Deutliches Ausrufezeichen in der II. Liga Mitte: Der SV Oberloisdorf musste sich dem SV Rohrbach mit 1:7 geschlagen geben. Nach ausgeglichener erster Hälfte drehte Rohrbach das Spiel unmittelbar rund um die Pause und zog danach unwiderstehlich davon. Trainer Hannes Friesenbichler sprach von einer starken Reaktion seiner Mannschaft: "Wir haben in der zweiten Halbzeit das geliefert, was ich sehen will." Der Erfolg fiel hoch aus, war in dieser Phase aber laut Coach verdient, weil Rohrbach nach dem Seitenwechsel kaum mehr etwas zuließ und die eigenen Möglichkeiten konsequent verwertete.

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Der Start war aus Rohrbacher Sicht eigentlich vielversprechend. "Wir waren gleich dominierend und haben mit unserem Kombinations- und Passspiel das Heft in der Hand gehabt", sagte Hannes Friesenbichler. Dennoch gerieten die Gäste in Rückstand: In Minute 25 traf Zoltán Ferdinánd Ferencz zum 1:0 für Oberloisdorf. "Wir haben wieder durch einen individuellen Fehler das 0:1 kassiert", ärgerte sich der Trainer. Wichtig war dann der Ausgleich zum psychologisch günstigen Zeitpunkt: Nach einer sauberen Kombination über links und einer Flanke von Gustavo köpfte Lukas Wenninger in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:1 ein (45+1). Der angesprochene Knackpunkt folgte gleich nach Wiederbeginn: Wieder über die linke Seite setzte sich Gustavo durch, spielte in die Tiefe auf Füleki dieser flach zurück Richtung Elfmeterpunkt, und Jason Bauer verwertete in Minute 47 zum 1:2. "Das 1:1 kurz vor der Pause und das 2:1 kurz nach der Pause waren entscheidend", stellte Friesenbichler klar.
Nach der Führung ließ Rohrbach nicht locker, im Gegenteil: Die Gäste blieben das aktivere Team und nutzten ihre Chancen eiskalt. In der 63. Minute erhöhte Sandro Luca Mandl auf 1:3, nur drei Minuten später legte Norbert Füleki das 1:4 nach (66.). Mit dem 1:5 durch Balint Visy (71.) war die Partie endgültig entschieden, Dominik Julian Stöger (73.) und Patrick Landl (78.) schraubten das Ergebnis schließlich auf 1:7. Oberloisdorf hatte direkt nach dem 1:2 noch eine große Möglichkeit, wie Friesenbichler einräumte, danach aber kontrollierten die Gäste das Geschehen. "Die Mannschaft hat eine super Reaktions gezeigt und deswegen auch verdient in dieser Höhe gewonnen", sagte der Coach, der seine Elf nach der Pause "absolut dominierend" sah. Rohrbach blieb am Drücker, ließ hinten wenig zu und spielte die Angriffe schnörkellos zu Ende.
Im Rückblick ordnete Hannes Friesenbichler die Partie klar ein. "Zu Beginn waren wir dominierend, hatten einige Chancen ", sagte er, verwies aber auf das 0:1 nach einem Fehler und die deutliche Ansprache in der Pause. Die Umstellung trug Früchte, auch weil der Gegner sein Rezept nicht mehr durchbrachte. "Oberloisdorf hat in der ersten Halbzeit defensiv gut gearbeitet und mit Kontern sowie weiten Abschlägen Nadelstiche gesetzt. In der zweiten Halbzeit haben wir das absolut im Griff gehabt." Ein strittiger Punkt blieb für ihn das 0:1: "Diskutieren könnte man über den vermeintlichen Rückpass, meiner Meinung nach war es aus einem Gestocher heraus – kein gewollter Rückpass." Ansonsten sei die Leistung des Schiedsrichters "sehr durchschnittlich, sehr unauffällig" gewesen. Den Unterschied machte für ihn die Haltung nach der Pause: "Mit Willen und unserem spielerischen Können haben wir geliefert. Nach der Doppelbelastung mit Cup und Meisterschaft sind wir wieder in der Spur und sehen den nächsten drei Spielen guter Dinge entgegen."