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„Wir müssen als Mannschaft stabiler in der Defensive werden“ – Oberloisdorf zieht nach Rekordjahr klare Schlüsse

SV Oberloisdorf

In der II. Liga Mitte hat SV Oberloisdorf die Saison mit 43 Punkten auf Rang acht beendet und damit die eigenen Erwartungen übertroffen. Trainer Stefan Artner spricht von einem starken Jahr mit Rekordwert für den Verein, spart in seiner Bilanz aber auch die Schwachstelle nicht aus. Vor allem defensiv, so die klare Ansage, muss die Mannschaft in der kommenden Saison stabiler auftreten.


Nahaufnahme Fußballschuhe und blaue Stutzen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Konstanz als großes Plus in beiden Saisonteilen

Artner blickt insgesamt mit Zufriedenheit auf die vergangenen Monate zurück, weil Oberloisdorf nicht nur punktuell gute Phasen hatte, sondern über eine lange Strecke konkurrenzfähig blieb. „Positiv war auf jeden Fall, dass wir auch in der Rückrunde unsere Punkte gemacht haben“, sagt der Trainer. Die Zahlen unterstreichen das auch. Nach 20 Zählern im Herbst kamen im Frühjahr noch einmal 23 dazu. Dazu passt auch der Tabellenverlauf, in dem Oberloisdorf zwar immer wieder zwischen Rang drei und Rang elf pendelte, sich aber nie dauerhaft nach unten verabschiedete und am Ende als Achter ins Ziel kam. „Wir haben grundsätzlich sicher besser abgeschnitten, als wir vor der Saison erwarten konnten“, sagt Artner. Der Lohn dafür waren 43 Punkte und damit ein neuer Bestwert für den Verein in der Liga. Artner formuliert es deutlich: „Wir haben mit 43 Punkten einen Punkterekord für den Verein in der Liga aufgestellt.“ Dazu kam noch die Qualifikation über die Liga für den Cup, was die Saison aus Sicht des Vereins zusätzlich aufwertet.

Vorne oft stark, hinten aber zu anfällig

So zufrieden Artner mit der Ausbeute ist, so offen spricht er den Bereich an, in dem Oberloisdorf nachschärfen will. Die Mannschaft hat nach seiner Einschätzung viel richtig gemacht, wenn es darum ging, selbst Tore zu erzielen. Gleichzeitig war genau zu sehen, warum in der Endabrechnung noch mehr drin gewesen wäre. „Wir haben zwar die viertmeisten Tore geschossen, aber im Gegenzug auch die meisten bekommen“, sagt Artner. In dieser einen Aussage steckt die ganze Saison von Oberloisdorf. Das Team war in der Lage, Spiele offen zu gestalten und offensiv viel zu produzieren, es hat sich diesen Ertrag aber nicht immer abgesichert. Gerade in den letzten Wochen war dieses Bild noch einmal deutlich zu erkennen. Auf ein 3:3 gegen SC Neudörfl folgten klare Niederlagen gegen Rohrbach und ASK Neutal, gegen SV Lackenbach gab es ein torreiches 5:6, ehe zum Abschluss gegen ASKÖ Kobersdorf noch ein deutlicher Sieg gelang. Artner leitet daraus den klaren Auftrag für die neue Saison ab: „Da müssen wir auf jeden Fall ansetzen und schauen, dass wir gegen den Ball noch besser und geschlossener arbeiten. Wir haben letzten Sommer viel verändert und wollten trotz unserer Herausfordererrolle eine mutige Spielweise an den Tag legen. Auch die defensiven Abläufe haben wir im Laufe der Saison phasenweise wirklich gut hinbekommen. Durch individuelle Fehler und fehlende Konstanz haben wir uns das Leben aber oft selbst schwer gemacht. Zudem haben wir in den Spielen, in denen wir nicht an unser Leistungsmaximum gekommen sind, gesehen, dass du gegen jede Mannschaft in dieser Liga schnell auch mal zwei, drei Tore kassieren kannst – und ein Spiel dann auch mal deutlich aus der Hand gerät.“ 

