Burgenlandliga

Neun Neue, neue Trainer, neue Hoffnung: ASV Siegendorf vor entscheidender Rückrunde

Der ASV Siegendorf, in der vergangenen Saison aus der Regionalliga Ost abgestiegen, fand in der Burgenlandliga zunächst nur schwer in die Spur. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, beginnen jedoch bereits vor dem eigentlichen Meisterschaftsstart. Nach dem Abstieg wurde der Kader nahezu vollständig neu zusammengestellt, wodurch gewachsene Strukturen und eingespielte Abläufe praktisch nicht mehr vorhanden waren. Zusätzlich sorgte der überraschende Rücktritt des neu engagierten Trainers noch vor Beginn der Meisterschaft für weitere Unruhe und erschwerte einen geordneten Saisonstart erheblich.

Die sportlichen Ergebnisse der Anfangsphase spiegelten diese problematischen Rahmenbedingungen deutlich wider. Nach acht absolvierten Runden stand der ASV Siegendorf mit fünf Niederlagen und drei Unentschieden ohne einzigen Sieg da und war durchgehend auf dem vorletzten Tabellenrang zu finden. Besonders bitter verlief die Niederlage in der achten Runde, die als hausgemacht bezeichnet werden muss: Ein formaler Fehler bei einer Einwechslung, bei der ein nicht im Spielbericht eingetragener Akteur eingesetzt wurde, führte zusätzlich zu einem sportlichen Rückschlag und beschädigte das ohnehin fragile Selbstvertrauen der Mannschaft.

In der Folge zeigte das Team jedoch eine kurzfristige Trotzreaktion und konnte die beiden darauffolgenden Partien für sich entscheiden. Diese kleine Erfolgsserie ließ kurzzeitig Hoffnung aufkeimen, erwies sich jedoch nicht als nachhaltiger Wendepunkt. Das neu entfachte Feuer erlosch rasch, denn anschließend folgten erneut drei Niederlagen sowie zwei Remis, wodurch der ASV wieder in alte Muster zurückfiel.

Ein zentrales Problem stellte über weite Strecken der Saison die Offensive dar. Mit lediglich 16 erzielten Treffern in 15 Meisterschaftsspielen präsentierte sich die Trefferausbeute äußerst bescheiden. Gleichzeitig offenbarte sich eine große defensive Anfälligkeit, da beinahe doppelt so viele Gegentore hingenommen werden mussten. Diese negative Tordifferenz unterstreicht die fehlende Balance im Mannschaftsgefüge und erklärt die anhaltenden Schwierigkeiten im Tabellenkeller.

Als Reaktion auf die unbefriedigende Hinrunde zog der Verein in der Winterpause einen radikalen personellen Schnitt. Insgesamt neun neue Spieler wurden verpflichtet, darunter auch zwei Spielertrainer, die sowohl sportlich als auch führungstechnisch neue Impulse setzen sollen. Im Gegenzug trennte sich der Verein von fünf Akteuren. Mit diesem umfassenden Umbruch verbindet der ASV Siegendorf die klare Hoffnung, Stabilität zu gewinnen, die Offensivschwäche zu beheben und in der Rückrunde sportlich deutlich konkurrenzfähiger aufzutreten.

 

Ligaportal.at sprach mit dem sportlichen Leiter Karl Terdy über den aktuellen 15. Platz im Ranking, die Entwicklung der Mannschaft im Herbst, personelle Veränderungen sowie die sportlichen Erwartungen für das Frühjahr.

Ligaportal: Wie beurteilen Sie den bisherigen Saisonverlauf des ASV Siegendorf? Welche Faktoren waren ausschlaggebend für den schwierigen Start nach dem Abstieg?

Terdy: „Die komplett neue Kaderzusammenstellung, es war uns von Anfang an klar, dass das nicht so einwandfrei funktionieren wird. Natürlich haben wir gehofft, dass uns die neuen Spieler weiterhelfen werden, aber unser größtes Problem war der Trainer, der vor dem Ligastart abgesprungen ist. Es war unser größter Fehler, Attila Dunaveczki zu verpflichten, denn damit sind wir in der Herbstsaison ohne Chefcoach dagestanden.“

Ligaportal: Wie stark hat der große Kaderumbruch die Anfangsphase beeinflusst?

Terdy: „Vom Kader der RLO-Mannschaft haben wir nur vier Spieler behalten und dann ist uns noch Lukas Dostal ab der 5. Runde den ganzen Herbst ausgefallen, der Herbst ist nicht optimal verlaufen.“

Ligaportal: Wie sehr hat der formale Einwechslungsfehler die Mannschaft mental belastet, normalerweise wäre es ein Sieg gewesen?

Terdy: „Diese Situation war für die Mannschaft nicht sehr negativ, wir haben gesehen, dass Qualität in der Mannschaft vorhanden ist und das war eine neue Motivation für das Team.“

Ligaportal: Konnten sie aus dem ersten Vorbereitungsspiel schon einen Trend erkennen?

Terdy: „Ja, die Spieler sind motiviert, da ist Feuer der Mannschaft, es ist auch eine ganz andere Führung vonseiten des Trainerteams, das merken die Spieler und ziehen voll mit.“

Ligaportal: Welche Spieler sind die stärksten der neun Winterneuzugängen? Ist auch ein Goalgetter dabei?

Terdy: „Ich denke, Lukas Grozurek ist der neue Goalgetter in der Mannschaft, mit Moritz Luhn aus Gloggnitz haben wir einen starken Offensivspieler verpflichtet, mit den beiden Spielern haben wir uns offensiv wesentlich verstärkt.“

Ligaportal: Welche Rolle spielen die beiden Spielertrainer Dominik Wydra und Jakov Josic im aktuellen Gefüge?

Terdy: „Die beiden Spielertrainer werden in der Meisterschaft in der Mannschaft spielen und ich werde an der Seitenlinie das Verbindungsglied sein. Beim Training sieht man, dass die beiden Trainer Profis sind, denn es herrscht eine ganz andere Disziplin in der Mannschaft, als sie noch im Herbst war.“

Ligaportal: Was macht Sie im Kampf um den Klassenerhalt zuversichtlich?

Terdy: „Natürlich das Paket an neuen Spielern, die eine hervorragende Qualität haben und ich hoffe, dass wir bald aus der Abstiegszone wegkommen.“

Ligaportal: Welche Ziele haben sie für die Rückrunde?

Terdy: „Dass wir langsam und kontinuierlich in der Tabelle noch oben wandern und nach ein paar Runden im Frühjahr ohne Abstiegssorgen spielen und uns für die kommende Meisterschaft vorbereiten können. Dass wir möglichst viele Spieler im Kader behalten können, da in der Vergangenheit wenig für die Jugend getan wurde und Eigenbauspieler Mangelware sind.“