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ASV Draßburg, Sportlicher Leiter Oliver Frank: „Wir brauchen keine Spieler fürs Schaufenster" – Auf- und Umbruch für den Klassenerhalt

ASV Draßburg

Nach einer schwierigen Hinserie in der 2. Liga Mitte blickt Oliver Frank, sportlicher Leiter des ASV Draßburg, mit Entschlossenheit und Optimismus auf die bevorstehende Rückrunde. Der Verein liegt aktuell auf Platz 16 und kämpft um den Klassenerhalt. In den letzten fünf Partien zeigte sich ein gemischtes Bild: Niederlagen, ein Unentschieden und zum Abschluss zwei wichtige Siege brachten neuen Schwung, auch wenn die Ausgangslage angespannt bleibt. Im Gespräch schildert der sportliche Leiter die Stimmung, die Wintertransfers und das klare Ziel, schnellstmöglich aus der Abstiegszone zu kommen.


Rote Schalensitze einer Fußballtribüne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Umbruch im Winter und neuer Trainer als Fundament

Oliver Frank betonte, dass man den Winter genutzt habe, um auf nahezu allen Ebenen einen Neustart einzuleiten. „Die aktuelle Tabelle ist kein Wellnessprogramm für die Seele. Aber wir haben nicht vor, im Keller die Einrichtung zu planen“, stellte er klar. Gleich zwölf Neuzugänge wurden verpflichtet, elf Spieler verließen den Klub. "Turbulente und arbeitsreiche Wochen liegen hinter mir", so der ASV-Sportchef.

Besonders hob Frank den neuen Trainer hervor: „Er hat bisher absolut top Arbeit geleistet. Klar in der Ansage, aber mit einem großen Funken Menschlichkeit.“ Er führt viele Gespräche, nimmt die Jungs mit und vermittelt das Gefühl: 'Wir packen das gemeinsam.' Es geht gar nicht um große Wunderdinge, sondern um das Vertrauen in die eigene Stärke.“ Der Coach habe der Mannschaft vermittelt, dass sie das Fußballspielen nicht verlernt habe, sondern nur „kurz vergessen, wo der Schlüssel zur Kabine liegt“. Mit dieser Mischung aus Disziplin und Vertrauen wolle man nun ein stabiles sportliches Fundament legen.

Neuer Teamgeist und Perspektive

Der ASV Draßburg habe sich gezielt mit Spielern verstärkt, die körperlich und mental bereit seien, die Herausforderungen des Abstiegskampfs anzunehmen. Oliver Frank beschrieb die neuen Akteure als „Jungs für den Maschinenraum, die wissen um was es bei uns in der Rückrunde geht“, die nicht davor zurückschrecken, auch einmal dazwischenzugehen, wenn es brenzlig wird. „Wir brauchen keine Spieler fürs Schaufenster“, sagte er, „sondern solche, die die nötige Energie mitbringen, um in den entscheidenden Momenten die entscheidenden Meter zu machen.“

Eine Einzelfigur, die besonders herausragt, gebe es nicht – die Mannschaft soll als geschlossene Einheit auftreten. Das Augenmerk bei den Neuverpflichten lag auch darin Spieler zum Klub zu holen, die sich schon in höheren Ligen beweisen konnten. Die Stimmung sei, so Oliver Frank, spürbar verbessert, weil mit dem Kaderumbau frischer Wind und auch ein wenig Unbeschwertheit eingezogen seien.

Harte Vorbereitung und funktionierende Kooperation

Auch die Vorbereitung auf die Rückrunde gestaltete sich anspruchsvoll. „Die Vorbereitung war etwas anders als in den Jahren davor, wegen der Wetterbedingungen mussten wir oft auf Kunstrasen ausweichen“, so Frank. Trotz dieser Umstände konnte das Team seit Anfang Jänner alle geplanten Einheiten absolvieren und laut dem sportlichen Leiter sind bis auf kleine Blessuren alle Spieler fit.

Zudem profitierte die Mannschaft durch die Kooperation mit dem Mattersburger SV 2020 mit gemeinsamen Trainingseinheiten und internen Testspielen: „Das hat uns als Mannschaft sehr weitergeholfen.“ Diese Zusammenarbeit soll auch künftig fortgesetzt werden, um nicht nur zusätzliche spielerische Reize zu setzen, sondern auch die Entwicklung der jungen Spieler zu fördern.

Ziel Klassenerhalt als gemeinsamer Auftrag

Sportlich bleibt das Ziel trotz aller Umstrukturierungen klar: Der Klassenerhalt soll so früh wie möglich gesichert werden. Nach einer Hinserie, die dem Verein nur acht Punkte einbrachte, waren zwei jüngste Erfolge ein erster Hoffnungsschimmer. Oliver Frank machte deutlich, dass man diesen Schwung mit in die Rückrunde nehmen wolle. „Wir wollen rasch aus der Abstiegszone heraus und den Klassenerhalt so schnell wie möglich schaffen. Das dies nicht einfach wird, wissen wir, aber mit dem vollzogenen Qualitäts-Update sollte das zu erreichen sein“, erklärte er.

Mit neuem Trainer, frischem Personal und spürbarem Teamgeist geht der ASV Draßburg in eine entscheidende Halbserie, die über den Verbleib in der Liga entscheiden wird. Die Marschroute ist klar: harte Arbeit, geschlossener Auftritt, keine Panik – und der Glaube daran, dass sich Struktur und Leidenschaft am Ende auszahlen.