Nach dem Aufstieg in die II. Liga Nord in der Saison 2024/25 benötigte der SC Rust zunächst etwas Zeit, um sich in der neuen Spielklasse zurechtzufinden. Am Ende der ersten Saison stand ein solider neunter Tabellenrang zu Buche. Bereits damals war aber erkennbar, dass in der Mannschaft Potenzial steckt und sich der Verein sportlich in die richtige Richtung entwickelt.
Nur ein Jahr später gelang dann der große Schritt nach vorn. Der SC Rust präsentierte sich deutlich gefestigter, reifer und vor allem konstanter. Die Mannschaft steigerte sich in nahezu allen Bereichen und krönte ihre starke Saison schließlich mit dem Meistertitel. Damit fixierte der Verein den Aufstieg in die Burgenland-Energie-Landesliga und schrieb ein weiteres erfreuliches Kapitel in seiner jüngeren Vereinsgeschichte.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war zweifellos die enorme Offensivstärke. Mit 68 erzielten Treffern stellte der SC Rust die gefährlichsten Angriffsreihen der Liga und zeigte eindrucksvoll, wie schwer die Mannschaft über die gesamte Saison hinweg zu verteidigen war. Besonders Christiano Grigorio Barbosa Filho drückte der Offensive seinen Stempel auf. Mit 23 Treffern krönte er sich zum Torschützenkönig und hatte damit maßgeblichen Anteil am sportlichen Höhenflug seiner Mannschaft.
Nicht minder hoch einzuschätzen ist die kontinuierliche Arbeit von Trainer Özgür Nurlu. Seit 2018 ist er im Verein tätig und hat es verstanden, die Mannschaft Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Aus einem soliden Team formte er über die Jahre eine echte Spitzenmannschaft, die nicht nur offensiv überzeugte, sondern auch als geschlossene Einheit auftrat. Besonders die starke Auswärtsbilanz erwies sich letztlich als einer der entscheidenden Faktoren im Titelrennen. Der SC Rust punktete auch auf fremden Plätzen konstant und legte damit die Grundlage für den verdienten Meistertitel und den Aufstieg in die Burgenland-Energie-Landesliga.
Ligaportal.at sprach mit Obmann David Stagl darüber, ob er vor der Saison mit diesem Erfolg gerechnet hat, welche Rolle Trainer Özgür Nurlu und Goalgetter Christiano Grigorio Barbosa Filho spielten, wie die Kaderplanung aussieht und welche Ziele man sich für die kommende Saison setzt.
Ligaportal: Haben Sie zu Saisonbeginn, nach nur einem Jahr in der II. Liga Nord, damit gerechnet, um den Aufstieg mitspielen zu können?
David Stagl: „Nein, eigentlich nicht, weil im Sommer bis jetzt nicht wirklich absehbar war, wohin die Reise gehen wird. Im Verein herrschte damals eine merkwürdige Stimmung. Über die gesamte Saison hinweg haben wir dann aber eine perfekte Leistung gezeigt, obwohl wir nicht optimal gestartet sind. Die Mannschaft wurde vom Trainer so eingestellt, dass sie in jedem Spiel auf Sieg spielt. Dadurch ist uns nach 60 Jahren wieder der Aufstieg in die Burgenlandliga gelungen.“
Ligaportal: Gab es einen bestimmten Zeitpunkt in der Saison, an dem Sie gespürt haben: Ja, das kann wirklich mit dem Aufstieg klappen?
Stagl: „Der wichtigste Sieg war für mich jener in Hornstein. Wie wir dort als kompakte Mannschaft aufgetreten sind, war beeindruckend. Es war ein intensives Spiel mit hart geführten Zweikämpfen. Dieses Match war meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg.“
Ligaportal: Anscheinend war auch Ihr Goalgetter ein entscheidender Faktor für den Meistertitel. Wie sehen Sie das?
Stagl: „Das stimmt. Christiano Grigorio Barbosa Filho ist in jeder Saison gut für mindestens 20 Tore. Auch wenn er in dieser Saison nicht immer seinen besten Tag hatte, war er natürlich wieder ein sehr wichtiger Spieler für uns.“
Ligaportal: Welchen Anteil hat Trainer Özgür Nurlu an diesem Erfolg?
Stagl: „Er ist der beste Trainer, den ich in meiner aktiven Zeit als Spieler erlebt habe. Menschlich ist er top, primär in der Art und Weise, wie er mit den Spielern umgeht. Er ist ehrlich, hat eine klare Linie und stellt die Mannschaft jede Woche ideal auf den kommenden Gegner ein. Auch junge Spieler kommen seinetwegen zu uns in den Verein. Insgesamt ist aber der komplette Trainerstab für diesen Erfolg verantwortlich.“
Ligaportal: Wie sieht es mit Transfers im Sommer aus? Gibt es bereits fixe Abgänge oder Zugänge?
Stagl: „Bei den Abgängen haben wir die beiden Brasilianer Harley Genezio Santana da Silva und Luiz Gustavo Fernandes Nascimen, die leider kein Visum erhalten haben. Des Weiteren geht Julian Alexander Leitgeb wieder zurück nach Sankt Margarethen, und Gergö Nemeth wechselt zu Sankt Andrä.
Zu uns kommt Slavomir Pagac aus der Slowakei. Izudin Mandalovic kehrt aus Winden zurück und bringt David Kondrlik mit. Durch den Abgang der beiden Brasilianer müssen wir auf der Verteidigerposition aber noch etwas tun.“
Ligaportal: Wie sieht die Vorbereitung im Sommer aus?
Stagl: „Wir beginnen am 29. Juni mit dem Training und haben drei Tage später bereits das erste Vorbereitungsspiel gegen den SV Donau. Außerdem haben wir noch einige Auflagen des BFV zu erfüllen und sind gerade dabei, die Umbauarbeiten zu finalisieren.“
Ligaportal: Was sind Ihre Erwartungen für die kommende Saison?
Stagl: „Für uns kann es in der ersten Saison nach dem Aufstieg nur darum gehen, möglichst schnell in der Burgenlandliga anzukommen und den Klassenerhalt zu schaffen. Wir wissen, dass uns eine sehr starke Liga erwartet, in der das Tempo und die Qualität noch einmal höher sein werden. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft kompakt bleiben, unsere Tugenden beibehalten und auch in schwierigen Phasen ruhig weiterarbeiten. Wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass wir eine gute Rolle spielen können.“