In der II. Liga Süd hat sich der SV Marsch Neuberg mit dem ASV Gemeinde Tobaj 1:1 getrennt. Für Trainer Johann Pigel war es ein Spiel, in dem seine Mannschaft vieles so umsetzte, wie es geplant war, sich aber für eine gute Phase nicht belohnte. Genau das ärgerte ihn am meisten: Die Gäste ließen die Führung liegen, gerieten kurz vor der Pause in Rückstand und mussten dem Spiel danach wieder hinterherlaufen.

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash
Schon vor dem Anpfiff musste der ASV Gemeinde Tobaj umbauen. Johann Pigel sprach von einer Verletzung seines Stürmers Tamàs Vörös und zusätzlich von einer Sperre nach der Gelb-Roten Karte aus dem vorigen Spiel. Der Trainer sagte aber auch klar, dass die Änderungen seine Mannschaft nicht aus dem Konzept brachten. „Ich war gezwungen, etwas umzustellen, aber eigentlich hat es genauso funktioniert, wie wir uns das vorgenommen haben“, erklärte Pigel. Aus seiner Sicht hatte der ASV Gemeinde Tobaj den SV Marsch Neuberg bis zum Gegentor gut im Griff, kam ins Spielerische und brachte immer wieder „schöne Spielzüge“ auf den Platz. Gerade deshalb war der Ärger über die ausgelassenen Chancen besonders groß, denn Pigel war überzeugt, dass seine Mannschaft in dieser Phase den ersten Treffer hätte machen können.
Die Szene, die für Johann Pigel den ersten Knackpunkt der Partie darstellte, kam kurz vor dem Seitenwechsel. Während der ASV Gemeinde Tobaj aus seinen Möglichkeiten kein Kapital schlagen konnte, ging der SV Marsch Neuberg in der 43. Minute durch Florian Steinbauer mit 1:0 in Führung. Pigel sprach von einer „Unachtsamkeit“, die seine Mannschaft den Rückstand kostete. So ging es auch mit 0:1 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel stellte der Trainer um und sah seine Mannschaft danach klar in der Rolle des Teams, das auf den Ausgleich drückte. Ganz ohne Gefahr blieb es dabei aber nicht, denn Pigel räumte ein, dass der SV Marsch Neuberg bei einer weiteren Unachtsamkeit in der Defensive auch auf 2:0 hätte stellen können. Dazu kam es nicht, und so konnte der ASV Gemeinde Tobaj in der 68. Minute zurückschlagen: Stefan Erkinger erzielte das 1:1. Damit war die Partie wieder offen, und laut Pigel wäre in der Nachspielzeit sogar noch mehr möglich gewesen. „Wir hätten das Spiel in der 94. Minute bei einer Corner auch noch für uns entscheiden können“, sagte der Trainer.
Dass es am Ende nur zu einem Punkt reichte, führte Johann Pigel vor allem auf die fehlende Führung in der Anfangsphase zurück. „Die verpasste Chance war, dass wir aufgrund der Chancen nicht in Führung gegangen sind“, sagte er und knüpfte damit direkt an ein Problem an, das ihn schon zuletzt beschäftigt hatte. Für den Trainer ist die Lage klar: Solange seine Mannschaft bei 0:0 ihre Möglichkeiten nicht nutzt, macht sie sich das Leben selbst schwer. „Wir schaffen es nicht, bei 0:0 in Führung zu gehen, und geraten dann durch eine Unachtsamkeit in Rückstand. Dann ist es immer schwer, einem Rückstand nachzulaufen“, meinte Pigel. Umso höher bewertete er die Reaktion seiner Mannschaft. „Die Jungs zeigen Moral“, sagte er und hob hervor, dass der ASV Gemeinde Tobaj trotz Rückstand nicht aufgab. Auch den Einsatz und das Spielerische stellte er heraus.
Den Gegner sah Johann Pigel genauso, wie er ihn erwartet hatte. Der SV Marsch Neuberg sei „zweikampfstark“ und „sehr bissig“ gewesen und habe versucht, den ASV Gemeinde Tobaj aus dem Rhythmus zu bringen. Dass es sich zusätzlich um ein Derby handelte, passte für ihn ins Bild dieser intensiven Partie. Neben dem Spiel selbst sprach Pigel auch eine Szene ganz früh an. Nach seiner Darstellung bekam er bereits nach rund einer Minute die Gelbe Karte, nachdem er nach einem Foul an Roman Rasser eine Verwarnung für den Gegenspieler eingefordert hatte. „Die Schiedsrichter sollten eigentlich die Spieler schützen und nicht auf die Trainer losgehen“, sagte Pigel. Unterm Strich blieb er beim sportlichen Fazit dennoch sachlich: „Im Großen und Ganzen ein gerechtes Unentschieden.“ Für den ASV Gemeinde Tobaj steht damit nach drei Runden ein Punktgewinn, der zur Leistung passt, bei dem aber das Gefühl bleibt, dass mit einer besseren Chancenverwertung auch ein Auswärtssieg möglich gewesen wäre.