In der II. Liga Nord hat der SC Kittsee die Saison auf Rang vier beendet und damit eine starke Grundlage gelegt. Trainer Martin Grabenbauer spricht von einem "im Großen und Ganzen positiven" Rückblick, obwohl seine Mannschaft immer wieder mit Ausfällen leben musste. Kittsee arbeitete sich im Saisonverlauf weit nach vorne, hielt sich lange in der Spitzengruppe und will nun spielerisch weiter zulegen, junge Spieler stärker einbauen und auf die Rückkehr verletzter Akteure hoffen.
Der Rückblick des Trainers fällt nicht deshalb ordentlich aus, weil alles glatt gelaufen wäre, sondern gerade weil seine Mannschaft schwierige Phasen gut abgefedert hat. Kittsee startete auf Rang zehn, arbeitete sich Woche für Woche nach vorne, lag nach Runde 19 und 20 sogar auf Platz zwei und schloss die Spielzeit schließlich als Vierter mit 43 Punkten ab. Grabenbauer bringt genau diesen Weg auf den Punkt: "Wir hatten viel mit Verletzungen zu kämpfen, haben das aber immer wieder gut weggesteckt." Für ihn war entscheidend, dass seine Mannschaft trotz der vielen Umstellungen nicht den Faden verlor. "Wir waren auf einem guten Weg, spielerisch und taktisch eine gute Mannschaft zu werden", sagt er, und genau diese Entwicklung ist aus seiner Sicht ein zentraler Teil dieses positiven Rückblicks.
Trotz des guten Tabellenbilds sieht der Trainer keinen Grund, sich zurückzulehnen. Grabenbauer macht klar, wo er den nächsten Schritt erwartet: "Spielerisch müssen wir uns wieder weiterentwickeln." Das ist keine Floskel, sondern die klare Linie für die nächsten Monate. Gleichzeitig soll der Kader verjüngt und breiter werden. "Wir wollen die jungen Spieler integrieren und ihnen sukzessive mehr Verantwortung übertragen", erklärt der Kittsee-Coach. Dass er dabei nicht einzelne Akteure herausheben will, passt zu seiner Sicht auf die Mannschaft. "Wir wissen, was wir an jedem einzelnen Spieler haben", sagt Grabenbauer. Für ihn steht das Kollektiv im Vordergrund, und genau dieses Mannschaftsgefühl sei ein wichtiger Grund gewesen, warum Kittsee auch in schwierigeren Phasen in der Spur geblieben ist.
Auch abseits des Rasens bleibt es beim SC Kittsee vergleichsweise ruhig. Im Trainerteam und auf Funktionärsebene gibt es laut Grabenbauer keine Änderungen, größere Umbauten im Vereinsumfeld stehen ebenfalls nicht an. Im Kader selbst meldet der Coach nur wenig Bewegung. Ein Spieler habe seine Karriere beendet, dazu kommt mit Michael Slezak ein Rückkehrer, der "auf den Außenbahnen oder im Sturm" einsetzbar ist und den Kader variabler machen soll. Dazu richtet sich der Blick auf die verletzten Spieler. Bei Tobias Wisak und Ibrahim Kamasik ist Geduld gefragt, nachdem beide nach ihren Operationen auf dem Weg der Besserung sind. Grabenbauer formuliert es bewusst vorsichtig: Man werde sehen, "wie lange sie noch brauchen, bis sie hundertprozentig einsteigen können beziehungsweise wieder spielfit sind".
Wenn Grabenbauer auf die Liga blickt, nennt er mit SC Rust und SV Wimpassing zwei Mannschaften, die ihn besonders überzeugt haben. "Die haben wirklich guten Fußball gezeigt, waren spielerisch sehr gut und wirklich eine Bereicherung", sagt er. Auch das zeigt, wo Kittsee selbst hinwill: zu noch mehr spielerischer Klarheit, ohne die man in dieser Liga ganz vorne nur schwer bestehen kann. Die Ausgangslage dafür ist nach Rang vier jedenfalls ordentlich. Dazu kommt, dass der Verein mit der angekündigten 35-Jahr-Feier noch ein eigenes Highlight vor sich hat. Sportlich bleibt die Marschrichtung aber klar: die Entwicklung fortsetzen, die jungen Spieler weiter heranführen und aus einer Saison, die trotz aller Ausfälle positiv bewertet wird, den nächsten Schritt machen.