation gut einordnen.
Auch zum Kontrahenten fand der Heiligenbrunn-Coach klare Worte. „Stinatz war kompakt. Wir haben so gespielt, wie wir es erwartet haben“, sagte Racz. Vor allem die Zentrale der Gäste imponierte ihm: „Sie haben ein körperlich starkes Mittelfeld. Wir haben gut mitgehalten.“ Beim Thema Schiedsrichter blieb der Trainer grundsätzlich gelassen. „Grundsätzlich hat der Schiedsrichter das Match in der Hand gehabt“, befand er. Die eine Szene bei 1:1 nannte er „ganz, ganz fragwürdig“, zugleich lobte er die Entscheidung in der Nachspielzeit: „Der Elfmeter war ganz korrekt.“ In der Tabelle nimmt der Punkt ebenfalls Bedeutung an: Stinatz hält nach 25 Runden bei 34 Zählern, Heiligenbrunn bei 28. Für Racz ist das Remis deshalb mehr als nur ein Ergebnis. Es zeigt, dass seine Mannschaft selbst mit dezimiertem Kader mithalten kann – und mit Disziplin, Geduld und Mut bis zur letzten Minute etwas mitnimmt. „Wir haben uns den Punkt verdient und können gut damit leben“, so sein Schlusswort.