Der Herbst des SV Leithaprodersdorf war eine Saison der Höhen und Tiefen: ein vielversprechender Beginn, ein mühsamer Mittelteil und schließlich ein versöhnlicher Abschluss. Trainer Mario Santner konnte seiner Mannschaft dabei über weite Strecken nichts vorwerfen – und durfte sich in der Winterpause über eine Rückkehr freuen, die im Verein für leuchtende Augen sorgte. Noel Kustor ist wieder da.
Der groß gewachsene Mittelstürmer prägte den SVL bereits zwei Saisonen lang wie kaum ein anderer und netzte jeweils 21-mal ein. Tore, die im Gedächtnis blieben – und eine Lücke hinterließen, als der heute 29-jährige Ungar im Sommer 2024 aus beruflichen Gründen nach Deutschkreutz wechselte. Auch dort zeigte Kustor sofort seine Klasse: 16 Treffer in seiner ersten Saison, sieben weitere im Herbst. Doch Leithaprodersdorf ließ ihn nie ganz los – und er den SVL ebenso wenig.
Mehrere Anläufe folgten, um den Torjäger zu ersetzen: Alex Damasdi, Dino Dimmel, Viktor Vondryska – jeder mit Ambitionen, keiner von Dauer. Die Sehnsucht nach einem echten Fixpunkt im Sturm blieb. Jetzt ist sie gestillt. Der verlorene Sohn kehrt zurück an seine alte Wirkungsstätte. Und mit ihm die Hoffnung, dass in Leithaprodersdorf bald wieder jener Jubel ertönt, der so oft mit seinem Namen verbunden war.
Ligaportal.at sprach mit Trainer Mario Santner, ob er mit dem erreichten 4. Platz im Ranking zufrieden und welchen Platz er zum Ende der Saison anstrebt. Ob es auf dem Transfermarkt neue Zugänge oder Abgänge gegeben hat und welcher Platz zum Saisonende erwartet wird.
Ligaportal: Der Herbst war von Höhen und Tiefen geprägt – mit etwas Abstand betrachtet: Wie lautet Ihr persönliches Fazit zur bisherigen Saison?
Santner: „Tabellarisch und punktemäßig ist es in Ordnung, wir haben 24 Punkte im Herbst erspielt, die meisten, die Leithaprodersdorf unter meiner Führung bis jetzt erreicht hat. Aber die Spieler und ich wissen, dass mehr Potenzial in der Mannschaft steckt und wir viele Punkte haben liegen lassen, wie zum Beispiel Pama zu Hause. Das wollen wir im Frühjahr besser machen und solche Spiele auch gewinnen.“
Ligaportal: Mit Noel Kustor kehrt ein alter Bekannter zurück. Wie wichtig ist seine Rückkehr – sportlich, aber auch für die Stimmung in der Mannschaft?
Santner: „Für mich ist er einer der besten Stürmer in der Liga, und wir sind extrem froh, denn mit den Stürmern in den vergangenen 18 Monaten hat es nicht so funktioniert, die haben nicht in unser Spielsystem gepasst. Gratulation an den Obmann, dass die Rückholung von Kustor so gut funktioniert hat.“
Ligaportal: Hat man im Herbst gemerkt, dass im Sturm ein echter Fixpunkt gefehlt hat?
Santner: „Man sieht das immer relativ, Alex Damasdi hat in Oberpullendorf voll eingeschlagen, Viktor Vondryska hat auch acht Treffer erzielt, aber vielleicht passten die beiden Spieler nicht in unseren Spielstil, mit Pressing und attackieren.“
Ligaportal: Werden noch weitere Spieler verpflichtet?
Santner: „Wir haben vier Abgänge, (Luca Dellantonio – Donaufeld, Lukas Toifl- Wr. Neustadt, Viktor Vondryska, Tobias Rauchbauer. und nur zwei Zugänge (Nemanja Radivojevic- Mauerwerk, Noel Kustor-Deutschkreutz). Wir haben die Transfertätigkeit noch nicht abgeschlossen, es wurden und auch einige Spieler angeboten, aber es muss einer sein, der uns wirklich weiterhilft, denn ich versperre unseren Nachwuchsspielern für einen mittelmäßigen Spieler nicht die Möglichkeit, in der Kampfmannschaft zu spielen.“
Ligaportal: In den Vorbereitungsspielen habt ihr richtige Kapazunder, Neusiedl, TWL Elektra, SV Leobendorf und Sportunion Maurer als Gegner verpflichtet, was waren die Gründe hierfür?
Santner: „Das war eine pure Absicht, wir wollen uns weiterentwickeln, denn wir sind ein Spitzenteam in der Burgenlandliga und werden uns mit RLO-Vereinen messen, und vielleicht werden wir auch einmal in der RLO spielen. Meine Mannschaft ist jung, erfolgshungrig und mir ist es lieber, wir werden in jedem Spiel gefordert, auch wenn wir Niederlagen einstecken müssen.“
Ligaportal: Welche Ziele haben Sie sich für das Frühjahr gesetzt?
Santner: „Wir wollen in der Tabelle weiter nach oben kommen, und im Frühjahr das zweitbeste Team hinter Mattersburg werden.“
?