Abgänge tun weh, neue Spieler sollen das Gefüge auffangen

Der Sommer bringt in Oberloisdorf nun auch personell Bewegung, und gerade die prominenten Abgänge werden nicht leicht zu ersetzen sein. Mit Zoltan Ferencz verliert der Klub seinen Torjäger, dazu verlassen unter anderem Marcel Art, Dániel Szvoboda und Tormann Daniel Darabont die Kampfmannschaft. Auch Benjamin Jandrasits, Marco Art und Erik Krancz gehören zu den Spielern, die nicht mehr da sind. Besonders bei Ferencz macht Artner keinen Hehl daraus, dass dieser Verlust ins Gewicht fällt. „Unser Stürmer Zoltan Ferencz, der 30 Tore geschossen hat, war sowohl charakterlich als auch als Spieler eine Bereicherung. Es war toll, mit ihm zu arbeiten und er hat sich im Laufe des Jahres vom Mittelfeldspieler zu einem echten Torjäger entwickelt“, sagt er. Gleichzeitig verweist der Trainer darauf, dass die gute Saison nicht an einem einzelnen Mann hing. „Das Gesamtgefüge hat es ermöglicht, dass wir diese Platzierung und diese Punkteanzahl erreicht haben“, betont Artner. Genau dieses Gefüge soll nun mit den Neuen wieder entstehen. Marco Cividino kommt als „routinierter Tormann“, der laut Artner nicht nur sportlich, sondern auch „in der Kabine helfen wird“. Bendeguz Bertha bringt als großgewachsener Innenverteidiger vieles mit, was sich weiterentwickeln lässt. Arda Aci beschreibt Artner als flexiblen Spieler mit guter Technik und großem Potenzial. 

Der Blick geht nach vorne, aber ohne große Töne

Die Zielsetzung für die kommende Saison formuliert Artner bewusst nüchtern. Oberloisdorf will an das anknüpfen, was über weite Strecken gut funktioniert hat, weiß aber gleichzeitig, dass der Umbruch nicht spurlos vorbeigehen wird. „Wenn wir annähernd dort anknüpfen können, wo wir jetzt aufgehört haben, wäre das schon ganz toll“, sagt er. Dass wichtige Spieler verloren gegangen sind, blendet er dabei nicht aus. „Wir haben natürlich wichtige Spieler verloren, aber haben vor allem auch junge Spieler mit Potenzial dazubekommen“, so Artner. Gerade deshalb setzt er weniger auf einzelne Unterschiedsspieler als auf die mannschaftliche Ordnung. „Wir haben jetzt vielleicht nicht die absoluten Ausnahmespieler drinnen, aber wir wollen im Gefüge wieder unsere Prinzipien auf den Platz bringen und stark auftreten“, lautet seine Einschätzung. Positiv ist aus seiner Sicht, dass personell aktuell nahezu alle fit sind und auch im Umfeld der Reserve ein neuer Anlauf genommen wird. Dort soll ein neues Trainerteam wieder mehr Schlagkraft entwickeln. Für die Liga ordnet Artner den Aufsteiger SV Lackenbach als „verdient“ ein und sieht auch Rohrbach weiterhin vorne. Für Oberloisdorf selbst lautet die Hoffnung, bis zum Saisonstart wieder eine gefestigte Truppe auf dem Platz zu haben. „Ich denke, dass sich aus dem Stamm der Mannschaft vom letzten Jahr und den Neuzugängen wieder etwas richtig Cooles entwickeln kann. Trotz allem gehören wir von unseren Möglichkeiten her weiterhin zu den kleinsten Vereinen der Liga und wollen uns Woche für Woche über unser Mannschaftsgefüge und unsere Spielweise behaupten“, sagt Artner und genau darauf wird es nach diesem Rekordjahr ankommen.