Zwei Mannschaften, die zum Start der Frühjahrssaison noch nicht richtig in Fahrt gekommen sind, trafen in dieser Runde in der Burgenland-Energie Landesliga aufeinander. Die Hausherren mussten sich bislang zweimal mit einem Remis begnügen, während bei den Gästen erst ein einziger Punkt in der Rückrunde zu Buche steht. Die Konsequenz: ein Platz in der Abstiegszone. Kein idealer Einstand für Neo-Trainer Michael Hartl, der seine Aufgabe in Deutschkreutz mit großen Ambitionen angetreten hatte. Der SC Bad Sauerbrunn hingegen steuert – ähnlich wie bereits im Vorjahr – wieder auf eine bemerkenswerte Statistik zu: Damals endete rund die Hälfte aller Meisterschaftsspiele mit einer Punkteteilung. Dieses Mal reichte es nicht zu einem Remis, zu viele vergebene Torchancen rächten sich am Ende, die Gäste fuhren mit einem glücklichen Sieg in Richtung Heimat und haben zwischenzeitlich die Abstiegsränge verlassen.
Von Beginn an rissen die Hausherren die Initiative an sich und setzten den Strafraum der Gäste unter Druck. Michal Kozak mit einem Dribbling, Tomislav Ivanovic mit einem Kopfballversuch, Maximilian Mayerhofer kam aus rund zehn Metern zum Abschluss und Raphael Pohl tauchte vor dem Tor der Gäste auf – doch ein Treffer wollte zunächst nicht gelingen.
Wie aus heiterem Himmel fiel dann die Führung für die Gäste: Eine Eckballflanke wurde immer länger, Istvan Fabiankovits stand am langen Eck richtig und köpfte den Ball zum 1:0 in die Maschen. Die Schützlinge von Trainer Michael Hartl legten wenig später nach. Ein Ball über die Abwehrkette der Heimischen erreichte Alexander Resner, der mit einem scharfen Schuss Torhüter Lukas Stifter prüfte. Dieser parierte zunächst sensationell, doch der Abpraller landete bei Kristof Osze, der keine Mühe hatte, den Ball im leeren Tor zum 2:0 unterzubringen. Passend dazu die Worte des Liveticker-Reporters: „De wost vuan ned mochst, griagst hintn.“ Mit dieser überraschenden 2:0-Führung der Gäste ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel drängten die Hausherren auf den Anschlusstreffer – und wurden in der 60. Minute belohnt. Goalgetter Michal Kozak versenkte den Ball aus dem Rückraum zum 1:2 im Tor der Gäste. Nur drei Minuten später bot sich Maximilian Mayerhofer die große Chance auf den Ausgleich, doch sein Schuss war zu zentral, und auch den Abpraller konnte Kozak nicht verwerten.
In der 66. Minute kam es zu einer Szene mit Raphael Pohl, der nach einem intensiven Wortwechsel mit dem Linienrichter die Rote Karte sah und vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Die Gäste kamen in der Folge ebenfalls zu einzelnen Möglichkeiten, konnten diese jedoch nicht nutzen. In der 82. Minute hatte Kozak noch einmal den Ausgleich am Fuß, brachte jedoch zu wenig Druck hinter den Ball. So blieb es am Ende beim überraschenden 2:1-Auswärtssieg der Gäste.
„Heute ist es nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten zwar rund 80 Prozent Ballbesitz, haben daraus aber nur einen Treffer erzielt. Aufgrund unserer Chancen hätten wir das Spiel gewinnen müssen. Mit dieser Niederlage sind wir nun mitten im Abstiegskampf.“
„Wir sind heute mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft angereist, uns haben vier Stammspieler gefehlt. Trotzdem sind wir mit der richtigen taktischen Einstellung in das Spiel gegangen: Wir wollten Bad Sauerbrunn den Ball überlassen und über Umschaltmomente zu Chancen kommen – und das ist uns gut gelungen. Es war heute ein Sieg der Leidenschaft, und dieses Gefühl nehmen wir mit ins nächste Heimspiel gegen Siegendorf.“