In der II. Liga Nord hat der ASV Siegendorf 1930 gegen den SV Wimpassing einen klaren 5:0-Heimsieg eingefahren. Für Wimpassing-Trainer Peter Kaltenegger lag der Unterschied vor allem in den entscheidenden Momenten. Seine Mannschaft setzte nach seiner Einschätzung einiges von ihrem Plan um, ließ hinten aber zu viel zu und vorne mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt.

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Dass am Ende ein 0:5 auf der Anzeigetafel stand, wollte Peter Kaltenegger gar nicht schönreden. "Wenn man am Ende des Tages 5:0 verliert, überwiegen natürlich die negativen Dinge", sagte der Trainer des SV Wimpassing nach dem Schlusspfiff. "Man kann dem Gegner nur gratulieren, und wir müssen zurück aufs Reißbrett und schauen, wie wir uns nächste Woche aufstellen." Aus seiner Sicht waren vor allem die ersten beiden Treffer der Knackpunkt in dieser Partie. Nach dem 1:0 von Lukas Grozurek in der 11. Minute und dem 2:0 von Jakov Josic in der 19. Minute war Wimpassing schon früh in einer unangenehmen Lage. Kaltenegger sprach dabei von zu viel Raum für den Gegner und davon, dass seine Mannschaft in diesen Situationen nicht sauber in die Zweikämpfe gekommen sei. Gerade beim zweiten Gegentor störte ihn, dass im eigenen Strafraum trotz Überzahl kein richtiger Zugriff da war.
Ganz ohne Gegenwehr sah Kaltenegger seine Mannschaft die Partie allerdings nicht bestreiten. "Vom Spielplan haben wir in der ersten Halbzeit eigentlich viel umgesetzt. Wir waren gut in den Zweikämpfen drin, wir waren aktiv", sagte er. Genau deshalb ärgerte ihn, dass die einfachen Dinge aus seiner Sicht nicht gepasst haben. Er nannte dabei die Strafraumbesetzung in der Defensive und die fehlende Kaltschnäuzigkeit in der Offensive. "Wir haben eigentlich gute Chancen erspielt, wo wir zu wenig daraus gemacht haben", meinte der Wimpassing-Coach und verwies auf Möglichkeiten, bei denen am leeren Tor vorbeigeschoben oder drüber geschossen worden sei. Auch nach dem 0:2 habe es laut Kaltenegger zwei, drei Großchancen auf den Anschlusstreffer gegeben. Zusätzlich sprach er von einem wegen Abseits aberkannten Treffer von Visar Ziberi zum möglichen 2:1, ordnete diese Szene aber bewusst nicht über. "Das war keine spielentscheidende Szene, weil wir noch andere Chancen hatten, die wir genauso nutzen hätten können." Dem Schiedsrichter stellte er trotz der klaren Niederlage ein gutes Zeugnis aus: "Er hat die Partie sehr gut im Griff gehabt."
Zur Pause führte der ASV Siegendorf 1930 mit 2:0, und nach Wiederbeginn legte die Heimelf nach. In der 61. Minute erhöhte erneut Jakov Josic auf 3:0, später traf er auch noch in der 87. Minute und in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 5:0. Damit stand neben dem frühen Torschützen Lukas Grozurek vor allem Josic mit insgesamt vier Treffern im Mittelpunkt. Kaltenegger beschrieb das 3:0 als Szene nach einem Laufduell, bei dem sein Team nicht nachgekommen sei, den ersten Versuch noch pariert habe und der Ball danach dennoch im Tor gelandet sei. Die beiden späten Treffer ordnete er als Folge des eigenen Risikos ein. Wimpassing habe noch versucht, irgendwie zum Anschlusstreffer zu kommen, dadurch seien aber die Räume aufgegangen. Gleichzeitig hob der Trainer hervor, was Siegendorf an diesem Abend besser gemacht habe: "Sie waren mehr auf Zug, mit viel Bewegung am Ball. Sie waren hungrig auf das Toreschießen, sind auf die Nachschüsse gegangen und haben die Zonen im Strafraum besetzt." Genau dort sah er einen deutlichen Unterschied.
Am Ende kam Kaltenegger immer wieder auf zwei Punkte zurück, die für ihn über dem ganzen Spiel standen. "Die Kaltschnäuzigkeit und der Wille zum Sieg waren der Unterschied", sagte er. Nach seiner Einschätzung war Siegendorf in den entscheidenden Situationen einen Schritt schneller, während Wimpassing zu passiv oder nur halb aktiv agierte. Dazu kommt aus seiner Sicht, dass sich seine Mannschaft als neu zusammengestellte Gruppe noch finden muss. Er sprach davon, dass Kommunikation und Abstimmung noch nicht sauber genug seien. "Bei uns ist noch ein bisschen diese Zuschauerrolle im eigenen Spiel, das müssen wir schnell rauskriegen", formulierte er es deutlich. Gerade deshalb will der SV Wimpassing nun wieder bei den Grundlagen ansetzen. Kaltenegger sieht trotz des klaren Ergebnisses keinen Sinn darin, sich an einzelnen Szenen festzuklammern. Vielmehr gehe es für ihn darum, an den einfachen Dingen weiterzuarbeiten, damit aus einer aktiven Leistung in den nächsten Wochen auch wieder ein anderes Resultat wird.