Der SV Sankt Margarethen erwischte einen vielversprechenden Start in die neue Saison und präsentierte sich in der Anfangsphase als schwer zu bezwingende Mannschaft. Mit drei Siegen und gleich fünf Unentschieden blieb das Team bis zur achten Runde ungeschlagen. Diese Serie unterstrich zwar die grundsätzliche Stabilität der Mannschaft, offenbarte jedoch zugleich ein zentrales Problem: Die hohe Anzahl an Remis verhinderte eine bessere Platzierung. Trotz der positiven Resultate kam der SV Sankt Margarethen in diesem Zeitraum nicht über den fünften Tabellenrang hinaus, da zu häufig Punkte liegen gelassen wurden.
Im weiteren Verlauf der Meisterschaft änderte sich das Bild deutlich. Die zuvor vorhandene Konstanz wich einem Wechselbad der Gefühle: Es folgte ein regelrechtes Potpourri aus klaren Siegen und empfindlichen Niederlagen, während Unentschieden in dieser Phase überhaupt keine Rolle mehr spielte. Diese fehlende Balance wirkte sich unmittelbar auf die Tabellenposition aus. Besonders bitter verlief das Saisonfinale, als zwei Niederlagen in Serie dazu führten, dass der SV vom dritten Rang auf den siebenten Tabellenplatz zurückfiel – ein abrupter Absturz, der die zuvor erarbeitete Ausgangsposition zunichtemachte.
Offensiv lebte das Spiel der Mannschaft vorwiegend von der Durchschlagskraft zweier Akteure. Mit Ernest Grvala und Dominik Adam Csomos verfügte der Verein über ein äußerst treffsicheres Sturmduo, das gemeinsam 16 Tore erzielte und damit für rund 57 Prozent aller Saisontreffer verantwortlich zeichnete. Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die individuelle Qualität der beiden Angreifer, sondern auch die starke Abhängigkeit der Mannschaft von ihrer Abschlussstärke.
Umso schwerer wiegt der Abgang von Ernest Grvala in der Winterpause. Der 29-Jährige informierte die Vereinsführung frühzeitig über seine Entscheidung, eine neue sportliche Herausforderung anzunehmen und den Schritt in die Regionalliga zu wagen. Der ausgewiesene Freistoßspezialist, der im Herbst acht Tore erzielen konnte, schließt sich dem TWL Elektra an. Mit seinem Weggang verliert der SV Sankt Margarethen nicht nur einen seiner torgefährlichsten Spieler, sondern auch eine prägende Figur im Offensivspiel.
Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Grvala ist bereits erfolgreich erledigt worden, damit man in der Rückrunde erneut eine Rolle im oberen Tabellendrittel spielen kann.
Ligaportal.at sprach mit Obmann Günter Welz, seine Einschätzung des siebten Tabellenplatzes, die Entwicklung der Mannschaft im Herbst, mögliche personelle Veränderungen in der Winterpause sowie über die sportlichen Zielsetzungen für das Frühjahr.
Ligaportal: Wie beurteilen Sie den bisherigen Saisonverlauf des SV Sankt Margarethen insgesamt?
Welz: „Es hätte besser laufen können, wir haben schon zum Schluss doch einige Punkte liegen gelassen. Platz sieben ist okay, aber es hätte unter den ersten Dreien auch sein können.“
Ligaportal: War der starke, aber Remis reiche Saisonstart aus Ihrer Sicht eher ein positives Signal oder eine verpasste Chance, mehr Punkte auf das Konto zu bekommen.
Welz: „Das war die verpasste Chance, denn viele Remis waren unnötig. Wir haben unter anderem in der Schlussphase in Deutschkreutz mit 3:1 und in Halbturn 2:0 geführt und nur Remis gespielt. Das sind nur Beispiele, wie unnötig wir Punkte verschenkt haben.“
Ligaportal: Woran machen Sie die fehlende Konstanz im weiteren Saisonverlauf fest?
Welz: „Es hat ein wenig an der Konzentration gefehlt, ich hoffe, dass wir das im Frühjahr verbessern, weil wir immer in der Schlussphase die Tore bekommen haben.“
Ligaportal: Der Abgang von Ernest Grvala wiegt schwer. Welche sportlichen Auswirkungen hat dieser Abgang für den Verein? Wurde schon ein entsprechender Ersatz verpflichtet?
Welz: „Punkt eins ist schwer festzustellen und Punkt zwei, wir haben bereits einen Ersatz verpflichtet, es ist Jakub Hronec vom SK Pama. Der war gerade frei und ist die Nummer 10, die wir benötigen. Er ist ein renommierter Spieler und hat die Klasse, Grvala zu ersetzen.“
Ligaportal: Wird es in der Winterpause weitere personelle Veränderungen geben?
Welz: „Ja, eine Position ist notwendig neu zu besetzen, nämlich die des Torhüters. Wir haben mit Michael Wenzel nur einen Goalie, denn Botond Fönyedi fällt aus, der wird Polizist und Jonas Pascher ist weiterhin nicht fit. Nun haben wir mit Marcus Scheiber von Horitschon einen weiteren Torhüter verpflichtet.“
Ligaportal: Wie wichtig ist die Platzierung im oberen Tabellendrittel für die strategische Ausrichtung des Vereins?
Welz: Es ist wichtig, dass wir so weit wie möglich oben stehen, dass wir ein attraktiver Verein sind, der junge Talente aus der Umgebung anzieht. Außerdem ist es für Derbys interessant, wenn wir im oberen Drittel der Tabelle stehen, dann kommen immer viele Zuschauer.
Ligaportal: Welche Ziele setzt man sich für das Frühjahr?
Welz: „Das Ziel im Frühjahr ist ganz klar definiert, dass wir in die Top-fünf kommen. Ich freue mich auf schöne Derbys und guten Fußball und hoffe, dass alle Spieler verletzungsfrei bleiben.“