Im Duell der II. Liga Nord kam der SC Freistadt Rust gegen den FC Andau trotz klarer Feldvorteile nur zu einem 0:0. Rust hatte über weite Strecken mehr vom Spiel, biss sich aber an den tief stehenden Gästen die Zähne aus. Trainer Özgür Nurlu sprach von viel Ballbesitz, späten Großchancen und großer Enttäuschung – „am Ende hat uns nur das Tor gefehlt“.

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Rust übernahm früh das Kommando und ließ den Ball laufen. „Aus meiner Sicht war das Spiel wieder unter unserer Kontrolle. Wir haben gut gespielt“, sagte Trainer Özgür Nurlu. Der Coach zeichnete ein klares Bild der ersten Hälfte: „Sie hatten zwei Standards: ein Freistoß an die Stange und nach einem Eckball eine Chance. Ansonsten kam kein Schuss auf unseren Tormann.“ Laut Nurlu hatte seine Elf „vor der Pause rund 70 Prozent Ballbesitz“ und Andau „hat sehr defensiv gespielt, ist im eigenen Raum geblieben“. Trotz der Überlegenheit fand Rust vor dem Tor zunächst keinen Durchbruch – zur Halbzeit stand es 0:0, die Partie blieb ein Geduldsspiel.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich, Rust drückte noch stärker. „In der zweiten Halbzeit hatten wir etwa 80 Prozent Ballbesitz, genug Chancen – aber wir haben das Tor nicht gefunden“, so Nurlu. Besonders die Schlussphase beschäftigt ihn: „In den letzten fünfzehn Minuten hatten wir drei hundertprozentige Chancen. Wir glauben noch immer nicht, wie das kein Tor geworden ist.“ Entsprechend fiel sein Fazit aus: „Das Unentschieden ist für uns überhaupt nicht in Ordnung, wenn man sieht, wie wir gespielt und welche Chancen wir hatten, besonders am Ende.“ Der Frust saß tief: „Nach dem Abpfiff waren alle am Boden – so enttäuscht, als hätten wir 0:5 verloren.“ Andau verteidigte den Punkt mit großem Einsatz, Rust suchte vergeblich den entscheidenden Stich.
Diskussionsstoff gab es laut Nurlu gleich zu Beginn: „In der dritten Minute machen wir ein Tor, es wird auf Abseits entschieden. Aus meiner Sicht war das kein Abseits.“ Trotzdem stellte er dem Unparteiischen ein gutes Zeugnis aus: „Der Schiedsrichter hat insgesamt super gepfiffen. Es war die Seite ohne Linienrichter, das ist schwer, und ich mache da keinen Vorwurf.“ Zum Gegner meinte er: „Andau war über weite Strecken mit zehn Mann hinten drin und hat sehr defensiv gespielt. Man hat gesehen, dass sie mit einem Punkt sehr glücklich wären – und das sind sie am Ende auch gewesen.“ Was fehlt Rust? „Wir müssen die Tore machen, viel früher erledigen und dem Gegner die Motivation nehmen. Da vorne fehlt manchmal die letzte Kreativität.“
In der Tabelle bleibt Rust weiter vorne unterwegs, und der Coach richtet den Fokus auf die nächsten Wochen: „Wir müssen dranbleiben, an uns und unser Spiel glauben, ruhig bleiben und weiter unseren Fußball spielen. Dann holen wir die drei Punkte, die wir uns mit solchen Leistungen verdienen.“