Am Samstagabend empfing der ASK Kohfidisch im Meisterschaftsspiel der 27. Runde der Burgenland-Energie-Landesliga den Tabellenführer und bereits feststehenden Meister MSV 2020. Die Ausgangslage vor dieser Begegnung versprach dabei reichlich Gesprächsstoff. Die Hausherren mussten zuletzt eine überraschende Niederlage gegen Schlusslicht Jennersdorf hinnehmen und waren nun bemüht, vor eigenem Publikum eine entsprechende Reaktion zu zeigen.
Der MSV 2020 hatte mit dem eindrucksvollen 6:0-Kantersieg gegen Siegendorf den Meistertitel bereits vorzeitig fixiert und reiste dadurch ohne großen Druck ins Südburgenland. Im Vorfeld stellte sich allerdings die Frage, wie viel Kraft das intensive Pokal-Halbfinale unter der Woche gekostet hatte und ob Trainer Josef Kühbauer einigen Stammkräften eine Pause gönnen würde. Genau dieses Szenario trat letztlich auch ein: Der Meister rotierte kräftig durch und schonte mehrere Leistungsträger. Dadurch bot sich der Mannschaft von Trainer Plank tatsächlich die Chance, dem bislang ungeschlagenen Ligakrösus die erste Saisonniederlage zuzufügen – und diese Möglichkeit nutzten die Hausherren schließlich auch. Auswirkungen auf die Tabellenführung hatte diese Niederlage für den souveränen Meister allerdings keine mehr.
Die Zuschauer bekamen in der ersten Halbzeit eine äußerst kampfbetonte Begegnung zu sehen, in der sich beide Mannschaften über weite Strecken neutralisierten. Vor allem im Mittelfeld wurde intensiv gearbeitet, während klare Torchancen Mangelware blieben. In den ersten 20 Minuten fanden beide Teams kaum Wege durch die gut organisierten Defensivreihen.
In der 25. Minute jubelten die Hausherren kurzzeitig, doch ein Treffer von Kevin Hasler wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung aberkannt. Auch danach bestimmten die Abwehrreihen das Geschehen, sodass weder der ASK Kohfidisch noch der bereits feststehende Meister MSV 2020 entscheidend vor das gegnerische Tor kamen. Folgerichtig ging es mit einem torlosen Remis in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst zerfahren, ehe den Hausherren in der 55. Minute der entscheidende Angriff gelang. Tim Schreiber setzte sich stark über die Seite durch und brachte den Ball punktgenau zur Mitte, wo Julian Binder goldrichtig stand und per Kopf zur 1:0-Führung für Kohfidisch einnetzte.
In der Schlussphase erhöhte der MSV 2020 nochmals den Druck und warf in den letzten 20 Minuten alles nach vorn. Die Gäste bemühten sich um den Ausgleich, doch im letzten Drittel fehlte oftmals die Präzision beim entscheidenden Pass. Kohfidisch verteidigte den knappen Vorsprung mit großem Einsatz und brachte den prestigeträchtigen Sieg schließlich über die Zeit. Damit kassierte der Meister seine erste Niederlage in dieser Saison.
„Meine Mannschaft hat eine perfekte Leistung gezeigt, hat wenige Torchancen zugelassen und schlussendlich verdient gewonnen. Ein großes Lob an meine Mannschaft, es war ein cooles Spiel gegen einen Super-Gegner, dem wir vor Beginn des Spieles einen Blumenstrauß und eine Flasche Wein zum Meistertitel überreicht haben.“
Die Besten: Julian Binder und Tim Schreiber
„Wir haben heute etliche Stammspieler geschont, die sind gar nicht mitgefahren. Es war heute eine richtige Zu-null-Partie, ohne viele Torchancen auf beiden Seiten. Bei den Angriffen hat immer der letzte Pass gefehlt. Nun haben meine Spieler einmal die Kehrseite des Sieges kennengelernt.“