In der II. Liga Mitte trennten sich der ASV Draßburg und der Sportclub Lockenhaus-Rattersdorf I mit 1:1 (0:1). Die Gäste führten nach einem Treffer von Marcel Winkler, nach Wiederbeginn glich Angelo Pöttschacher aus. Draßburg war nach der Pause das aktivere Team, verpasste aber das 2:1. Sportchef Oliver Frank sprach von „einem Punkt mit lachendem und weinendem Auge“ und lobte die Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand.

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Der Anfang gehörte Draßburg, das gut in die Partie kam, aber trotz gefälliger Ansätze nicht zwingend genug wurde. „Wir sind gut in die Partie gestartet, haben es aber in der ersten Halbzeit verpasst, die nötige Durchschlagskraft zu entwickeln und uns frühzeitig zu belohnen“, sagte Oliver Frank. Umso ärgerlicher, dass die Hausherren nach 33 Minuten doch zurücklagen: Marcel Winkler traf für Lockenhaus-Rattersdorf zum 0:1. Bis zum Pausenpfiff blieb es beim 0:1, auch weil den Gastgebern im letzten Drittel die Genauigkeit fehlte. Die Wege nach vorne waren da, aber der letzte Pass und der Abschluss passten vor der Pause nicht oft genug zusammen – so blieb es zur Halbzeit beim 0:1.
Nach dem Seitenwechsel legte Draßburg spürbar zu. „Was mich positiv stimmt, ist die Reaktion nach der Pause. Die Mannschaft hat die nötige Energie auf den Platz gebracht, das Spiel klar kontrolliert und durch kluges Positionsspiel klare Vorteile und mehr Ballbesitz generiert“, fasste Frank zusammen. Er sprach sogar von „Dominanzfußball“ in Hälfte zwei – und der Ausgleich folgte konsequent: In der 56. Minute zog Angelo Pöttschacher aus der Distanz ab, sein Flachschuss schlug links unten ein – 1:1. Draßburg blieb am Drücker und kam zu zwei Topchancen nach Eckbällen. „Wir haben die Angriffe im letzten Drittel nicht konsequent genug zu Ende gespielt“, erklärte Frank. Lockenhaus-Rattersdorf befreite sich in dieser Phase vor allem mit hohen Bällen. „Für den Gegner war das Unentschieden eher glücklich“, ergänzte er.
In der Analyse rang Frank nicht um klare Worte. „Natürlich fühlen sich diese zwei liegengelassenen Zähler im ersten Moment wie ein kleiner Dämpfer an, besonders nach den letzten zwei Siegen“, sagte er, stellte aber die Entwicklung in den Vordergrund: „Wir haben nicht wie ein Tabellennachzügler agiert, sondern vor allem im 2. Durchgang wie ein Team, das weiß, was es kann.“ Auch eine diskutierbare Szene blieb hängen: „Bei einer Situation in der Schlussphase hätte es vielleicht Elfmeter geben können – aber wenn der Schiedsrichter es nicht pfeift, ist es aber auch kein Elfmeter.“ Die Baustelle ist benannt: Effizienz. „Wir kreieren sehr viel, auch über Standards. Jetzt geht es darum, vor dem Tor wieder die nötige Ruhe zu finden und unsere Überlegenheit in drei Punkte umzuwandeln.“ In der Tabelle steht Draßburg bei 25 Zählern, Lockenhaus-Rattersdorf bei 29 – die Abstiegsgefahr ist nicht vom Tisch. „Die Tabelle soll für uns wie ein Rückspiegel sein – kurz reinschauen, dann nach vorne fahren. Aber wir wissen: Im Abstiegskampf gibt es keine Atempause“, gab Oliver Frank den Kurs für die verbleibenden Runden aus und hofft, dass der mit Gehirnerschütterung verletzt ausgeschiedene Zeteny Szovati schnell wieder in die Startelf zurückkehrt.