In der II. Liga Nord musste sich SC Gattendorf am Samstag SV Gols mit 0:1 geschlagen geben. Trainer Dietmar Bader sprach danach von einem „sehr, sehr unglücklichen“ Spielverlauf, weil seine Mannschaft die Partie aus seiner Sicht über weite Strecken kontrollierte, sich aber nicht belohnte. Am Ende reichte den Gästen ein Konter, um die Punkte mitzunehmen.

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Dass der SC Gattendorf am Ende leer ausging, passte für Dietmar Bader überhaupt nicht zu dem, was er über weite Strecken auf dem Platz gesehen hatte. Der Trainer sah seine Mannschaft klar im Vorteil und sprach nach dem Schlusspfiff davon, dass man die Partie „über neunzig Minuten eigentlich kontrolliert und auch dominiert“ habe. Schon vor der Pause, die torlos mit 0:0 endete, sei Gattendorf gut in der Begegnung gewesen. „Ich glaube, dass wir ganz gut im Spiel waren, dass der Ball ganz gut gelaufen ist“, sagte Bader. Gerade deshalb saß der Ärger tief, weil aus dieser Überlegenheit nichts Zählbares wurde. Nach dem Ausschluss aufseiten der Gäste habe sich das Bild noch stärker in Richtung Gattendorf verschoben, gleichzeitig sei das Spiel dadurch aber auch spezieller geworden. Bader meinte sogar, er hätte sich gewünscht, „dass der Spieler von Gols nicht ausgeschlossen worden wäre“, weil SV Gols dann wohl offener gespielt hätte. So zog sich der Gegner tief zurück, verteidigte und wartete fast nur noch auf die Umschaltmomente.
Entschieden wurde die Partie dann in der 60. Minute, als David Alexander Krutzler das 0:1 für SV Gols erzielte. Aus Sicht von Bader begann diese Szene mit einem Fehler im Mittelfeld, den die Gäste konsequent nutzten. „Gols hat auf Konter gelauert und diesen einen Konter dann auch wirklich gut gespielt“, schilderte der Gattendorfer Trainer. Besonders bitter war für ihn, dass seine Mannschaft bis dahin vieles im Griff gehabt hatte und dann genau mit jener Situation bestraft wurde, vor der man sich trotz Überlegenheit nie ganz schützen kann. Bader sah auch beim Verhalten seines Tormanns einen entscheidenden Punkt. Nach seiner Einschätzung hätte dieser früher herauskommen und den Pass attackieren müssen. Nach Baders Schilderung zog er sich stattdessen zurück, es kam zum Eins-gegen-eins, zu einem Foul und in weiterer Folge zu jenem Elfmeter, aus dem der einzige Treffer des Abends fiel. „Doppelbitter“ nannte Bader das später, weil SV Gols nach seiner Wahrnehmung im ersten Durchgang gar nicht und nach der Pause nur selten gefährlich aufs Tor gekommen sei.
Warum der SC Gattendorf dieses Spiel dennoch verlor, brachte Bader ohne Umschweife auf den Punkt. „Der Knackpunkt war die Chancenauswertung. Ganz klar. Wenn man derartig viele Chancen in einer Halbzeit vergibt, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man eben dann ohne Punkt dasteht.“ Mehr Analyse brauchte es aus seiner Sicht kaum, denn auch auf die Frage, was bei seiner Mannschaft nicht funktioniert habe, kam vom Trainer nur die knappe Antwort: „Das Toreschießen.“ Gleichzeitig sprach Bader davon, dass bei SV Gols neben Moral und Kampfkraft auch das nötige Glück dabei gewesen sei. „Ein Glück mit dem Tormann. Er ist immer richtig gestanden“, sagte er. Dazu seien Abschlüsse zu oft zentral gekommen, manches sei auf der Linie geklärt worden und ein Schuss sogar noch von einem eigenen Spieler geblockt worden. So blieb bei Gattendorf das Gefühl, dass viel Aufwand betrieben wurde, der Ertrag aber komplett ausblieb.
Ganz ohne Diskussionen ging der Nachmittag aus Gattendorfer Sicht ebenfalls nicht zu Ende. Bader bezeichnete eine Entscheidung wegen einer vermeintlichen Schwalbe, die Gelb-Rot nach sich zog, als hart und sagte offen, dass er sich gewünscht hätte, „dass es nicht so gekommen wäre“. Zudem meinte er, ein Treffer zum möglichen 1:1 sei aus seiner Sicht zu Unrecht wegen Abseits aberkannt worden. Gleichzeitig ordnete er das aber auch nüchtern ein und sagte, die Szene sei unübersichtlich gewesen und die Entscheidung müsse man eben hinnehmen. Das änderte jedoch nichts an der Enttäuschung über das Resultat. Nach zwei Runden hält der SC Gattendorf damit bei einem Punkt, während SV Gols den zweiten Sieg im zweiten Spiel mitnahm. Bei Bader blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: Am Zugang zum Spiel und an der Kontrolle lag es nicht, entscheidend war, dass seine Mannschaft ihre Möglichkeiten nicht nutzte und für eine einzige Unachtsamkeit sofort bestraft wurde.