Mit großer Spannung wurde am Samstagnachmittag das traditionelle Blaufränkisch-Derby der 27. Runde in der Burgenland-Energie-Landesliga erwartet. Vor einer stimmungsvollen Kulisse trafen der FC Deutschkreutz und der ASK Horitschon in einem Duell aufeinander, das für beide Mannschaften enorme Bedeutung hatte. Während die Hausherren mit einem Sieg weiter den Anschluss an das Spitzentrio der Tabelle halten wollten, kämpften die Gäste aus Horitschon um essenzielle Punkte im Rennen um den Klassenerhalt.
Die Voraussetzungen für ein packendes Derby waren damit gegeben. Deutschkreutz präsentierte sich zuletzt in starker Form und wollte den positiven Trend vor eigenem Publikum bestätigen. Horitschon hingegen stand unter Zugzwang, denn im Tabellenkeller zählt mittlerweile jeder Punkt. Die Zuschauer durften sich daher auf ein intensives, emotionales und hochklassiges Nachbarschaftsduell freuen. Es war ein rassiges, spannendes Derby, in dem die Hausherren mit einer guten mannschaftlichen Leistung als verdienter 4:1-Sieger hervorgingen.
Von Beginn an entwickelte sich vor rund 620 Zuschauern ein intensives Derby mit offenem Visier. Beide Mannschaften suchten rasch den Weg nach vorn und forcierten das Offensivspiel. Die ersten gefährlichen Aktionen gehörten noch den Hausherren aus Horitschon, doch den ersten Treffer erzielten die Gäste. In der 11. Minute kombinierte sich der ASK Horitschon sehenswert über mehrere Stationen nach vorn, ehe Manuel Baumgartner mit einem platzierten Abschluss zur 1:0-Führung einnetzte.
Die Mannschaft von Trainer Luca Wirtitsch blieb auch danach die aktivere Elf, ehe das Spiel innerhalb weniger Minuten völlig kippte. In der 24. Minute zirkelte Tobias Gager einen Eckball scharf in den Strafraum, wo Christopher Lipowsky den Ball zum 1:1-Ausgleich über die Linie drückte. Nur zwei Minuten später folgte bereits der nächste Nackenschlag für die Gäste: Alexander Resner setzte sich stark über die Seite durch, spielte einen idealen Stanglpass zur Mitte und Benjamin Petö schob problemlos zur 2:1-Führung für Horitschon ein.
Nach diesem Doppelschlag wirkten die Gäste zunächst geschockt, während die Heimischen nun deutlich mehr Kontrolle übernahmen und die knappe Führung sicher in die Halbzeitpause brachten.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst eine zerfahrene Partie. Einsetzender Regen erschwerte das Kombinationsspiel beider Mannschaften, und Torchancen blieben vorerst rar. Erst in der 65. Minute wurde es wieder gefährlich: Alexander Resner kam im Strafraum zum Abschluss, doch Horitschon-Goalie Zsolt Ratkai parierte sowohl den flachen Schuss als auch den Nachschuss von Benjamin Petö glänzend.
In der 75. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung. David Thumberger setzte Benjamin Petö ideal in Szene, und der Angreifer schnürte mit seinem zweiten Treffer des Tages den Doppelpack zum 3:1. Horitschon warf in der Schlussphase nochmals alles nach vorn, lief dabei aber in einen weiteren Konter. In der 87. Minute sorgte Joker Kristof Osze mit dem Treffer zum 4:1-Endstand endgültig für klare Verhältnisse.
„Wir haben das Derby mit einer guten Mannschaftsleistung gewonnen, der 0:1-Rückstand war für meine Jungs der Weckruf. Mit dem Doppelschlag haben wir dem Gegner den Nerv gezogen, davon hat er sich nicht mehr erholt. Wir haben fünf Eigenbauspieler in der zweiten Halbzeit eingewechselt, damit sie in den Genuss kommen, in der Kampfmannschaft spielen zu dürfen. Besonders Kristof Osze hat seine Jokerrolle mit zwei Treffern in den letzten beiden Spielen super angenommen. Wir sind im gesamten Trainerteam stolz auf den Erfolg, den wir im Frühjahr erreicht haben – von einem Abstiegsplatz auf Rang vier im Zwischenklassement. Vielleicht geht sich noch der dritte Platz aus.“
Die Besten: Tobias Gager und Eric Neubauer
„Nach dem Doppelschlag hat das Unglück seinen Lauf genommen. Der Gegner hat es perfekt gemacht, hat uns den Ball überlassen, auf Fehler meiner Mannschaft gewartet und uns komplett ausgekontert. In meiner Ansprache nach dem Spiel habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir die letzten drei Spiele unbedingt gewinnen müssen. Wir brauchen nicht mehr auf die anderen Mannschaften im Tabellenkeller zu schauen – wir haben es selbst in der Hand, den Abstieg zu vermeiden.“