Für Michael Hartl stellt die neue Aufgabe beim FC Deutschkreutz keineswegs unbekanntes Terrain dar. Bereits in der Herbstsaison 2023 war der 37-Jährige als Co-Trainer an der Seite von Peter Benes im Verein tätig und konnte in dieser Zeit wertvolle Einblicke in die Strukturen, das Umfeld sowie die sportlichen Anforderungen des Clubs gewinnen. Offensichtlich hinterließ Hartl damals bei den Vereinsverantwortlichen einen nachhaltigen und positiven Eindruck, denn der FC entschied sich, ihm ab dem 4. Dezember 2025 das Vertrauen als neuer Cheftrainer zu schenken.
Die Herausforderung, die auf Hartl wartet, ist jedoch alles andere als einfach. Die Blaufränkischen befinden sich in einer sportlich heiklen Situation und liegen derzeit nur zwei Punkte über einem Abstiegsplatz. Außerdem hat Goalgetter Noel Kustor den Verein verlassen. Nach einem vielversprechenden Saisonverlauf zu Beginn, in dem sich die Mannschaft zeitweise noch auf Rang zwei der Tabelle wiederfand, folgte ein kontinuierlicher Leistungsabfall, der den Klub bis auf den 13. Tabellenplatz zurückwarf.
Als zentrales Problem kristallisierte sich dabei vorwiegend die mangelnde Chancenauswertung heraus. Unzählige hochkarätige Torchancen blieben ungenutzt, was sich zunehmend auf die Ergebnisse und das Selbstvertrauen der Mannschaft auswirkte. Trotz phasenweise ansprechender Spielleistungen fehlte es im entscheidenden Moment an der nötigen Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Nun liegt es an Michael Hartl, diesem Negativtrend entgegenzuwirken, neue Impulse zu setzen und die Mannschaft sportlich wie mental zu stabilisieren, um den drohenden Abstieg abzuwenden.
Ligaportal.at sprach mit Trainer Michael Hartl, wie er seine künftige Arbeit sieht, ob es auf dem Transfermarkt neue Zugänge oder Abgänge gegeben hat und welcher Tabellenplatz zum Saisonende erwartet wird.
Ligaportal: Deutschkreutz ist für Sie kein unbekannter Verein. Was hat Sie bewogen, das Traineramt jetzt als Chefcoach zu übernehmen?
Hartl: „Was die Vereinsführung und Spieler betrifft, steht der Verein in der Tabelle dort, wo er nicht hingehört, und das hat mich dazu bewogen, als Trainer zum FC zu gehen.“
Ligaportal: Inwiefern profitieren Sie heute von Ihren Erfahrungen als Co-Trainer in der Herbstsaison 2023, kennen Sie noch einige Spieler?
Hartl: „Der Kader ist fast identisch geblieben, es gibt ein paar Spieler, die ich durch die Spielbeobachtungen vom Sehen her kenne. Die meisten Spieler habe ich gekannt, mein Start beim FC war sehr heimisch.“
Ligaportal: Was hat sich Ihrer Einschätzung nach im Verein seit Ihrer letzten Tätigkeit verändert?
Hartl: „Es gibt einen komplett neuen Vorstand, wobei dieser bereits zu meiner Zeit im Hintergrund gewirkt hat. Ich habe mich von Beginn an wie zu Hause gefühlt.“
Ligaportal: Die Mannschaft steht nur knapp über dem Abstiegsplatz. Jetzt ist auch Goalgetter Noel Kustor weg, wie wollen sie den Abgang kompensieren?
Hartl: „Wir haben in Bezug auf den Abgang von Kustor schon eine Lösung gefunden, es ist ein in der Burgenlandliga kein unbekannter Stürmer, er ist Laufstark und schießt auch Tore, den Namen kann ich leider bis jetzt nicht sagen, da noch eine Unterschrift fehlt. Wir werden ihn in den nächsten Tagen präsentieren.“
Ligaportal Welche Bereiche erfordern aus Ihrer Sicht die dringendsten Maßnahmen?
Hartl: „Meine Spielanlage ist zu meinem Vorgänger definitiv eine andere ist, wie der Spielaufbau, und wird es eine andere Herangehensweise geben wie in den letzten zwei Jahren. Die Defensive ist in den ersten Trainingswochen im Fokus, und dann müssen wir den neuen Stürmer in unsere Spielweise integrieren.
Ligaportal. Die mangelnde Chancenverwertung gilt als zentrales Problem. Wie möchten Sie dieses Defizit konkret angehen? Setzen Sie dabei eher auf taktische Anpassungen, mentale Arbeit oder personelle Veränderungen?
Hartl: „Unsere Neuverpflichtung ist gleichwertig wie Kustor, und da gilt es, unsere Spiel-Philosophie so anzupassen, um ihn gut in Szene setzen zu können.“
Ligaportal: Welche fußballerische Handschrift sollen die Blaufränkischen unter Ihrer Leitung zeigen? Offensivfußball oder eher defensiv.
Hartl: „Auf jeden Fall offensiv, ich mag offensive Fußballspiele und ich schieße lieber ein Tor mehr, als ich bekomme.“
Ligaportal: Worauf legen Sie in den kommenden Trainingswochen besonderen Fokus?
Hartl: „Die körperliche Grundvoraussetzung wird bei unserer Spielweise die Grundlage sein, dementsprechend braucht es im Training eine gute Disziplin. Die Mannschaft ist sehr willig, eifrig und gibt beim Training 100 Prozent. Hoffentlich lässt es der Boden bald zu, dass wir auch taktische Aspekte gut einstudieren können.“
Ligaportal: Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison gesetzt? Wo soll die Mannschaft am Ende der Saison stehen?
Hartl: „Wir haben intern im Verein gesagt, es sind nur neun Punkte auf Platz vier und das realistische Ziel ist ein Platz in den Top fünf.“