Spielberichte

„Wir haben das Abstiegsgespenst abgeschüttelt“ – Reichenau geht mit guter Stimmung in die neue Saison

SC Reichenau

In der 1. Klasse Mitte hat SC Reichenau/Falkert die vergangene Saison auf Rang elf beendet. Sektionsleiter Roland Lackner blickt dabei auf eine Spielzeit zurück, die nach einer durchwachsenen Hinrunde erst in der Rückrunde wirklich ruhiger wurde. „Wir haben uns stabilisiert und in den ersten Runden das Abstiegsgespenst abgeschüttelt“, sagt Lackner. Dass die Mannschaft zum Schluss wieder etwas nachließ, ändert für ihn nichts daran, dass die Stimmung im Verein im Moment gut ist.

Zwei Spieler und der Schiedsrichter kurz vor dem Anstoß

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Vom unteren Drittel wieder ins sichere Mittelfeld

Der Saisonverlauf von Reichenau passt ziemlich genau zu der Einordnung des Sektionsleiters. Nach einem ordentlichen Start rutschte die Mannschaft schon im Herbst immer tiefer hinein. In Runde fünf und sechs stand das Team nur noch auf den Rängen 15 und 16, die Tabelle war also alles andere als angenehm. Genau diese Phase meint Lackner, wenn er von einer „eher durchwachsenen Hinrunde“ spricht. Danach kam aber eine sichtbare Korrektur. Reichenau arbeitete sich Schritt für Schritt zurück, hielt sich über längere Zeit im Bereich um Platz zwölf und dreizehn und schob sich in der Schlussphase der Saison sogar bis auf Rang acht nach vorne. Dass am Ende trotzdem Platz elf herausschaute, lag auch daran, dass die letzten fünf Partien nur noch einen Sieg brachten. Auf das Erfolgserlebnis gegen den SV Glanegg folgten Niederlagen gegen SV Wernberg, WSG Wietersdorf und GSC Liebenfels; schon davor hatte Reichenau gegen SC Kappel verloren. Auch das deckt sich mit Lackners Satz, dass man „zum Schluss wieder ein bisschen nachgelassen“ habe.

Keine Baustellen im Kader, keine Änderungen im Betreuerteam

Rund um die Mannschaft hört sich die Lage bei Reichenau derzeit klar und ruhig an. Während viele Vereine nach einer Saison erst einmal Verletzte durchschleppen oder personell nachjustieren müssen, beschreibt Lackner die Situation bewusst unspektakulär. „Die komplette Mannschaft steht zur Verfügung. Es ist alles fit“, sagt er. Gerade vor dem Start in die Vorbereitung ist das eine Aussage, mit der ein Verein im Unterhaus gut arbeiten kann. Dazu kommt, dass es im Umfeld keine Umbrüche gibt. „Beim Betreuerteam ist alles beim Alten geblieben. Wir gehen mit dem gleichen Team in die neue Saison“, erklärt Lackner. Auch das ist ein Punkt, der zur Einschätzung des Frühjahrs passt. Reichenau hat sich in der Rückrunde gefangen, hat die heikle Tabellenlage hinter sich gelassen und muss nun nicht wieder bei null anfangen. Wenn der Kader beisammen bleibt und die Abläufe im Trainer- und Betreuerteam unverändert sind, dann kann die Mannschaft genau auf dieser stabileren Phase aufbauen. Passend dazu sagt Lackner zur allgemeinen Lage im Klub kurz und deutlich: „Die Stimmung ist sehr gut.“

Kollektivgedanke bleibt, Respekt für Afritz und Bad Kleinkirchheim

Interessant ist auch, wie Lackner auf die Frage nach herausragenden Spielern reagiert. Anstatt einzelne Namen aus dem Kader hervorzuheben, stellt er die Mannschaft als Ganzes in den Vordergrund. „Ich hebe immer das Kollektiv hervor und möchte jetzt keinen einzelnen Spieler nennen“, sagt der Sektionsleiter. Das ist mehr als eine höfliche Standardantwort, weil es auch zur Saison von Reichenau passt. Der Verein hat sich nicht mit einer kurzen Hochphase eines Einzelnen aus der schwierigen Lage gezogen, sondern über Wochen wieder Stabilität gefunden und sich damit ins Mittelfeld gearbeitet. Mit demselben nüchternen Ton ordnet Lackner auch die Konkurrenz ein. Meister SV Afritz 1975 habe „das sehr gut gemacht“ und sei „am Ende verdient Meister geworden“. Zusätzlich gratuliert er dem Nachbarn FC Bad Kleinkirchheim zum Aufstieg: „Die haben das auch super gemacht, da kann man nur gratulieren.“ Viel lauter wird es bei Reichenau derzeit also nicht. Der Blick zurück fällt sachlich aus, die Lage im Verein ist ruhig, und zum Auftakt der neuen Vorbereitung sind die Voraussetzungen ordentlich. Entscheidend wird nun sein, dass Reichenau die stabileren Wochen der Rückrunde länger halten kann als zuletzt.