Kontrastreiche 90 Minuten prägten das Auswärtsspiel von ASKÖ Schlaining bei SV Mühlgraben in der II. Liga Süd. Für Roman Schaffer war es ein Abend mit zwei Gesichtern: Zur Pause lag Schlaining 0:2 zurück, nach dem Seitenwechsel kam die Mannschaft mit Wucht zurück, glich zum 2:2 aus und verpasste in einer druckvollen Phase die mögliche 3:2-Führung. „Nach dem Ausgleich waren wir komplett am Drücker. Wir hatten mehrere Möglichkeiten auf das 3:2, doch der Ball ging knapp vorbei, wurde geblockt oder abgefälscht“, betonte Schaffer. Zugleich hob er die Effizienz der Gastgeber hervor: „Mühlgraben war in der Chancenauswertung klar im Vorteil. Wir haben unsere Möglichkeiten nach dem Ausgleich nicht konsequent genutzt – das war am Ende der Knackpunkt.“

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Schaffers Fazit zur Spielcharakteristik war eindeutig: In Durchgang eins bestimmten Mühlgrabens Offensivkräfte das Geschehen. „In der ersten Halbzeit war Mühlgraben mit seinen Offensivspielern sehr stark und deshalb verdient mit 0:2 in die Pause gegangen. Es hätte auch höher ausfallen können.“ Nach Wiederbeginn drehte sich das Bild: Schlaining erzwang Ballgewinne, kombinierte zielstrebig und kam zum verdienten Ausgleich. In den entscheidenden Momenten fehlte jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss, während Mühlgraben in der Schlussphase die wenigen Gelegenheiten kaltschnäuzig nutzte.
Schlaining meldete sich über ruhende Bälle zurück. Schaffer ordnete die Wende klar den Standards zu: „Nach einem sehr guten Freistoß haben wir den Anschlusstreffer gemacht, und den Ausgleich erzielten wir nach einem Eckball von Philip Penzinger, den Tobias Glösl per Kopf verwertete.“ Faktisch fiel das 1:2 kurz nach der Pause: In der 49. Minute traf Csanad Héra, ehe Tobias Glösl in der 69. Minute auf 2:2 stellte. In der offenen Schlussphase schaltete Mühlgraben wieder einen Gang hoch: Bendegúz Szinay traf zum 2:3 (77.), Matic Donko setzte in der 90. Minute mit dem 2:4 den Schlusspunkt.
Die intensivste Passage sah Schaffer unmittelbar nach dem 2:2: „Wenn uns da das Tor gelungen wäre, wäre der Ausgang sicher schwierig für Mühlgraben gewesen. Ein Unentschieden wäre mindestens drinnen gewesen.“ Mit Blick auf die Rahmenbedingungen schilderte er anspruchsvolle Platzverhältnisse nach den jüngsten Wetterlagen und betonte: „Wir sind froh, dass heute kein Sturm und kein Schnee waren und wir das Spiel durchziehen konnten.“ Lob gab es zudem für das Schiedsrichterteam: „Der Schiedsrichter hat das Spiel sehr gut geleitet, die Tore waren korrekt.“ Für die nächsten Wochen fordert Schaffer konsequente Arbeit in allen Details: „Wir können uns in jedem Bereich verbessern – und wir haben die richtigen Teamplayer, die das in den nächsten Wochen umsetzen werden.“