Ein intensiver Nachmittag in der 1. Klasse Mitte: Für Michael Johann Lattacher, Trainer von SV Cleverdruck Wernberg, fühlte sich das 3:2 im Duell mit SV Afritz 1975 wie ein hart erarbeiteter Sieg an. „Mit etwas Glück, aber auch Können haben wir gewonnen“, hielt er fest. Den Gegner lobte er ausdrücklich: Afritz sei eine kompakte Mannschaft, die nicht zu Unrecht an der Tabellenspitze stehe. Zugleich hob er die kompromisslose Arbeit seines Teams hervor: Wernberg nutzte die wenigen gegnerischen Fehler eiskalt, der Matchplan über schnelle Konter ging auf.

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Lattacher ordnete das Geschehen klar ein: „Die Afritzer waren wie erwartet die spielbestimmende Mannschaft.“ In seiner Analyse hatten die Gäste mehr Spielanteile, während Wernberg gezielt auf Umschaltmomente setzte und diese entschlossen ausspielte. Nach der Pause stellte vor allem die Arbeit gegen den Ball die Weichen: „Entscheidend war sicherlich, dass wir in der zweiten Halbzeit mehr zweite Bälle gewonnen haben.“ Aus genau dieser Haltung entstand die Szene, die den Siegtreffer einleitete – Wernberg ging konsequent auf den zweiten Ball, erzwang den Rückpass und nutzte anschließend den folgenschweren Fehler des Gegners.
Prägende Momente waren die Strafstöße. Lattacher sprach von insgesamt drei Elfmetern und betonte, der gegnerische Torhüter, als Elfmeterschütze, habe zwei davon souverän verwertet . Besonders der Strafstoß zum 1:1 war für ihn strittig: Aus kürzester Distanz sei seinem Spieler der Ball an eine "nicht" abgespreizte Hand geschossen worden – für Lattacher keine korrekte Entscheidung. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Unmittelbarkeit solcher Szenen: „Ich muss aber auch dazu sagen, ohne VAR ist es für einen Schiedsrichter nicht immer einfach, solche Entscheidungen zu treffen.“
Früh setzte Wernberg ein Zeichen: Marvin Ungerböck traf zum 1:0 (11.). Afritz glich durch Patrick Gailer zum 1:1 aus (27.), ehe Philipp Ronacher vor der Pause auf 2:1 stellte (40.). Nach dem Seitenwechsel besorgte erneut Patrick Gailer das 2:2 (52.). Das spielentscheidende 3:2 fiel in der 75. Minute als Eigentor von Patrick Gailer – herbeigeführt durch hohes Pressing und einen erzwungenen Rückpass. In einer turbulenten Schlussphase sah Wernbergs Christian Ulbing in der 90. Minute Gelb-Rot, und die Partie lief mit 6 Minuten Nachspielzeit bis zur 96., ohne dass sich am 3:2 noch etwas änderte.
Der Trainer richtet den Blick bereits auf das Osterwochenende: In Bad Kleinkirchheim erwartet er erneut eine „Top-Mannschaft“ und fordert von seinem Team, die aktuelle Leistung zu bestätigen. „Wenn du gegen einen Tabellenersten gewinnst, ist es immer am schwierigsten, diese Leistung eine Woche später zu bestätigen.“ Zugleich unterstrich Lattacher Fairness und Respekt: „Im Prinzip wünsche ich den Afritzern alles Gute – sie haben eine sehr gute Mannschaft.“
Dazu gab es ein klares Kompliment an seine Spieler für eine geschlossene, kämpferische Vorstellung, mit der sie den Matchplan durchgezogen und die Partie auf ihre Seite gezogen haben.