Spielberichte

„Nach dem 3:1 war ich mir sehr sicher“ – Kittsee macht es in Winden unnötig spannend

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FC Winden
SC Kittsee

In der II. Liga Nord hat der SC Kittsee am Abend beim FC Winden einen 3:2-Auswärtssieg geholt, obwohl die Gäste früh in Rückstand geraten waren. Trainer Martin Grabenbauer sah über weite Strecken eine gute Leistung seiner Mannschaft, ärgerte sich aber darüber, dass sein Team das Spiel nach dem 3:1 noch einmal offenließ. „Wenn wir das 4:1 machen, ist das Spiel erledigt“, sagte er.


Rasen mit weißer Markierungslinie

Foto von Fabricio Trujillo bei Pexels

Trotz frühem Rückstand lange am Drücker

Kittsee hatte nach Grabenbauers Eindruck den besseren Start, musste aber schon früh den ersten Rückschlag hinnehmen. In der 4. Minute brachte Martin Köstner die Gastgeber mit 1:0 in Führung, nachdem die Gäste auf der rechten Abwehrseite einen Moment unaufmerksam gewesen waren. „Wir haben sehr gut begonnen, haben das Spiel absolut unter Kontrolle gehabt“, sagte der Trainer, der seine Mannschaft durch diesen frühen Treffer aber nicht aus der Bahn werfen sah. Für ihn war wichtig, dass die Antwort nicht hektisch, sondern spielerisch kam. Kittsee blieb am Ball, spielte weiter nach vorne und belohnte sich in der 12. Minute mit dem 1:1, als Romulo Silva Santos per Kopf traf. Auch danach blieben die Gäste aktiv, und noch vor der Pause drehten sie die Partie komplett: Michal Slezak erzielte in der 42. Minute das 2:1. „Das hat uns nicht aus der Ruhe gebracht. Wir haben weitergespielt und konnten das Spiel noch vor der Pause drehen“, sagte Grabenbauer.

Das 3:1 bringt Ruhe – aber nicht die Entscheidung

Dass Winden nach dem Seitenwechsel mehr riskieren würde, war für Kittsee keine Überraschung. Grabenbauer sprach davon, dass seine Mannschaft unmittelbar nach der Pause zunächst auch etwas Glück hatte, weil die Gastgeber eine Doppelchance nicht nutzen konnten. Fast im Gegenzug schlugen die Gäste dann zu: Marko Pernicka erhöhte in der 48. Minute auf 3:1 und brachte Kittsee in eine sehr gute Position. „Nach dem 3:1 war ich mir schon sehr sicher, dass wir dieses Spiel für uns entscheiden werden“, sagte der Trainer offen. Genau in dieser Phase hätte seine Mannschaft das Spiel aber endgültig zumachen können. Grabenbauer sprach von zwei hochkarätigen Möglichkeiten auf das 4:1 und formulierte den Knackpunkt sehr klar: „Wenn wir das 4:1 machen, ist das Spiel erledigt und hat keine Brisanz mehr.“ Weil dieser vierte Treffer ausblieb, blieb Winden im Spiel. In der 72. Minute verkürzte Mustafa Atik auf 2:3, und damit bekam die Schlussphase noch einmal eine Richtung, die Kittsee aus Sicht des Trainers eigentlich längst hätte vermeiden können.

Junge Mannschaft steckt Ausfälle weg

Dass der Sieg trotzdem mitgenommen wurde, rechnete Grabenbauer seiner Mannschaft besonders hoch an. Kittsee musste auf Jakub Konc, Maximilian Mikula und Michal Belko verzichten und hatte insgesamt nur einen 14-Mann-Kader zur Verfügung. Gerade deshalb fiel sein Urteil über die eigene Leistung positiv aus. Er hob hervor, dass die Mannschaft sehr jung aufgetreten sei und mit Domonkos Fekete und Marko Pernicka zwei junge Spieler dabei waren. „Das muss man der Mannschaft schon sehr hoch anrechnen, dass sie trotzdem Gas gegeben hat, trotzdem Fußball gespielt hat und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ“, sagte der Trainer. Kittsee habe trotz der Ausfälle versucht, Fußball zu spielen, und genau das imponierte ihm. Gleichzeitig fand Grabenbauer auch für den Gegner anerkennende Worte. Winden sei „sehr zweikampfstark, sehr spielstark“ gewesen, insgesamt habe die Partie ein hohes Tempo gehabt. Für ihn war es deshalb ein Spiel aus der besseren Kategorie, weil auf beiden Seiten immer wieder gute Aktionen zu sehen waren.

Drei Punkte mit klarer Aufgabenliste

So zufrieden Grabenbauer mit dem Ergebnis war, so deutlich sprach er auch an, was seiner Mannschaft noch fehlt. Auf die Frage nach dem Verbesserungspotenzial kam eine knappe, aber ehrliche Antwort: „Überall.“ Konkret meinte er damit vor allem zwei Bereiche. Einerseits müsse Kittsee im Verteidigen gegnerischer Chancen konsequenter werden, andererseits müsse die Mannschaft ihre eigenen Möglichkeiten früher und sauberer nützen. „Wir könnten uns viel früher die Weichen auf ein ruhigeres Spiel setzen, aber das gelingt uns zurzeit noch nicht ganz“, sagte der Trainer. Genau das war in Winden über weite Strecken zu sehen: gut herausgespielte Tore, ein ordentlicher Auftritt und dennoch eine Schlussphase, die noch einmal offen war. Der 3:2-Erfolg bringt dem SC Kittsee in Runde vier dennoch einen wichtigen Auswärtssieg und sieben Punkte auf das Konto. Für Grabenbauer war nach dem Schlusspfiff deshalb beides wichtig: das Lob an seine personell gebeutelte Mannschaft und der klare Blick nach vorne. „Wir wissen, wo wir ansetzen müssen. Wir wissen, was wir tun müssen, und da werden wir arbeiten.“

II. Liga Nord: Winden : Kittsee - 2:3 (1:2)

  • 72
    Mustafa Atik 2:3
  • 48
    Marko Pernicka 1:3
  • 42
    Michal Slezak 1:2
  • 12
    Romulo Silva Santos 1:1
  • 4
    Martin Köstner 1:0