Beim SK Pama bestätigt sich einmal mehr eine im Fußball oft zitierte Gesetzmäßigkeit: Das zweite Jahr nach dem Aufstieg erweist sich für viele Mannschaften als die größte sportliche Herausforderung. Während die Nordburgenländer in der Vorsaison zum selben Zeitpunkt noch einen respektablen 10. Tabellenplatz belegten und 19 Punkte sammeln konnten, präsentiert sich die aktuelle Spielzeit deutlich problematischer. Derzeit rangiert der SK Pama auf einem Abstiegsplatz und hält bei lediglich 13 Zählern. Diese negative Entwicklung spiegelt sich auch klar in den statistischen Kennzahlen wider: Vier erzielte Tore weniger bei gleichzeitig zwölf Gegentreffern mehr als im Vergleichszeitraum der Vorsaison unterstreichen die defensive Anfälligkeit und den insgesamt rückläufigen Trend.
Besonders auffällig ist die Bilanz an Niederlagen. Abgesehen vom Tabellenschlusslicht Jennersdorf musste kein anderes Team so viele Pleiten hinnehmen wie der SK Pama. Dem gegenüber steht lediglich ein einziges Unentschieden, was darauf schließen lässt, dass die Mannschaft selten auf Absicherung bedacht war, sondern häufig das Risiko suchte – ein Spielstil nach dem Prinzip „hopp oder dropp“, der jedoch allzu oft zulasten des Punktekontos ging.
In der Offensive ruhten die Hoffnungen vorwiegend auf Marcel Szikonya. Der schussgewaltige Angreifer zeichnet für rund 45 Prozent aller Saisontore verantwortlich und ist damit der mit Abstand wichtigste Torgarant im Team. Diese starke Abhängigkeit von einem einzelnen Spieler macht jedoch zugleich die strukturellen Defizite im Angriffsspiel deutlich.
Um dem drohenden Abstieg entgegenzuwirken, reagierte der Verein in der Winterpause mit personellen Maßnahmen und tauschte einen Teil der Legionäre aus. Vier Neuzugängen stehen drei Abgänge gegenüber, verbunden mit der klaren Erwartung, frische Impulse und neue Qualität ins Team zu bringen. Besonders schmerzhaft dürfte sich allerdings die Karrierepause von Timotej Toth auswirken, dessen Erfahrung und Präsenz für die Mannschaft von großer Bedeutung waren. Für die von Trainer Fekete geführte Elf stellt sich nun die zentrale Frage, ob die personellen Veränderungen ausreichen, um den Negativtrend zu stoppen und das Ruder im Abstiegskampf noch herumzureißen.
Ligaportal.at sprach mit dem sportlichen Leiter Oskar Preis über den aktuellen 14. Platz im Ranking, die Entwicklung der Mannschaft im Herbst, personelle Veränderungen sowie die sportlichen Erwartungen für das Frühjahr.
Ligaportal: Wie erklären Sie den deutlichen Leistungsabfall im Vergleich zur Vorsaison?
Preis: „Den Kader haben wir nur auf zwei Positionen verändert und wir waren und sind noch immer der Meinung, dass der Kader die Qualität hat, in der Liga zu bestehen. Aber wir haben zurückhaltend gespielt, haben uns nichts zugetraut und diesen Zustand wollen wir nun abschaffen.“
Ligaportal: In welchen Bereichen sehen Sie aktuell die Hauptursachen für die hohe Anzahl an Gegentoren?
Preis: „Wir haben die meisten Treffer aus Standardsituationen erhalten, diese haben wir in der ersten Saison nicht bekommen. Angesichts dessen haben wir nun einen Schwerpunkt, den wir bearbeiten müssen.“
Ligaportal: Der SK Pama hat bislang nur ein Unentschieden erzielt. War die risikoreiche Spielanlage eine bewusste, strategische Entscheidung?
Preis: „Wir wollten einen attraktiven Fußball spielen, haben immer nach vorn gespielt, haben aber zu wenige Torchancen lukriert. Wir haben keine schlechten Spiele gehabt, aber die Gegentore immer zu einem ungünstigen Zeitpunkt erhalten.“
Ligaportal: Wie bewerten Sie die starke Abhängigkeit von Marcel Szikonya, der einen Großteil der Tore erzielt hat?
Preis: „Der Marcel hat in der Hinrunde eine starke Form gehabt, an die will er in der Rückrunde anknüpfen, aber wir haben auch nachgerüstet mit zwei Flügelspielern, die auch Treffer erzielen sollen, damit sich nicht alles auf Marcel konzentriert.“
Ligaportal: Nach welchen Kriterien wurden die Abgänge in der Winterpause entschieden?
Preis: „Es war unsere sportliche Entscheidung, dass wir uns von den Legionären getrennt und sie punktuell ausgetauscht haben.“
Ligaportal: Wie schwer wiegt aus sportlicher Sicht das Karriereende von Timotej Toth für die Mannschaft?
Preis: „Timotej ist ein ausgezeichneter Fußballer mit einem guten Charakter, aber er hatte mit vielen kleinen Verletzungen zu kämpfen, konnte im Herbst fast nie trainieren. Es ist noch kein Karriereende, aber er hat uns gebeten, dass eine Pause mit einer unbestimmten Dauer einlegen kann.“
Ligaportal: Wie beurteilen Sie die Arbeit des Trainerteams in der bisherigen Saison?
Preis: „Unser Chef-Coach Zoltan Fekete ist ein Top-Trainer, der sein erstes halbes Jahr in der Burgenlandliga verbracht hat. Er liefert ein Top-Training ab, seine größte Arbeit ist, seine Ideen vom Spiel in die Köpfe der Mannschaft zu bekommen.“
Ligaportal: Welche internen Maßnahmen wurden gesetzt, um die mentale Situation der Mannschaft im Abstiegskampf zu stabilisieren?
Preis: „Wir haben in der letzten Woche ein Mannschaftsessen gehabt, versuchen unsere Tabellensituation ins Positive zu wenden. Wir haben das Training auf einen Kunstrasenplatz in Niederösterreich verlegt, damit besser trainiert werden konnte.“
Ligaportal: Gibt es klare Zielvorgaben für die Rückrunde, sowohl punktemäßig als auch spielerisch?
Preis: „Die einzige klare Zielvorgabe ist der Klassenerhalt.“
Ligaportal: Wie wichtig ist der Verbleib in der Liga für die mittel- und langfristige Planung des Vereins?
Preis: „Wir planen sehr nachhaltig, wirtschaftlich geht es uns nicht schlecht, aber wir wollen nicht alles hineinhauen, nur um den Klassenerhalt zu schaffen.“
Ligaportal: Welche Lehren zieht der Verein aus dieser Saison für die zukünftige Kader- und Strukturplanung?
Preis: „Lehren sind immer relativ. Aus unserer Sicht haben wir im Sommer vieles richtig gemacht. Nun liegt es an der Mannschaft und den Neuzugängen, einen positiven Verlauf der Meisterschaft zu gestalten und den Abstieg zu vermeiden.“