Für die Gastgeber, den ASK Klingenbach, ging es im gestrigen Heimspiel der 24. Runde in der Burgenland-Energie-Landesliga gegen den USV Halbturn um enorm viel. Die Ausgangslage war angespannt, denn nach zuletzt fünf Spielen ohne vollen Erfolg war der Druck auf die Hausherren deutlich spürbar. Jeder weitere Punkteverlust hätte die Situation im Tabellenkeller zusätzlich verschärft und die Sorgen im Abstiegskampf weiter vergrößert.
Klingenbach befindet sich mitten in einem engen Dreikampf um den einzigen Nichtabstiegsplatz, wodurch jeder Zähler im Saisonendspurt von entscheidender Bedeutung ist. Entsprechend groß war die Erwartungshaltung, vor eigenem Publikum endlich wieder anzuschreiben und ein klares Zeichen im Kampf um den Klassenerhalt zu setzen. Mit dem USV Halbturn wartete allerdings ein Gegner, der keinesfalls unterschätzt werden durfte und seinerseits alles daransetzen wollte, wichtige Punkte mitzunehmen. Es entwickelte sich ein Spiel, welches man schnell wieder vergessen sollte, kaum fußballerische Höhepunkte und Treffer, die man in die Kategorie Glückstore einordnen konnte.
Von Beginn an war den Hausherren anzumerken, dass sie die Partie unbedingt für sich entscheiden wollten, um die angespannte Tabellensituation zu verbessern. Entsprechend engagiert gingen sie in die Zweikämpfe, doch trotz der erkennbaren Bemühungen fehlte es im Offensivspiel an Durchschlagskraft und klaren Ideen. Immer wieder blieb es bei Ansätzen, die spätestens im letzten Drittel verpufften. Die Gäste standen defensiv kompakt, ließen kaum Räume zu und zwangen das Spielgeschehen weitgehend in die ungefährlichen Zonen zwischen den Strafräumen.
So entwickelte sich eine zähe erste Halbzeit ohne nennenswerte Torchancen auf beiden Seiten. Das Spiel war geprägt von vielen Ballverlusten, ungenauen Pässen und wenig Tempo im Spielaufbau. Für die Zuschauer bot sich ein eher eintöniges Bild – sinnbildlich dafür die gleichmäßigen Kopfbewegungen auf den Rängen, die dem Hin und Her eines Tennismatches glichen. Strafraumszenen blieben Mangelware, und kein Team konnte sich entscheidend in Szene setzen. Mit dem torlosen Remis wurden die Seiten gewechselt.
Unmittelbar nach Wiederanpfiff setzte Klingenbach das erste Ausrufezeichen: Nach einer zu kurz geratenen Abwehr der Gäste landete der Ball bei Kevin Domnanich, der aus rund 30 Metern Maß nahm und das Leder spektakulär im Kreuzeck versenkte – ein Treffer der Marke „Tor des Monats“ zum 1:0. Die Hausherren nutzten damit ihre erste echte Gelegenheit, nach der Pause eiskalt aus.
Halbturn zeigte sich jedoch keineswegs geschockt und kam wenig später zu einer hochkarätigen Ausgleichschance. Jakub Sulc tauchte gefährlich vor dem Tor auf, scheiterte jedoch am stark reagierenden Klingenbacher Schlussmann Stefan Schuller. Kurz darauf machten es die Gäste besser: Nach einem Eckball war Rastislav Kruzliak zur Stelle und drückte den Ball in der 58. Minute zum 1:1 über die Linie.
Doch die Antwort der Heimischen ließ nicht lange auf sich warten. In der 66. Minute kam Sasha Diakiese am Strafraumeck frei zum Abschluss und setzte den Ball unhaltbar für Goalie Rene Summer ins lange Kreuzeck – der zweite Traumtreffer des Nachmittags und zugleich die erneute Führung für Klingenbach.
In der Schlussphase bemühten sich beide Teams, noch einmal gefährlich vor das Tor zu kommen, doch zwingende Chancen blieben aus. Die Partie wurde zunehmend von Unterbrechungen geprägt, insbesondere aufseiten der Gäste, die mehrere verletzungsbedingte Ausfälle hinnehmen und die Begegnung letztlich sogar in Unterzahl beenden mussten.
Am Ende blieb es beim 2:1-Erfolg für Klingenbach, der in der Grenzstadt für spürbare Erleichterung sorgte und im Tabellenkeller neue Hoffnung bringt.
„Die erste Halbzeit war eher chancenarm, ohne zwingende Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit sind uns dann zwei Traumtore gelungen, die den langersehnten Sieg fixiert haben. Mit diesem Erfolg setzen wir die Konkurrenz im Tabellenkeller unter Druck.“
„Zwei Tausendguldenschüsse von Klingenbach, dazu drei verletzte Spieler – und am Ende mussten wir sogar in Unterzahl spielen, weil wir nicht mehr wechseln konnten. Das war heute ein Tag zum Vergessen. Jetzt gilt der Fokus dem Pokalspiel in Rohrbach, auch wenn das mit unserem Lazarett alles andere als einfach wird.“