Spielberichte

„Wir hätten uns mindestens einen Punkt verdient“ – Neutal hadert nach 1:2 mit Chancen und einem aberkannten Tor

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
ASV Draßburg
ASK Neutal

In der II. Liga Mitte setzte sich ASV Draßburg am Freitagabend gegen ASK Neutal mit 2:1 durch, doch aus Sicht der Gäste fühlte sich diese fünfte Runde ganz anders an, als es das nackte Ergebnis zeigt. Trainer Dieter Komanovits sprach nach dem Schlusspfiff von einer „sehr, sehr unglücklichen Niederlage“, sah seine Mannschaft über weite Strecken als das aktivere Team und haderte mit liegengelassenen Chancen und einer strittigen Szene beim Stand von 1:1.


Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von sieben Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Neutal belohnt sich nach gutem Beginn zu wenig

Komanovits musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, woran sich seine Enttäuschung festmachte. „Leider gewinnt im Fußball nicht immer die bessere, sondern manchmal auch die glücklichere Mannschaft. Das war diesmal so“, sagte der Neutaler Trainer. Aus seiner Sicht hatte seine Elf von Beginn an mehr vom Spiel und setzte den eigenen Plan gerade im ersten Durchgang ordentlich um. „Wir waren die klar dominierende Mannschaft und hätten das Spiel eigentlich schon in der ersten Halbzeit für uns entscheiden können“, so Komanovits. Stattdessen ging Draßburg in der 28. Minute durch Berkant Cuhadar mit 1:0 in Führung. Besonders ärgerlich für die Gäste: Der Treffer fiel nach einer Standardsituation, die der Coach als schlecht verteidigt beschrieb. Neutal ließ sich davon aber nicht lange bremsen. Daniel Hammerschmiedt stellte in der 30. Minute rasch auf 1:1, womit zumindest das Ergebnis wieder geradegerückt war. Zur Pause blieb aus Sicht der Gäste trotzdem das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre.

Nach dem Ausgleich bleibt Neutal am Drücker, Draßburg trifft erneut

Auch nach dem Seitenwechsel sah Komanovits seine Mannschaft zunächst in der besseren Rolle. „Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr dominant gespielt. Ab der 46. Minute war der Ballbesitz wahrscheinlich 65 zu 35 für uns“, erklärte er. Gerade deshalb traf ihn das 2:1 in der 70. Minute besonders. Andras Kilin brachte Draßburg wieder nach vorne, obwohl der Neutaler Trainer seine Mannschaft bis dahin weiterhin als spielbestimmend wahrgenommen hatte. Für ihn kam der Treffer „wie aus dem Nichts“. Komanovits verwies dabei aber nicht nur auf den Spielverlauf, sondern auch auf die personelle Lage. Neutal sei stark ersatzgeschwächt in die Partie gegangen, mehrere Stammspieler hätten gefehlt, teils wegen Verletzungen, teils wegen einer Sperre. Dazu habe Draßburg in der zweiten Halbzeit noch „zwei sehr gute Spieler“ bringen können. Dass einer dieser Wechselspieler dann auch das Siegtor erzielte, passte für den Coach zu einem Abend, an dem für seine Mannschaft vieles gegen den verdienten Ertrag lief.

Ein aberkanntes Tor, viel Ärger und trotzdem Zuversicht

Richtig hängen blieb bei Komanovits vor allem eine Szene beim Stand von 1:1. Aldin Salihovic traf aus seiner Sicht zur möglichen Neutaler Führung, doch der Treffer wurde nicht gegeben. „Der Schiedsrichter hat bereits zur Mittellinie gezeigt, dann war plötzlich die Fahne des Linienrichters oben“, schilderte der Trainer die Situation. Nur wenig später fiel auf der anderen Seite das entscheidende 2:1, das er als „leicht abseitsverdächtig“ einordnete. Den Unparteiischen insgesamt nahm Komanovits aber ausdrücklich in Schutz. „In Summe war die Schiedsrichterleistung sehr gut“, sagte er, schob nur nach, dass der Linienrichter „nicht immer Herr der Lage“ gewesen sei. Trotz aller Enttäuschung wollte der Trainer aus der Niederlage auch Positives mitnehmen. „Ich kann meiner Mannschaft heute nichts vorwerfen“, betonte er. Einstellung und Positionsspiel seien in Ordnung gewesen, alle Spieler hätten sich an den Matchplan gehalten. Komanovits bescheinigte Draßburg zwar eine gute Mannschaft mit schnellen Offensivspielern, meinte aber auch, dass seine Elf diese über weite Strecken gut im Griff gehabt habe. Umso mehr wurmte ihn, dass die Effizienz vor dem Tor fehlte. Gerade weil Neutal aktuell viele Ausfälle mit sich herumschleppt und ohne seine verletzten Legionäre antreten musste, wertete er den Auftritt dennoch als Schritt nach vorne: „Es war spielerisch viel besser als letzte Woche.“ Die Punkte blieben in Draßburg, doch aus Sicht der Gäste soll genau diese Leistung die Grundlage für die nächsten Spiele sein.

II. Liga Mitte: ASV Draßburg : Neutal - 2:1 (1:1)

  • 70
    Andras Kilin 2:1
  • 30
    Daniel Hammerschmiedt 1:1
  • 28
    Berkant Cuhadar 1:0