In der 29. Runde der II. Liga Mitte setzte sich der ASV Draßburg beim ASV Pöttsching mit 3:2 durch. Zur Pause stand es 1:1, nach dem Seitenwechsel legten die Gäste zu und holten sich den Sieg. Sportchef Oliver Frank sprach danach von einer zähen ersten Hälfte, aber davon, die Partie nach Wiederanpfiff „fest im Griff“ gehabt zu haben. Entscheidende Akzente setzten die Tore zum 2:1 und 3:1. Im Abstiegskampf ist der Auswärtssieg ein dicker Brocken – auch weil die Konkurrenz laut Oliver Frank nicht locker lässt.

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Pöttsching setzte früh auf lange Bälle und holte Draßburg damit in ein Spiel, das den Gästen zunächst nicht schmeckte. Frank brachte es deutlich auf den Punkt: „Wer die erste Halbzeit gesehen hat, brauchte vermutlich einen starken Kaffee.“ Seine Mannschaft habe sich „dem sehr rustikalen Spielstil der Pöttschinger etwas zu bereitwillig angepasst“, es gab „viel Flugverkehr durch weite Bälle, aber wenig kontrollierten Spielfluss auf dem Boden“. In diese Phase passte das 1:0 für die Hausherren: Danijel Trajilovic traf in Minute 39. Draßburg antwortete kurz vor dem Pausenpfiff und stellte durch Mátyás Krizsonits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45+1) mit einem Elfmeter auf 1:1. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabinen – und mit dem klaren Vorsatz der Gäste, die Partie spielerisch stärker an sich zu ziehen.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Draßburg genau das Gesicht, das Oliver Frank sehen wollte: präsenter, griffiger, zielstrebiger. „Wir haben in der zweiten Halbzeit den Hebel umgelegt“, sagte der Sportchef, „wir waren bissiger in den Zweikämpfen und haben endlich wieder die spielerische Note gezeigt.“ Das zahlte sich aus: In Minute 68 brachte Nico Glavanits die Gäste 2:1 in Front, in der 82. legte Sandro Kristianidi das 3:1 nach. Oliver Frank nannte das 2:1 „richtungsweisend“ und schwärmte von den spielerischen Höhepunkten: „Das 2:1 war eine Koproduktion aus dem Lehrbuch. Ein toller Pass, den Glavanits eiskalt verwertete. Und beim 3:1 hat Akgül einen Zuckerpass ausgepackt, den Sandro Kristianidi staubtrocken veredelt hat.“ Das späte 2:3 durch Trajilovic (90+5) war aus Draßburger Sicht nur noch Ergebniskosmetik. „Wir hatten das Spiel in der zweiten Halbzeit fest im Griff“, so Frank.
In seiner Analyse hob Frank die eigene Steigerung nach der Pause hervor: „Unser Pluspunkt war, dass wir mehr Fußball spielen wollten als der Gegner.“ Gleichzeitig bremste er jeden Überschwang: „Grundsätzlich ist nicht viel zu verändern, aber viele Spieler sind angeschlagen, viele schleppen Wehwehchen mit. Und in drei Tagen zwei Pflichtspiele – das geht enorm an die Substanz.“ Lob gab es für das Gespann: „Die Leistung des Schiedsrichterteams war absolut in Ordnung, unaufgeregt und mit guter Linie.“ In der Tabelle liegt Draßburg mit 28 Punkten auf Rang 15, Pöttsching hält bei 37 Zählern auf Platz 9. Der Blick nach vorne bleibt kämpferisch: „Dieser Sieg schmeckt süß, aber im Tabellenkeller haben alle gewonnen. Wir haben noch vier Endspiele vor uns – die Abstiegsgefahr ist noch nicht gebannt und wir sind weiterhin voll gefordert.“