In der II. Liga Mitte geht Sportclub Lockenhaus-Rattersdorf I nach einer schwierigen Saisonhälfte mit einer klaren Bilanz in die nächste Phase. Platz 15 mit 34 Punkten ist die nüchterne Ausgangslage, doch Sektionsleiter Manuel Bürger macht im Rückblick vor allem die personellen Probleme als Hauptgrund aus. Seine Bilanz fällt deutlich aus: Verletzungen und laufende Ausfälle haben die vergangenen Monate stark mitbestimmt.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Viel Drumherum brauchte Manuel Bürger im Gespräch gar nicht, um den bisherigen Verlauf einzuordnen. Der Sektionsleiter kam schnell zum Kern der Sache und sagte: "Eigentlich war es eine Katastrophe, weil wir ständig Verletzungen und Ausfälle hatten." Damit war die Richtung seiner Analyse klar vorgegeben. Sportclub Lockenhaus-Rattersdorf I hatte in dieser Saisonhälfte offenbar weniger mit einzelnen sportlichen Details als mit den personellen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Wenn in einer Mannschaft immer wieder Spieler fehlen, zieht sich das durch viele Bereiche. Genau diesen Eindruck vermittelte Bürger mit seiner knappen, aber sehr klaren Einschätzung.
Immerhin schildert Bürger die aktuelle Situation nicht mehr ganz so angespannt wie noch über längere Strecken der Saisonhälfte. Der große Aderlass scheint kleiner geworden zu sein, auch wenn noch nicht alle Probleme erledigt sind. "Aktuell haben wir nur noch einen Verletzten. Der wird frühestens im Frühjahr nächstes Jahr wieder für uns spielen", erklärte er. Das ist für Sportclub Lockenhaus-Rattersdorf I zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer. Nach einer Phase, die laut Bürger vor allem von Ausfällen geprägt war, kann ein breiterer Kader in der nächsten Etappe ein wichtiger Faktor werden. Gerade für eine Mannschaft aus dem unteren Tabellenbereich zählt oft schon, dass Woche für Woche mehr Optionen da sind.
Auch bei den personellen Veränderungen abseits der Verletztenlage bleibt das Bild übersichtlich. Mit Matthias Beiglböck endet eine Laufbahn, Wilhelm Leser legt seinen Pass auf Draßmarkt, Gergö Rosner wechselt zu Redlschlag und Gino Linhart unbekannt. Bürger nannte ein Karriereende und drei Abgänge. Auf der Zugangsseite kommt mit Roland Szabo ein Spieler für die Offensive, den Bürger als Flügelspieler beziehungsweise Stürmer einordnete und der zum Verein stößt. Dazu gibt es auch im Betreuerteam eine Veränderung, weil ein neuer Co-Trainer dazukommt. Große Umbrüche beschrieb Bürger damit nicht, eher gezielte Anpassungen. Das passt zu einem Klub, der nach einer schwierigen Saisonhälfte zunächst wieder mehr Stabilität in den Alltag bringen will.
Dass Bürger auf die Frage nach besonders herausragenden Spielern zuletzt kein Beispiel nennen wollte, passt ebenfalls zu seinem Gesamtbild dieser Monate. Im Vordergrund stand aus seiner Sicht nicht die Geschichte einzelner Akteure, sondern ein Abschnitt, in dem der Verein immer wieder mit Ausfällen zurechtkommen musste. Genau deshalb wirkt der Ausblick bei Sportclub Lockenhaus-Rattersdorf I auch weniger von großen Ankündigungen als von der Hoffnung auf Normalität getragen. Wenn der Kader gesünder bleibt und der kleine personelle Umbau greift, könnte sich die Ausgangslage rasch freundlicher darstellen. Nach einer Halbserie, die Bürger als "Katastrophe" beschreibt, wäre schon mehr Konstanz ein wichtiger Schritt.