In der 2. Klasse Süd B hat SV Hannersdorf das Derby gegen Deutsch Schützen nach 0:2-Pausenrückstand noch mit 4:2 gewonnen. Trainer Georg Konrad brachte den Abend danach treffend auf den Punkt: „Erste Halbzeit pfui, zweite Halbzeit hui.“ Zwei Gegentore vor der Pause und ausgelassene eigene Möglichkeiten brachten die Heimischen zunächst ins Hintertreffen, ehe nach dem Seitenwechsel eine starke Reaktion folgte.

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Der Auftakt lief für SV Hannersdorf alles andere als nach Wunsch. Bereits in der 3. Minute brachte Daniel Horvath die Gäste mit 1:0 in Führung, und auch danach bekam die Mannschaft von Georg Konrad nicht den Ertrag auf die Anzeigetafel, den sich der Trainer vorgestellt hatte. Stattdessen erhöhte Roland Nemeth in der 40. Minute auf 2:0 für Deutsch Schützen. Konrad sprach nach dem Spiel von einer ersten Hälfte, die ihn trotz des Spielstands nicht vom eigenen Weg abbrachte. „Leider haben wir in der ersten Halbzeit komplett entgegen des Spielverlaufs zwei unnötige Tore bekommen und sind 0:2 in Rückstand gekommen“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft vorhandene Chancen nicht nutzte und deshalb mit einem klaren Rückstand in die Kabine ging.
Entscheidend war dann, was in der Pause besprochen wurde und wie schnell es nach Wiederbeginn umgesetzt wurde. Konrad hatte schon zur Halbzeit das Gefühl, dass die Partie noch zu drehen ist. „Ich wusste in der Halbzeit und habe auch zur Mannschaft gesagt: Wenn wir unser Spiel weiterspielen, sind wir sicher die bessere Mannschaft und werden diese Partie noch zu unseren Gunsten entscheiden“, erklärte der Trainer. Besonders wichtig war ihm dabei der Start in die zweiten 45 Minuten. „Ich habe gesagt, wir müssen schauen, dass wir in den ersten zehn Minuten ein Tor machen.“ Es wurden sogar zwei. Michel Simon verkürzte in der 52. Minute auf 1:2, und nur fünf Minuten später stellte Mateo Supljika auf 2:2. Damit war die Begegnung nicht nur wieder offen, sondern klar in jene Richtung gekippt, die Konrad in der Kabine angesprochen hatte.
Mit dem Doppelschlag kurz nach der Pause war die Aufholjagd noch nicht abgeschlossen. SV Hannersdorf blieb das aktivere Team und nutzte die Phase, in der das Spiel gekippt war, konsequent aus. In der 73. Minute sorgte Nico Knor erstmals für die Führung, ehe Mateo Supljika mit seinem zweiten Treffer des Abends in der 79. Minute den Endstand von 4:2 herstellte. Für Konrad war genau diese Wucht nach Wiederbeginn der Schlüssel zum Derbysieg. „Unser Glück war, dass wir in den ersten zehn Minuten gleich zwei Tore gemacht haben, und dann habe ich gewusst, dass wir die Partie für uns entscheiden werden“, sagte er. Entsprechend deutlich fiel auch seine Einordnung aus: Der Sieg sei „hochverdient, auch in dieser Höhe“, weil aus seiner Sicht sogar „das eine oder andere Tor noch möglich gewesen wäre“.
Dass Konrad den Abend trotz des klaren Ergebnisses nicht einfach nur abhakte, zeigte seine Analyse nach dem Schlusspfiff. „Die größte Stärke war heute, dass unsere Mannschaft unbedingt diesen Derbysieg wollte“, sagte der Trainer und rückte damit den Willen seiner Mannschaft in den Mittelpunkt. Gleichzeitig sprach er offen an, dass die Anfangsphase von Nervosität geprägt war. Man habe sich „ein bisschen zu viel vorgenommen“, erst im Laufe der Partie habe sich das gelegt. Auch an Verbesserungsmöglichkeiten mangelt es aus seiner Sicht nicht. Vor allem bei Standardsituationen und im Umschaltspiel gegen den Ball müsse SV Hannersdorf aufmerksamer werden. Dass Deutsch Schützen offensiv Qualität habe, sei ihm vor dem Spiel bewusst gewesen, „das haben wir in der ersten Halbzeit zu spüren bekommen“. Umso wertvoller ist für die Gastgeber, dass nach Runde zwei der zweite Sieg steht und SV Hannersdorf mit sechs Punkten vorne dabei ist. Konrad bleibt dennoch bei einem einfachen Zugang: „Wir werden von Woche zu Woche weiterarbeiten und Spaß am Spiel haben. Dann werden wir hoffentlich eine positive Saison haben.“