Diese Herbstsaison wird dem ASK Horitschon wohl noch lange in Erinnerung bleiben – allerdings aus Gründen, die man sich im Lager der Blaufränkischen vor Beginn der Spielzeit anders vorgestellt hatte. Bereits im Sommer gab es personelle Veränderungen, Trennung von Co-Trainer David Witteveen, der gemeinsam mit Dominik Schiefer an der Seitenlinie tätig gewesen war. Die Mannschaft fand nur schwer in die neue Saison, wirkte phasenweise verunsichert und konnte die eigenen Ansprüche auf dem Platz nicht umsetzen.
Die sportliche Entwicklung machte schließlich eine weitere Zäsur notwendig. Am 24. September 2025 zog der Verein die Reißleine und trennte sich auch von Cheftrainer Dominik Schiefer. Zu diesem Zeitpunkt lag der ASK Horitschon lediglich zwei Punkte vor den Abstiegsrängen – eine Situation, die Verantwortliche wie Umfeld gleichermaßen alarmierte und dringenden Handlungsbedarf erkennen ließ.
Mit Christoph Tischler setzte der Verein anschließend auf einen neuen Impuls von außen. Der Trainer übernahm eine mental angeschlagene Mannschaft und brachte zunächst wieder Struktur und Stabilität ins Spiel. Bis zum Ende der Herbstsaison sammelte der ASK Horitschon unter seiner Leitung neun Punkte und verschaffte sich damit zumindest etwas Luft im Tabellenkeller. Die unmittelbare Abstiegsgefahr schien vorerst gebannt, die Richtung schien zu stimmen.
Während sich der Vereinsvorstand bereits auf eine ruhigere Winterpause einstellte und auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung im Frühjahr hoffte, folgte jedoch der nächste unerwartete Einschnitt: Christoph Tischler verließ den ASK Horitschon überraschend in der Winterpause und schloss sich dem Aufsteiger SpG Neudorf/Parndorf an. Ein Abgang, der nicht nur aufgrund des Zeitpunkts, sondern auch angesichts der zuvor gewonnenen Stabilität viele Fragen aufwarf und den Herbst rückblickend zu einer der turbulentesten Phasen der jüngeren Vereinsgeschichte machte.
Der Vorstand war damit erneut gefordert. Der sportliche Leiter Lukas Poglitsch reagierte rasch und präsentierte mit dem jungen, ehrgeizigen Luca Wirtitsch einen neuen Cheftrainer.
Ligaportal.at sprach mit Neo-Coach Wirtitsch, welchen Eindruck er von der Mannschaft hat, wie das Programm bis zum Start in die Frühjahrssaison aussieht und ob die neuen Verpflichtungen eine Verstärkung der Mannschaft bedeuten.
Ligaportal: Sie haben kürzlich das Traineramt beim ASK Horitschon übernommen. Wie haben Sie die ersten Tage im Verein erlebt?
Wirtitsch: „Es ist eine positive Stimmung in der Mannschaft und im Verein, es ist sehr gut angenommen worden, dass ein junger Trainer gekommen ist und wir eine gute Dynamik in den ersten beiden Trainingswochen entwickelt haben.“
Ligaportal: Was hat dich überzeugt, diese Herausforderung anzunehmen?
Wirtitsch: „Es war schon länger in meinem Kopf, eine Position als Cheftrainer anzunehmen, und die Kaderstruktur in Horitschon ist so, dass viele junge Spieler hier sind, die sich entwickeln und besser werden wollen. Das ist eine Challenge, die ich gerne angenommen habe.“
Ligaportal: Welchen sportlichen und menschlichen Eindruck hast du bislang von der Mannschaft gewonnen?
Wirtitsch: „Dass wir eine richtig gute Qualität im Kader haben, die Neuzugänge auch Qualität haben und menschlich gesehen, muss ich sagen, dass wir eine richtig coole Truppe sind, die man weiterentwickeln kann und in der auch alle mitziehen. Zurzeit ist es sehr angenehm, hier zu arbeiten.“
Ligaportal: Die Herbstsaison verlief äußerst turbulent. Ist diese Phase noch präsent in den Köpfen der Spieler?
Wirtitsch: „Nein, glaube ich nicht. Durch den erneuten Trainerwechsel ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen und durch die Neuzugänge ist eine gute Dynamik ins Training gekommen."
Ligaportal: Was war dein erster Ansatzpunkt, um Stabilität und Vertrauen in die Mannschaft zurückzubringen?
Wirtitsch: „Für mich war es wichtig, hineinzubekommen, wie wollen wir Fußball spielen, was verändern wir im Vergleich zum Herbst. In den ersten beiden Trainingswochen haben wir Folgendes trainiert: wie verhalten wir uns mit dem Ball, wie verhalten wir uns ohne Ball und das alles so klar verständlich zu machen und auch so zu trainieren."
Ligaportal: Wofür soll der ASK Horitschon unter deiner Führung sportlich stehen? Offensiv oder Defensiv-Fußball?
Wirtitsch: „Ich will daraus gar kein Geheimnis machen, ich bin ein junger Trainer und stehe für intensiven Fußball, sowohl offensiv als auch defensiv. Ich möchte mutig spielen und auch Risiko nehmen.“
Ligaportal: Wie viel Zeit braucht es, bis deine Spielidee am Platz sichtbar wird?
Wirtitsch: „Ich denke, dass wir in den ersten Vorbereitungsspielen schon viel gesehen haben, auch aufgrund einer System-Umstellung, und ich denke, dass sich das schrittweise festigen wird. Ich muss sagen, dass ich im ersten Spiel schon viel davon gesehen habe und bin sehr zufrieden.“
Ligaportal: Der Verein hat im Winter personell nachjustiert. Inwiefern erhöhen die Neuzugänge die Qualität im Kader?
Wirtitsch: „Was die Neuzugänge betrifft, haben wir Spieler mit Erfahrung in der Burgenlandliga geholt und sogar höhere Ligen und die eine enorme Bereicherung für den Kader sind und Qualität in diesen bringen.“
Ligaportal: Geht es im Frühjahr in erster Linie um Resultate oder auch um nachhaltige Entwicklung?
Wirtitsch: „Prinzipiell spielen wir schon Fußball, um Resultate zu bringen, denn wenn wir alle Spiele verlieren, werden wir daran keinen Spaß haben. Mir ist einfach wichtig zu erkennen, dass wir eine klare Idee haben, Dinge immer wieder produzieren zu können, dann werden auch die guten Ergebnisse automatisch kommen.“
Ligaportal: Welche Zielsetzung habt ihr euch intern für die Rückrunde gesetzt?
Wirtitsch: „Mit einer konkreten Zielsetzung will ich mich gar nicht festlegen, denn wir müssen in unserer Situation von Spiel zu Spiel schauen. Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen und mit 100 % unterwegs sein und alles andere kommt dann von allein."