Zum Auftakt der II. Liga Mitte haben sich ASV Draßburg und ASK Marz 2:2 getrennt. Aus Sicht von Marz-Trainer Thomas Urbanek war es ein Spiel, in dem seine Mannschaft vieles richtig gemacht, sich für den Aufwand aber nicht ausreichend belohnt hat. Vor allem nach der Pause sah er die besseren Möglichkeiten bei seinem Team, das nach einem Rückstand die Partie zwischenzeitlich sogar gedreht hatte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Thomas Urbanek sah zunächst genau den Beginn, den er sich von seiner Mannschaft erwartet hatte. „Wir haben gut ins Spiel hineingefunden, die ersten zwanzig Minuten guten Fußball gespielt und sind zu guten Torchancen gekommen“, sagte der Trainer des ASK Marz. Umso bitterer war aus seiner Sicht, dass trotzdem zuerst der ASV Draßburg jubelte. Beim 1:0 durch Enes Sagir in der 19. Minute verteidigten die Gäste eine Standardsituation nach Urbaneks Einschätzung nicht gut genug. „Da waren wir nicht aggressiv genug“, erklärte er. Marz blieb aber im Spiel, hatte weiter die Initiative und kam in der 25. Minute durch Samuel Kovalčin zum 1:1. Auch danach riss der Faden nicht ab. In der 36. Minute brachte Frantisek Lady die Gäste mit 2:1 in Führung. Kurz vor der Pause kam dann aber noch der Ausgleich, als Enes Sagir in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 2:2 machte. Auch dieses Gegentor ordnete der Trainer klar ein: „Da haben wir auf der rechten Seite schlecht verteidigt.“
Mit dem Verlauf der zweiten Halbzeit haderte Urbanek dann noch mehr, weil er sein Team dort leicht im Vorteil gesehen hatte. „Vielleicht waren die Spielanteile ein bisschen mehr bei uns. Wir haben auch die besseren Chancen gehabt“, sagte er. Genau dort lag für ihn am Ende auch der Unterschied zwischen einem Unentschieden und einem möglichen Auswärtssieg. Ein Kopfball sei zu zentral ausgefallen, einmal sei seine Mannschaft allein vor dem Tor gewesen und habe „die falsche Entscheidung getroffen“. Dazu kamen noch weitere Szenen im Strafraum, in denen ASK Marz aus seiner Sicht zu langsam abschloss. „Zwei-, dreimal haben wir im Strafraum die Chance gehabt. Wenn wir vielleicht gleich mit dem ersten Kontakt abschließen, machen wir das Tor“, meinte Urbanek. Deshalb blieb nach dem Schlusspfiff das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. „Aufgrund der Chancen, die wir gehabt haben, hätten wir das Spiel durchaus gewinnen können“, sagte der Marzer Trainer, der zugleich einräumte, dass auch der Gegner seine Momente hatte und die Partie damit in beide Richtungen hätte kippen können.
Gerade deshalb fiel Urbaneks Gesamtbewertung zweigeteilt aus. Mit dem Ergebnis war er nicht voll zufrieden, mit dem Auftritt seiner Mannschaft dagegen schon. „Die Mannschaft war gut eingestellt, jeder hat neunzig Minuten Vollgas gegeben, obwohl die Temperaturen sehr hoch waren“, sagte er. Auch spielerisch gefiel ihm vieles. Er sprach von wenigen Ballfehlern, einem gut laufenden Ball und mehreren sauber herausgespielten Chancen. Dass seine Mannschaft diese Dinge auf einem aus seiner Sicht eher schlechten Platz in Draßburg gezeigt habe, wertete er zusätzlich positiv. Gleichzeitig verschwieg Urbanek nicht, was aus seiner Sicht gefehlt hat. „In Wahrheit war es die Chancenauswertung“, sagte er offen, auch wenn er ergänzte, dass die Defensivleistung in Summe ordentlich gewesen sei und man ohnehin nie alles verhindern könne. Den ASV Draßburg bezeichnete er als „sehr guten Gegner“ mit Qualität und einer guten Offensive, die Schiedsrichterleistung nannte er „sehr gut“. So bleibt für ASK Marz zum Start ein Punkt, der nach dem Spielverlauf ordentlich ist, sich nach den Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit aber dennoch nicht wie das Maximum anfühlt.