Im Spitzenspiel der II. Liga Mitte setzte sich der SV 7023 Zemendorf-Stöttera-Pöttelsdorf zuhause 3:0 gegen den SV Lackenbach durch. Nach torloser erster Hälfte und zwei roten Karten für die Gäste machte Z‑S‑P nach der Pause alles klar: Thorsten Lang eröffnete, Joker Jonas Reuter legte spät doppelt nach. Trainer Christian Kodydek sprach von einem „hochverdienten Sieg“ und betonte: „Wir waren schon bei elf gegen elf die spielbestimmende Mannschaft.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Abend begann aus Sicht von Z‑S‑P so, wie es sich Trainer Christian Kodydek vorgenommen hatte: „Wir wollten den Gegner früh im Spielaufbau stören, Druck ausüben und durch Ballgewinne in guten Zonen offensive Akzente setzen – und meine Mannschaft war schon in der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft.“ Chancen hatten beide Teams vor der Pause, ein Tor fiel aber nicht. "Wir hatten zahlreiche Standardsituationen, konnten daraus aber kein Kapital schlagen." Stattdessen kippte die Partie durch den ersten Platzverweis: In Minute 44 sah Lackenbachs Ahmet Mehic Rot, zur Halbzeit stand es dennoch 0:0. Nach dem Seitenwechsel blieb die Heimelf ruhig, wartete auf die nächste Lücke – und die Gäste dezimierten sich erneut, als Lukas Karoly in der 58. Minute ebenfalls Rot sah. „Gegen neun, die hinten kompakt die Räume zugestellt haben, ist es trotzdem schwierig. Aber wir sind geduldig geblieben“, erklärte Kodydek. In der 65. Minute brach Thorsten Lang den Bann – aus Sicht des Trainers „ein Traumtor“. Die Entscheidung vertagte sich bis in die Schlussphase, dann stach der Joker: Der erst 16‑jährige Jonas Reuter traf in der 86. und 90. Minute doppelt. „Als junger einheimischer Spieler so reinzukommen und das Spiel zu entscheiden – richtig schön“, sagte Kodydek. Lackenbach lauerte in Unterzahl auf Konter, „zweimal ist es zu Situationen gekommen“, doch Z‑S‑P ließ hinten wenig zu und brachte den hochverdienten Dreier sauber heim.
In seiner Analyse hob Kodydek vor allem die klare Spielidee und deren Umsetzung hervor: „Wir waren im Passspiel wirklich sehr gut, wollten von hinten vor- und durchkombinieren. Taktisch sehr diszipliniert, überhaupt diszipliniert – das hat heute den Ausschlag gegeben.“ Schon in der Anfangsphase habe sein Team „dem Gegner beim Rausspielen kaum Platz gegeben“ und Lackenbach „kompakt wegverteidigt“. Auch in Überzahl blieb die Mannschaft - bis auf wenige Momente gleich nach dem zweiten Ausschluss - bei ihrem Plan, suchte geduldig die Lücke, anstatt planlos zu flanken. Der Trainer freute sich über die individuellen Momente: „Das 1:0 von Thorsten war ein Traumtor. Er hat das im Training schon gezeigt – technisch ist er einer der Besten der Liga.“ Besonders strahlte er über Joker Jonas Reuter: „Mit sechzehn Jahren zwei Tore – überragend.“ Und auch der Rückhalt bekam ein Extralob: „Unser Tormann hat in einer Situation super reagiert.“ Unterm Strich sprach Kodydek aber von einer „geschlossenen Mannschaftsleistung“ und einem Sieg, der dem betriebenen Aufwand entsprach.
Die beiden Platzverweise waren der Knackpunkt – und doch wollte Kodydek den Erfolg nicht darauf reduzieren. „Natürlich waren die roten Karten spielbeeinflussend. Trotzdem waren wir bei elf gegen elf schon die bessere Mannschaft“, stellte er klar. Zu den Entscheidungen selbst sagte er: „Beides waren meiner Meinung nach klare Torchancenverhinderungen – das ist laut Regelwerk Rot. Der Schiedsrichter hat das richtig beurteilt. Es war über die 90 Minuten generell ein faires Spiel beider Mannschaften.“ Dass der Gegner in Unterzahl tief stand, nahm Z‑S‑P als Aufgabe an und löste sie mit Geduld. Umso höher bewertet der Coach den Dreier gegen ein Spitzenteam: „Ein großes Kompliment an meine Mannschaft – gegen einen selbsternannten Titelkandidaten zu Hause so aufzutreten, ist stark.“ Mit Blick auf die Tabelle – Lackenbach als Zweiter, Z‑S‑P auf Rang fünf – ist der Sieg auch ein Statement. „Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, super umgesetzt. Jetzt heißt es dranbleiben und weiter so auftreten“, gab Kodydek den Ausblick.