Nach dem Auftritt von SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf gegen SPG Kaisersdorf/Markt St. Martin in der II. Liga Mitte ordnete Robert Renner die Lage nüchtern ein. Sein Tenor: eine enge, körperbetonte Partie, in der die Gastgeber tief standen und auf Umschalten setzten, während seine Mannschaft das Spiel an sich zog. „Das Endergebnis – ein Unentschieden hätte besser geklungen, weil es eine ausgeglichene Partie war mit einer sehr defensiven Heimmannschaft, die auf Konter agiert hat, und wir als Auswärtsteam eigentlich das Spiel gestaltet haben“, hält er fest. Standards der SPG verpufften weitgehend – „Die Defensive der Gastgeber hat das gut verteidigt“ – und mehrere Schlüsselmomente prägten das Stimmungsbild auf der Bank der Gäste.

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Renners Blick auf die Anfangsphase war von Stabilität und einem unglücklichen Rückstand geprägt. Das 0:1 aus Sicht der SPG ordnet er als Zufallsmoment ein: „Das war ein schönes Freistoßtor für die ZSP (Csongor Harangozo).“ In seiner Schilderung blieb die eigene Elf danach am Drücker, ehe ein Konter das 0:2 besiegelte (Michal Maco). Bis zur Pause sah er weitere Wendemöglichkeiten: Ein Treffer der SPG – erzielt von Sebastian Sommer – wurde nicht gegeben. „Der Schiedsrichter weiß es immer noch nicht warum er den Treffer nicht gegeben hat“, sagt Renner. Zudem vergab seine Mannschaft zwei Großchancen vor dem Wechsel: „Eine hundertprozentige Torchance von Erblin Polomi wurde vom Tormann verhindert und in der 45. Minute hatte Manuel Wiedenhofer noch eine Hundertprozentige.“ So ging es mit einem 0:2-Rückstand in die Pause.
Direkt nach dem Seitenwechsel sah Renner die nächste Schlüsselszene: „In der 46. Minute gab es ein Elfmeterfoul an Polomi, wo der Schiedsrichter aus seiner Sicht auf Rot hätte entscheiden müssen. Den Elfmeter hat Wiedenhofer verschossen.“ Es passt zu seinem Gesamturteil über den Charakter der Partie Taktisch blieb die SPG zunächst bei ihrer Linie: „Wir sind mit der gleichen Aufstellung in die zweite Halbzeit gegangen und haben in der 55. Minute dann zweimal getauscht.“ Die Wucht der Gäste nach der Pause zeigte sich auch auf der Anzeigetafel: Manuel Wiedenhofer verkürzte in Minute 63 auf 1:2, ehe die Heimelf in der 71. Minute auf 1:3 stellte (Filip Simora). Bence Orszagh brachte die SPG in der 78. Minute wieder heran (2:3), doch Michal Maco traf in der 82. Minute zum 2:4. Spät betrieb David Belosic mit dem 3:4 in der 94. Minute Ergebniskosmetik.
Trotz der späten Aufholjagd und mehrerer verpasster Möglichkeiten bleibt für Renner das Gefühl, dass ein Remis dem Verlauf eher entsprochen hätte. Die Wahrnehmung einer dominanten Auswärtsleistung trifft bei ihm auf das Bewusstsein, dass Details – ein „Schönes Freistoßtor“, ein aberkannter Treffer, der ungenutzte Elfmeter – den Weg vorgaben. In den Standards sah er seine Mannschaft solide bedient, weil der Gastgeber „das gut verteidigt“ habe. Für die kommende Aufgabe lässt Renner keine Illusionen: „Es wird ein sehr schweres Spiel – Heimspiel in Kaisersdorf gegen den SC Neudörfl“, sagt er, verbunden mit einem klaren Arbeitsauftrag für die Woche: „Wir werden die Woche nutzen um intensiv zu trainieren“, um mit der nötigen Kompaktheit und Konsequenz in die nächste Partie zu gehen. Unterm Strich überwiegt bei ihm nach einer intensiven, zweikampfbetonten Begegnung der Glaube daran, dass die eigene Spielanlage stimmt – jetzt gilt es, im Strafraum ruhiger zu bleiben, effizient zu sein und die sich bietenden Momente zu nutzen.