In der II. Liga Mitte trennten sich SV Schattendorf und Sportclub Lockenhaus-Rattersdorf mit 1:1. Lange sprach alles für ein torloses Remis, weil beide Seiten sehr kompakt standen und kaum Chancen zuließen. Erst in den Schlussminuten trafen Niklas Grosinger und Roman Bobak. Schattendorfs Trainer Gerald Linshalm sprach danach von einem "gerechten Unentschieden", obwohl seine Mannschaft nach der Pause mehr vom Spiel gehabt habe.

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Schon der Pausenstand sagte viel über diese Partie aus. Mit dem 0:0 nach 45 Minuten hatte sich genau jenes Bild verfestigt, das Gerald Linshalm später beschrieb. "Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel, in dem beide Mannschaften sehr viel Wert auf die defensive Kompaktheit gelegt haben", sagte der Schattendorfer Trainer. Entsprechend schwer war es für beide Teams, wirklich klare Möglichkeiten herauszuspielen. Schattendorf stand ordentlich, ließ die Stärken der Gäste nur selten aufkommen und hatte damit genau jenen Zugriff, den sich Linshalm gewünscht hatte. Gleichzeitig fehlte auf der anderen Seite aber die Leichtigkeit mit Ball, um selbst häufiger in gute Abschlusspositionen zu kommen.
Vor allem in der zweiten Halbzeit sah Linshalm seine Mannschaft dann etwas aktiver. "Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile, kamen mit kleinen Umstellungen gut aus der Kabine", hielt er fest und sprach auch von einer Phase, in der für seine Elf mehr möglich gewesen wäre. "In dieser Drangphase hätten wir das 1:0 machen können oder müssen um als Sieger vom Platz zu gehen", meinte der Trainer, der insgesamt aber auch selbstkritisch blieb. "Im Spiel mit dem Ball hatten wir aber sicher nicht unseren besten Tag." Genau darin lag aus seiner Sicht der Grund, warum die Überlegenheit nach der Pause nicht in ausreichend gefährliche Torchancen umgemünzt werden konnte. Schattendorf war zwar präsenter, kam aber nicht oft genug zu jener Klarheit, die ein solches Spiel frühzeitig hätte kippen lassen.
Dass diese Partie erst ganz spät aufging, passte zum bisherigen Verlauf. Linshalm nannte die beiden Szenen in der Endphase deshalb auch klar die entscheidenden Momente des Abends. In der 87. Minute brachte Niklas Grosinger Lockenhaus in einer Eins-gegen-Eins-Situation vor dem Schattendorfer Tor mit 1:0 in Führung. Für die Gastgeber sah es damit kurz vor Schluss nach einer bitteren Niederlage aus. Doch Schattendorf kam noch einmal zurück. In der Nachspielzeit wurde Julian Salamon im Strafraum zu Fall gebracht, Roman Bobak verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:1. "Am Ende war es aufgrund des Spielverlaufs und der und dem Ausgeleich in den letzten Minuten ein faires 1:1. Toll von unserer Mannschaft, dass sie den Kopf nach dem Gegentreffer gehoben haben und nochmal dran gelaubt und alles investiert haben. ", sagte Linshalm.
Dass Linshalm mit dem Remis leben konnte, lag auch an der Qualität des Gegners. Er sprach von einem "sehr guten Gegner" und erinnerte daran, dass Lockenhaus vor dieser Runde ganz vorne dabei gewesen war. Besonders die Mischung gefiel ihm: junge, dynamische Spieler aus den eigenen Reihen und dazu Akteure, die mit Technik und Tempo gefährlich werden können. Umso wichtiger war aus Sicht der Gastgeber, dass die defensive Ordnung hielt. "Wir haben die Stärken des Gegners über Stecke sehr gut im Griff gehabt", sagte Linshalm. Eine leicht strittige Szene vor dem Ausgleich, in der Schattendorf einen Elfmeter reklamierte, änderte für ihn nichts am Gesamtbild, zumal er auch die Leistung des Schiedsrichters als insgesamt als "sehr gut" einordnete. Für Schattendorf bleibt damit ein Punkt, der auf einer stabilen Basis aufbaut, auch wenn Linshalm für die nächsten Aufgaben einen weiteren Fortschritt und wieder 3 Punkte im Derby sehen möchte.