In einem vorgezogenen Meisterschaftsspiel der 27. Runde der Burgenland-Energie-Landesliga kam es im Wetterkreuzstadion zum Duell zwischen dem SC Bad Sauerbrunn und dem SV Leithaprodersdorf. Beide Mannschaften zählten im Frühjahr zu den formstärksten Teams der Liga und wollten ihre starke Form auch an diesem Abend bestätigen. Die Hausherren gingen nach drei Siegen und einem Remis aus den letzten vier Spielen mit viel Selbstvertrauen in die Partie, während bei den Gästen erst am vergangenen Wochenende eine Serie von sieben ungeschlagenen Spielen gerissen war. Die Mannschaft von Trainer Mario Santner wollte darauf sofort eine Reaktion zeigen und wichtige Punkte im Kampf um die Spitzenplätze sammeln. In einem spannenden und hochklassigen Spiel setzten sich am Ende die Gäste mit 2:1 durch, obwohl ein Remis wohl das gerechtere Ergebnis gewesen wäre.
Kaum hatte Schiedsrichter Roland Braunschmidt die Partie freigegeben, sorgten die Gäste bereits für den ersten Aufreger: Eine wuchtige Direktabnahme krachte an die Querlatte des Tores der Hausherren. Es war die frühe Warnung für den SC Bad Sauerbrunn, denn nur wenige Minuten später gingen die Gäste bereits in Führung. In der 7. Minute setzte sich Phillip Hauser sehenswert durch und zirkelte das Leder mit viel Gefühl unhaltbar ins Kreuzeck zum 1:0 für den SV Leithaprodersdorf.
Nach diesem frühen Rückschlag fanden die Hausherren jedoch immer besser in die Begegnung. Die Elf von Christoph Stifter agierte mutiger, kombinierte gefällig und kam zu ersten gefährlichen Annäherungen. Der verdiente Ausgleich fiel schließlich in der 25. Minute: Nach einer sehenswerten Kombination legte Tomislav Ivanovic perfekt für Raphael Pohl auf, der aus rund 16 Metern trocken zum 1:1 einschoss. Die Badstädter blieben danach am Drücker und hatten nur sieben Minuten später die große Chance auf die Führung, doch erneut war es Raphael Pohl, dessen Abschluss knapp am Gehäuse vorbeistrich. In der temporeichen und äußerst fair geführten Partie ergaben sich bis zur Pause auf beiden Seiten noch einige Halbchancen, weitere Treffer sollten aber nicht mehr fallen. Mit einem gerechten 1:1 ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv und abwechslungsreich. Gleich wenige Minuten nach Wiederbeginn sorgte Raphael Pohl erneut für Gefahr, als sein wuchtiger Schuss nur knapp am Kreuzeck vorbeizischte. Der SC Bad Sauerbrunn übernahm nun zunehmend die Kontrolle und erspielte sich eine optische Überlegenheit. Besonders nach Standardsituationen wurde es immer wieder gefährlich: In der 66. Minute segelte ein raffiniert getretener Eckball gefährlich in den Strafraum der Gäste, gleich mehrere Sauerbrunner lauerten auf den Abschluss, doch Torhüter Fabian Haberl reagierte blitzschnell und schnappte sich das Leder.
Die Begegnung blieb dennoch ein offener Schlagabtausch. In der 70. Minute setzte Levis Markhardt zu einem schnellen Konter an und jagte den Ball mit voller Wucht auf das Tor, doch Lukas Stifter im Kasten der Hausherren entschärfte den Abschluss mit einer starken Parade. Als vieles bereits auf eine Punkteteilung hindeutete, schlugen die Gäste eiskalt zu: Nach einem schnellen Gegenstoß war es der erst 16-jährige Luca Pöschl, der in der 85. Minute die Nerven behielt und zum 2:1-Endstand einschob.
Am Ende durfte sich Leithaprodersdorf über einen etwas schmeichelhaften Auswärtssieg freuen, denn die Hausherren agierten über weite Strecken ebenbürtig und verzeichneten sogar ein Chancenplus.
„Das war eines der besten Landesligaspiele, die ich bisher erlebt habe, mit etlichen Torchancen auf beiden Seiten. Die erste Halbzeit war noch relativ ausgeglichen, aber in der zweiten Spielhälfte hatten wir ein Chancenplus und bekommen dann das 1:2 durch einen Konter. Das schmerzt natürlich sehr, aber genau solche Spiele benötigt man für die Entwicklung einer Mannschaft. Mit der Leistung meines Teams bin ich – abgesehen von der Chancenauswertung – sehr zufrieden.“
„Wir haben heute mit unserer ersten Möglichkeit das 1:0 erzielt, danach konnten wir uns in der ersten Halbzeit kaum Chancen erspielen. In der Pause haben wir etwas umgestellt und dadurch mehr Zugriff bekommen, obwohl Bad Sauerbrunn vielleicht einen Tick besser war. Wir waren heute extrem effizient, hatten wenige Torchancen und gewinnen trotzdem 2:1. Dazu hatten wir einen starken Tormann und auch das nötige Quäntchen Glück.“
Die Besten: Fabian Haberl und Fabian Dinhof.