In der II. Liga Nord drehte der SC Gattendorf ein 0:1 gegen den UFC Tadten in ein 2:1. Nach der Führung der Gäste durch Tomas Kadik (37.) kam Gattendorf stark aus der Kabine: Der 15-jährige Debütant Sebastian Sieberer glich kurz nach Wiederbeginn aus (49.), Lubomir Chovanko besorgte nach einer Ecke den Siegtreffer (73.). Trainer Dietmar Bader sprach von einem spürbaren Ruck nach dem Ausgleich und lobte die Leidenschaft seiner Mannschaft.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Gattendorf brauchte etwas, um in die Partie zu finden. „In der ersten Hälfte war Tadten die dominierende Mannschaft, wir haben aber gut verteidigt. Unser Tormann hat zwei gute Chancen entschärft“, ordnete Dietmar Bader ein. Mit zunehmender Dauer befreite sich sein Team und setzte Nadelstiche: Ein guter Abschluss zwang den Gästekeeper zu einer Parade, nach einem Corner ergab sich eine Top-Kopfballchance, die laut Bader „den Ausgleich hätte bringen können“. Stattdessen klingelte es auf der anderen Seite: In Minute 37 staubte Tomas Kadik zum 0:1 ab, nachdem Gattendorf einen Eckball nur kurz klären konnte. „Nach einem Corner für Tadten wurde zu kurz abgewehrt, der Ball fiel ihnen vor die Füße und er musste ihn nur über die Linie drücken“, schilderte Bader den Rückstand, der auch den Halbzeitstand bedeutete.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie spürbar. „Der Start ist uns gelungen: Der 1:1-Ausgleich eines 15-Jährigen, der erstmals in der Kampfmannschaft gespielt hat, war der Knackpunkt“, sagte Bader. Der Debütant hieß Sebastian Sieberer – und wie: „Er hat sich ein Herz genommen, den Ball hervorragend getroffen und ins Kreuzeck versenkt.“ Der Ausgleich beflügelte Gattendorf. „Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Man hat gemerkt, dass wir mehr wollen, mit Einsatz und Laufbereitschaft Druck machen können.“ Ein Schuss an die Stange war Vorbote des Siegtors. Das 2:1 fiel nach einer Ecke: Der Ball klatschte an die Innenstange; der erste Nachschuss wurde noch pariert, der zweite saß – Lubomir Chovanko drückte schließlich ein. Danach kontrollierte Gattendorf weitgehend. Einmal wurde es brenzlig, als der Keeper unterlaufen wurde und der Ball nach abgefälschtem Schuss an die Innenstange sprang. „Da hätte man Foul am Tormann pfeifen können, das hat er nicht getan“, so Bader, insgesamt aber: „Der Schiedsrichter war in Ordnung.“
In der Analyse hob der Trainer vor allem die Achse hinten und die Arbeit gegen den Ball hervor. „Herausragend war Andreas Schulcz, der als Innenverteidiger die Abwehr zusammengehalten hat.“ Auf der rechten Seite ackerte Dominik Krankl unermüdlich. „Er hat eine Laufbereitschaft gezeigt, die sehenswert war, und die anderen mitgerissen.“ Und vorne die Geschichte des Tages: „Der 15-jährige Debütant hat locker drauflos gespielt – wunderbar zuzuschauen.“ Respekt gab es auch für den Gegner: „Man darf nicht vergessen, Tadten war bis gestern die zweitbeste Frühjahrsmannschaft und hat das vor allem in Hälfte eins gezeigt.“ Für die kommenden Wochen bleibt die To-do-Liste klar: „An der Vorwärtsbewegung müssen wir noch zulegen“, betonte Bader. Personell wird er umbauen müssen: „Veränderungen wird es geben, weil wir zwei gesperrte Spieler haben.“ Trotz Ausfällen, die Gattendorf schon das ganze Frühjahr begleiten, bleibt die Marschroute: „Ich hoffe, dass wir mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft weiterspielen.“