In der II. Liga Mitte setzte sich der SV Lackenbach beim SV Oberloisdorf mit 6:5 durch – nach einer verrückten Achterbahnfahrt. Lackenbach führte früh klar, gab das Spiel aber aus der Hand und kassierte noch das 5:5, ehe Florian Schick kurz vor Schluss den Auswärtssieg fixierte. Trainer Robert Serdar sprach von einem wilden Abend, an dem der frischgebackene Titelträger viel Tempo zeigte, phasenweise aber zu nachlässig wurde und Oberloisdorf so zurück ins Spiel holte.

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Lackenbach erwischte den Traumstart und legte früh die Basis. In Minute 9 traf Milan Hajmasi zum 0:1, schon in der 15. Minute erhöhte Adam Csire auf 0:2. Oberloisdorf meldete sich durch Márk Abért zum 1:2 (29.) zurück, doch die Gäste blieben eiskalt: Hajmasi stellte nur zwei Minuten später auf 1:3 (31.), Robin Nusshall traf in Minute 39 zum 1:4. Unglücklich aus Sicht der Hausherren fiel vor der Pause auch noch ein Eigentor von Dominik Schedl zum 1:5 (43.), ehe Abért in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 2:5 stellte (45+1). Nach der Pause kippte die Partie. Zoltán Ferdinánd Ferencz brachte Oberloisdorf mit einem Doppelschlag wieder heran (65., 67.), Abért machte mit seinem dritten Treffer den 5:5-Ausgleich perfekt (74.). Als vieles auf ein Remis hindeutete, schlug Lackenbach spät noch einmal zu: Florian Schick traf in der 86. Minute zum 5:6 und nahm damit die vollen Punkte mit.
Trainer Robert Serdar ordnete die wilde Partie klar ein. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen“, sagte er, und führte das frühe Polster auf die Wucht gegen den Ball zurück: „Die Offensivaktionen nach vielen Pressingsituationen haben Früchte getragen. Wir haben die Führung relativ schnell ausgebaut.“ Aus seiner Sicht veränderte sich das Bild aber schon vor der Pause: „Ab der 30. Minute haben wir das Spiel nicht mehr so effektiv und zielstrebig angenommen.“ Nach Wiederbeginn rächte sich das: „Wir haben defensiv Fehler verursacht und den Gegner bis zum 5:5 herankommen lassen.“ Entscheidend war für ihn schließlich die Reaktion in der Schlussphase: „Am Ende hat der Wille überwogen. Wir wollten kein Unentschieden und sicher keine Niederlage – obwohl der Meistertitel schon am Abend davor fix war.“ Zum 6:5 sagte Serdar: „Es war eine Kontersituation. Schick ist in die Tiefe gelaufen, hat den Ball gut mitgenommen und von der halbrechten Seite im Sechzehner ganz trocken abgeschlossen.“ Zudem hob er die eigene Stärke im Umschalten hervor: „Nach Balleroberungen waren wir sehr effektiv, die Außenbahnen wurden gut genutzt.“
Bei allem Jubel fand Serdar klare Worte für den Gegner. „Oberloisdorf war über Standards und wenn sie über die Flügel durchgebrochen sind, sehr zielstrebig. Sie haben die Bälle gut in die Mitte gebracht und unsere Unkonzentriertheiten genutzt“, erklärte der Lackenbach-Coach, der insgesamt eine faire Partie sah. „Das Spiel ist ganz normal abgelaufen, sehr fair. Der Schiedsrichter war sehr unauffällig. Er wäre fast ohne Gelbe ausgekommen. Nach einer kurzen Rangelei hat er zwei Gelbe gezeigt – das war’s.“ Als Tabellenführer gehen die Blau-Gelben nun in die letzte Runde, die laut Serdar trotz fixiertem Titel nicht zur Kür verkommt: „Die letzte Runde gehen wir seriös an, Heimspiel gegen Lockenhaus. Danach gibt es eine Meisterfeier – und wir wollen noch einen ordentlichen Auftritt hinlegen.“ So soll auf den wilden 6:5-Auswärtssieg ein sauberer Schlusspunkt folgen.