In der 24. Runde der II. Liga Süd trennten sich der SV Redlove Kukmirn und der SV KB-Performance Rechnitz mit 0:0. Die Nullnummer hatte es dennoch in sich: intensiv geführt, mit vielen Einschussmöglichkeiten auf beiden Seiten und starken Torhüter-Paraden. Rechnitz-Trainer Joachim Parapatits sprach von einer gerechten Punkteteilung und betonte: „Es war sehr intensiv, Chancen auf beiden Seiten – gute Torwartleistungen und im Abschluss kleine Schwächen.“ Unterm Strich, so Parapatits, „hätten beide den Sieg verdient, aber genauso keiner eine Niederlage.“

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Wer nur das Ergebnis sieht, verpasst die Geschichte des Abends. Das Spiel wogte von Beginn an hin und her, beide Teams suchten den direkten Weg und kamen früh zu Möglichkeiten. Aus Rechnitzer Sicht lagen die klaren Nadelstiche schon vor der Pause in der Luft. „In der ersten Halbzeit hatten wir zwei sehr gute Chancen“, schilderte Joachim Parapatits. Weil die Kugel aber nicht reinging und auch die Heimelf an einem aufmerksamen Schlussmann scheiterte, stand zur Pause das 0:0. Nach Wiederanpfiff hielt die Partie das Tempo hoch. Zwischen der 70. und 80. Minute bot sich den Gästen die Topchance aufs 1:0 – wieder blieb sie ungenutzt. Parapatits sprach von dem fehlenden Quäntchen im Abschluss. Als die Kräfte schwanden, drehte Kukmirn in der Nachspielzeit noch einmal auf und kam zweimal gefährlich durch. „Da hatten wir Riesenglück, da können wir das auch noch verlieren“, gab der Trainer offen zu. Am Ende passte der Punkt für beide.
Aus Trainersicht trug vor allem die Arbeit gegen den Ball den Rechnitzer Punkt nach Hause. Parapatits hob die Geschlossenheit seiner Elf hervor, gerade weil personell nicht alles zur Verfügung stand: „Das disziplinierte Verhalten in der Defensive, das gute Verteidigen als Mannschaft bis zum Schluss – trotz Ausfällen – stimmt mich am meisten positiv.“ Mehrfach betonte er die Rolle seines Torhüters, der die Gäste in heiklen Momenten im Spiel hielt: „Unser Torwart hat uns sehr gut im Spiel gehalten.“ Was fehlte, war die letzte Konsequenz vor dem Tor. „Noch konsequenter den Abschluss suchen, noch gieriger aufs Tor sein“, forderte Parapatits und machte klar, dass er ansonsten mit Auftritt und Einstellung sehr zufrieden war: die Ordnung passte, der Fleiß stimmte, nur die Belohnung blieb aus.
Die turbulente Nachspielzeit, in der Kukmirn zwei dicke Chancen vorfand, unterstrich noch einmal, wie offen und chancenreich dieses 0:0 tatsächlich war. „Es war sicher kein langweiliges Spiel, sondern sehr intensiv und torchancenreich“, sagte Parapatits und hielt zugleich fest, dass das Remis gerecht sei. Für Wert und Einordnung des Punktes spricht auch die Stärke des Gegners: Kukmirn steht mit 48 Zählern auf Rang drei. „Kukmirn hat Qualitäten. Sie haben sehr gute individuelle Spieler, stehen kompakt und arbeiten gut. Ein sehr schwieriger Gegner“, lobte der Rechnitz-Coach. Ein Wort noch zum Unparteiischen durfte nicht fehlen: „Der Schiedsrichter war sehr gut auf beiden Seiten – sehr unauffällig, so ist es richtig.“ Für Rechnitz, aktuell im vorderen Mittelfeld mit 36 Punkten, bleibt damit die Erkenntnis: Hinten stabil, vorne mehr Gier – dann werden aus solchen Abenden wieder Dreier.