Spielberichte

„Wir wollen in der Landesliga bleiben“ – Nurlu über Rusts Umbruch und Meistertitel

SC Rust

Nach einem radikalen Verjüngungskurs hat der SC Freistadt Rust die II. Liga Nord mit 52 Punkten gewonnen. Trainer Özgür Nurlu erklärt den Weg zum Titel, den neu aufgestellten Kader und ein klares Ziel für die kommende Saison: in der Landesliga ankommen und drinnen bleiben. „Die Stimmung ist top“, sagt er – am Sportplatz wird schon eifrig gearbeitet. In der Vorbereitung wartet unter anderem ein Test gegen den SV Donau am 3. Juli sowie ein Gedenkturnier in St. Margarethen.


Weiß-Blauer Ball auf Rasen

Foto von Mick Haupt auf Unsplash

Vom Umbau zum Titel: Rust verjüngt, wächst zusammen – und liefert

Özgür Nurlu beginnt sein Resümee mit dem Kern der Erfolgsgeschichte: „Wir haben unsere Mannschaft umgebaut. Wir waren im Schnitt 31 Jahre alt, jetzt sind wir bei 23. Viel jünger, neue Spieler – ein super Team ist zusammengewachsen. Wir haben eine sehr erfolgreiche Saison gespielt und sind Meister geworden.“ Die Zahlen untermauern die Entwicklung: Von Rang 14 nach der ersten Runde kletterte Rust früh nach oben, übernahm in Runde 14 erstmals die Spitze, fiel nur kurz zurück und brachte den ersten Platz bis zum Schluss sicher heim. Nurlu spürt die Euphorie im Ort: „Alle sind superglücklich über den Meistertitel und genießen das.“ Gleichzeitig bleibt der Coach bodenständig und richtet den Blick nach vorne: „Unser Ziel ist einfach, nächstes Jahr in der Landesliga in der Liga zu bleiben.“ Dass die Mannschaft diesen nächsten Schritt ernst nimmt, zeigt der Ton im Verein – voller Freude, aber ohne Übermut.

Abgänge, Zugänge, Blessuren: Nurlu schärft die Kaderbreite

Der Meisterkader verändert sich, und Nurlu benennt es offen: „Unsere zwei brasilianischen Innenverteidiger, Luiz und Harley, müssen leider nach Brasilien zurück. Gergö Nemeth wird uns auch verlassen.“ Zudem trifft es die Torhüterposition: „Julian Leitgeb wird uns wegen seines Berufs verlassen.“ Auf der Habenseite stehen gezielte Verstärkungen: „David Kondrik kommt von Winden. Izi Mandalovic kehrt zurück, er ist sozusagen ein Ruster. Und mit Julian Gruber von St. Georgen holen wir einen jungen Spieler mit Potenzial.“ Komplett ist die Liste noch nicht: „Zwei, drei wichtige Ergänzungen sind geplant – wenn alles offiziell bestätigt ist, können wir das sagen.“ Auch das Lazarett hat der Trainer im Blick: „Alexander Fiedler, Andres Manya und auch der neue Izi Mandalović sind derzeit verletzt. Spätestens Ende der Vorbereitung sollten sie aber wieder richtig mit uns trainieren.“ Der Anspruch ist klar: „Wir haben die Kaderbreite verbessert. Heuer wollen wir mehr Jungs auf der Bank haben, die reinkommen und helfen können.“

Vorbereitung, Gegner, Helfer: Rust stellt die Weichen für die Landesliga

Die Vorbereitung ist strukturiert angelegt. „Alle Spieler machen bereits ihre Heimläufe, danach starten wir gemeinsam“, sagt Nurlu. Geplant sind „fünf, sechs Testspiele plus ein Cup-Spiel“, fix ist unter anderem der Auftritt gegen den SV Donau am 3. Juli. Dazu nennt der Coach Partien gegen Wulkaprodersdorf, Zemendorf und Rechnitz sowie das Gedenkturnier in St. Margarethen. Trainiert wird mit einer breiten Gruppe: „Für die Kampfmannschaft planen wir 20 bis 22 Spieler. Wenn es Verletzungen gibt, werden wir mit 18, 19 Spielern arbeiten.“ Sportlich bleibt Nurlu realistisch, aber zuversichtlich: „Die Landesliga ist für uns alle neu. Wir bereiten uns bestmöglich vor und hoffen, dass wir uns schnell an die Liga gewöhnen. Unsere Spieler und die Zuschauer sollen wieder Spaß an unseren Matches haben.“ Beeindruckt haben ihn heuer auch die Verfolger: „Hornstein war bis zum Ende im Titelkampf, Wimpassing hat in der Rückrunde sehr gut gespielt.“ Zum Schluss hebt der Trainer etwas hervor, das in Rust gerade viel zählt: „Ich möchte mich bei den vielen freiwilligen Helfern bedanken. Bei dieser Hitze am Sportplatz zu arbeiten – das ist nicht selbstverständlich. Wir sind sehr dankbar.“