Burgenlandliga

Neustart als letzter Ausweg: Preisinger soll den Klassenerhalt sichern

Nach nur acht gespielten Runden war klar, dass sich der eingeschlagene Weg als Sackgasse erwiesen hatte. Die sportliche Entwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück, die Ergebnisse entsprachen nicht den ambitionierten Zielen, und der Druck auf Mannschaft und Trainerstab wuchs von Woche zu Woche. Mit jeder Niederlage nahm die Unruhe im Umfeld zu, die Sorge vor einem frühen Abrutschen in den Abstiegskampf wurde zur realen Bedrohung. In dieser angespannten Situation sahen sich die Verantwortlichen zu einem schmerzhaften, aber alternativlosen Schritt gezwungen: Johannes Posch musste seinen Platz räumen – ein früher Einschnitt, verstanden als letzter Versuch, den Negativtrend zu stoppen.

Nach dem Trainerwechsel galt es zunächst, Ruhe und Stabilität zurückzugewinnen. Interimistisch übernahmen Helmut Puntigam und Co-Trainer Oliver Deutsch die Verantwortung, mit dem klaren Auftrag, Schadensbegrenzung zu betreiben, die Mannschaft emotional aufzufangen und Zeit zu gewinnen. Zeit, um den freien Fall zu bremsen, aber auch, um im Hintergrund an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten. Denn rasch wurde deutlich, dass bloßes Verwalten nicht ausreichen würde – gesucht war ein Impulsgeber, der Vertrauen schafft und neue Überzeugung vermittelt.

Mit der Verpflichtung von Sándor Preisinger entschied sich der Verein schließlich bewusst für einen Neustart von außen. Mehr als ein bloßer Trainerwechsel war dies ein klares Signal: an die Mannschaft, an das Umfeld und an die Konkurrenz, dass der Kampf um den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben ist. Unterstrichen wurde dieser Anspruch durch die Verpflichtung von sechs neuen Spielern auf Schlüsselpositionen, die Qualität, neue Energie und Konkurrenzkampf ins Team bringen sollen.

All diese Maßnahmen stehen für einen letzten, entschlossenen Anlauf, das Blatt noch zu wenden. Nun liegt es an der Mannschaft, diese neue Hoffnung auf den Platz zu tragen und sie in Punkte, Selbstvertrauen und letztlich in den Ligaverbleib zu verwandeln.

 

Ligaportal.at sprach mit Trainer Sándor Preisinger, ob er mit den Neuverpflichtungen zufrieden ist, welchen Gesamteindruck er von der Mannschaft hat und welche Chancen er für den Klassenerhalt sieht

Ligaportal: Sie übernehmen die Mannschaft in einer sehr schwierigen Phase. Wie ist Ihr momentaner Gesamteindruck?

Preisinger: „Die Spieler machen einen ausgezeichneten Eindruck. Unser Ziel ist es, eine gute Mannschaft aufzubauen, und dann wird sich zeigen, ob wir den Klassenerhalt schaffen können. Entscheidend wird sein, wie wir in die ersten Meisterschaftsspiele starten.“

Ligaportal: Welche Botschaft haben Sie den Spielern im ersten Training vermittelt?

Preisinger: „Dass jeder Spieler in jedem Match mental voll konzentriert sein und mit vollem körperlichem Einsatz spielen muss. Nur dann haben wir überhaupt die Möglichkeit, Punkte zu holen. Außerdem wird es nicht mehr vorkommen, dass einige Spieler nur ein- oder zweimal pro Woche trainieren – drei Trainingseinheiten sind Pflicht. Nur so kann man ein gutes körperliches Niveau halten und im Match eine starke Leistung zeigen.“

Ligaportal: Woran wird man „Ihre Handschrift“ auf dem Platz erkennen? Haben sie im Training schon an der Taktik gearbeitet?

Preisinger: „Ich kann nur eine Taktik machen, wenn ich sehe, welche Fähigkeit die Spieler haben. Wir werden versuchen, mit der Offensive Treffer zu erzielen und in der Defensive kompakt zu stehen.“

Ligaportal: Welche Rolle spielen die sechs neuen Spieler im Kampf um den Ligaverbleib, wie war der erste Eindruck, sind sie zufrieden mit den Neuverpflichtungen?

Preisinger: „Die Stimmung im Training ist gut, die Neuverpflichtungen ziehen voll mit und erledigen meine Aufgaben mit vollem Einsatz.“

Ligaportal: Im ersten Vorbereitungsspiel habt ihr acht Treffer erzielt, vier davon Jure Kokol, ist das euer neuer Goalgetter?

Preisinger: „Kokol ist ein richtiger Neuner, schuss- und kopfballstark und versucht aus allen Lagen Tore zu schießen. Ich hoffe, das macht er dann auch in den Meisterschaftsspielen.“

Ligaportal: Spüren Sie den Druck der Erwartungshaltung?

Preisinger: „Ich kümmere mich nicht darum, was von außen kommt, ich war Profispieler und Nationaltrainer und bin Druck gewohnt. Das ist für mich kein Problem.“

Ligaportal: In einem Interview vor zwei Monaten sagten Sie: „Ich bin kein Trainer, der schnell aufgibt. Ich werde alle Möglichkeiten versuchen, um den Abstieg zu verhindern.“ Wie sieht Ihre Einschätzung nach den ersten Trainingseinheiten aus? Glauben Sie, dass Sie mit dieser Mannschaft den Abstieg verhindern können?

Preisinger: „In dieser Situation ist es schwierig, Prognosen abzugeben. Die Liga ist sehr ausgeglichen, es gibt viele gleichstarke Mannschaften. Wenn es uns aber gelingt, die ersten Meisterschaftsspiele zu gewinnen, kann man schnell in einen Lauf kommen. Dann ist vieles möglich – und auch der Klassenerhalt.“