Im Derby der II. Liga Süd zwischen ASKÖ Schlaining und ASKÖ SV Elektro Unger Großpetersdorf blieb nach dem 2:2 aus Sicht der Gastgeber vor allem das Gefühl liegen, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Trainer Roman Schaffer sprach nach dem Schlusspfiff von verschenkten Punkten, weil seine Mannschaft laut seiner Einschätzung sowohl in der Anfangsphase als auch nach der Pause genug Chancen hatte, um die Partie auf ihre Seite zu ziehen.

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Schaffer machte gleich deutlich, wie er dieses Derby gesehen hat. „Es war ein Derby. Das heißt, es war sehr viel von Kampf geprägt“, sagte der Schlaining-Trainer. Gerade deshalb ärgerte ihn der Spielverlauf umso mehr, weil seine Mannschaft nach seiner Ansicht früh die Weichen hätte stellen können. „Unsererseits haben wir leider drei Punkte verschenkt“, hielt er fest. Vor allem die erste Phase blieb für ihn der große Knackpunkt. „Wir müssen in der ersten Halbzeit in der Beginnphase 2:0 führen“, sagte Schaffer. Statt einer Führung für die Gastgeber stand in der 37. Minute aber das 0:1 auf der Tafel, als Lukas Postmann ein Eigentor unterlief. Mit diesem Rückstand ging Schlaining auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel arbeitete sich Schlaining zurück in die Partie und kam in der 63. Minute durch Akos Füzi zum 1:1. Für Schaffer war genau das ein Beleg dafür, dass seine Mannschaft intakt ist. „Wir haben uns trotz Rückstand wieder toll zurückgekämpft“, sagte er. Der Trainer hob dabei vor allem die Haltung seiner Mannschaft hervor. „Die Moral, die Einstellung und der Wille sind über Wochen da und funktionieren sehr gut.“ Umso bitterer war für ihn, dass diese Phase nicht zum Sieg reichte. Schaffer verwies ausdrücklich darauf, dass seine Mannschaft nach der Pause daraus zu wenig machte. „Wir haben den Sack leider nicht zugemacht und noch ein Gegentor bekommen“, sagte er. Dieses Gegentor fiel in der 72. Minute, als Fabio Michael Jani Großpetersdorf wieder in Führung brachte. Schlaining blieb aber dran und kam in der 86. Minute durch Sebastian Urbauer noch zum 2:2.
Wer an diesem Nachmittag näher am Sieg war, daran ließ Schaffer keinen Zweifel. „Eindeutig waren wir näher am Sieg, hätten es uns auch verdient gehabt, haben aber leider unsere Chancen nicht genutzt“, sagte der Trainer. Genau dort setzte auch seine Analyse an. Für ihn war nicht die Einstellung das Problem, sondern die fehlende Belohnung vor dem Tor. „Das Entscheidende, was gefehlt hat, waren Tore“, brachte er es knapp auf den Punkt. Dabei verlor er auch den Gegner nicht aus dem Blick. Schaffer hatte Großpetersdorf so erwartet, wie es dann über weite Strecken auftrat. „Wir haben gewusst, dass Großpetersdorf mit individueller Klasse agiert. Das haben sie auch sehr gut gemacht“, meinte er. Schlaining habe dagegen „übers Kollektiv gearbeitet“, aus diesem Aufwand aber zu wenig herausgeholt. Dass es aus seiner Sicht keine Nebenschauplätze gab, machte er ebenfalls klar: „Meines Erachtens war der Schiedsrichter souverän, und es gab keine strittigen Situationen von unserer Seite.“
Trotz des Ärgers über die verpasste volle Ausbeute nahm Schaffer aus dem Derby auch etwas Positives mit. Er freute sich darüber, dass wieder ein zuletzt verletzter Spieler zur Verfügung stand und „ein gutes Comeback gemacht hat“. Das passt zu einer Mannschaft, die laut ihrem Trainer im Kopf stabil wirkt, sich für diesen Aufwand aber endlich wieder besser belohnen muss. „Wir müssen nicht nur Punkte mitnehmen, sondern auch den Sieg mitnehmen“, sagte Schaffer mit Blick auf die nächsten Aufgaben. Schon kommende Woche geht es für Schlaining in Oberdorf weiter, und genau dort soll der Schritt folgen, den das Derby aus Sicht der Gastgeber offenließ. „Nächste Woche wollen wir in Oberdorf wieder nachlegen mit Punkten“, so Schaffer. Nach dem 2:2 bleibt damit vor allem ein Eindruck hängen: Schlaining war im Derby dran, ließ den ganz großen Ertrag aber liegen.