Der SC Raika Kappel hat in der 1. Klasse Mitte eine Saison mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern hinter sich. Lange Zeit steckte die Mannschaft tief im Tabellenkeller, am Ende stand aber noch Platz 15 und damit der Klassenerhalt. Obmann Anton Gun blickt deshalb trotz der schwierigen Monate positiv zurück: Vor allem das starke Finish mit fünf Siegen in Folge habe den Unterschied gemacht und neue Zuversicht für die kommende Spielzeit gebracht.

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Wer nur auf die letzten Wochen schaut, sieht bei Kappel ein Team, das gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen hat. Der Rückblick von Anton Gun fällt deshalb zweigeteilt aus. „Die frühe Saison verlief nicht nach Wunsch für den SC Raika Kappel. Wir kamen total in den Abstiegsstrudel, konnten jedoch ein Finish hinlegen mit fünf Siegen in Folge, das uns wiederum den Verbleib in der 1. Klasse Mitte ermöglichte“, sagt der Obmann. Ein Blick auf die Tabelle und auf die Entwicklung über die Runden hinweg unterstreicht diese Einschätzung sehr deutlich. Kappel stand immer wieder ganz hinten, lag von Runde sieben bis elf auf Rang 16 und auch im Frühjahr über weite Strecken erneut am Tabellenende. Gerade deshalb bekommt der Schlussspurt besonderes Gewicht. Mit dem 3:0 gegen SC Reichenau, dem 3:2 bei SV Steuerberg, dem 1:0 gegen SV Glanegg, dem 2:1 bei SC Sörg und dem klaren 8:1 gegen SV Wernberg drehte die Mannschaft eine Lage, die davor lange sehr ernst ausgesehen hatte. Aus einer Saison, in der der Druck ständig da war, wurde so in den letzten Wochen doch noch eine erfolgreiche Rettung.
Dass diese Schlussphase mehr war als nur ein kurzer Lauf, zeigt für Gun vor allem die Stimmung rund um die Mannschaft. Nach einem Jahr, in dem Kappel fast durchgehend gegen den Abstieg gearbeitet hat, sei intern nun wieder deutlich mehr Ruhe eingekehrt. „Die Stimmung in der Mannschaft ist aktuell sehr gut, da wir das Abstiegsgespenst besiegen konnten, und wir sind optimistisch für die neue Saison“, sagt Gun. Dieser Satz beschreibt ziemlich gut, wie sich die Lage im Verein verändert hat. Wo vorher vor allem der Kampf um Punkte im Vordergrund stand, geht es nun wieder um einen geordneten Start in die Vorbereitung und um einen neuen Anlauf mit mehr Selbstvertrauen. Dazu kommt eine weitere positive Nachricht, die im Unterhaus nie unwichtig ist: „Derzeit gibt es keine verletzten Spieler. Alle gehen voll fit in die Vorbereitung.“ Auch das verschafft Kappel eine gute Ausgangslage.
Auch im Betreuerteam hat sich etwas getan. „Das Betreuerduo übernimmt für die kommende Saison“, erklärt Gun. Damit verbindet sich in Kappel die Hoffnung, den Schwung aus dem Saisonfinale mitzunehmen und die kommende Spielzeit stabiler anzugehen als die vergangene. Auffällig ist dabei, dass der Obmann gar keinen einzelnen Spieler in den Vordergrund stellen will. Stattdessen hebt er genau das hervor, was Kappel in den entscheidenden Wochen offenbar stark gemacht hat. „Es ist ein sehr starker Zusammenhalt in der Mannschaft. Hier ist es schwer, jemanden hervorzuheben, da in den letzten Spielen wirklich jeder für jeden gekämpft hat.“ Gerade bei einer Mannschaft, die sich aus dem Tabellenkeller herausarbeiten musste, ist das mehr als eine Floskel. Kappel hat sich nicht über Einzelaktionen gerettet, sondern über eine Serie, in der die Gruppe offensichtlich funktioniert hat. Gun blickt deshalb nicht nur erleichtert, sondern auch mit einer klaren Lehre auf die Saison zurück: Als der Zusammenhalt und die Ergebnisse zusammengekommen sind, war die Mannschaft plötzlich in der Lage, fünfmal hintereinander zu gewinnen und sich damit selbst aus der heikelsten Lage zu ziehen.
Dass die 1. Klasse Mitte kein einfacher Boden ist, spricht Gun ebenfalls an, wenn auch auf seine Art knapp und sachlich. Über die stärksten Mannschaften der Liga sagt er: „Die Mannschaften auf den ersten beiden Tabellenplätzen haben sehr homogene Teams und auch über die gesamte Meisterschaft konstante Leistungen gezeigt und damit verdient die ersten beiden Plätze belegt.“ Auch darin steckt ein Hinweis darauf, worauf es für Kappel selbst ankommen wird. Konstanz hat in der abgelaufenen Saison gefehlt, sonst wäre der Verein gar nicht erst so tief in den Abstiegskampf geraten. Der starke Schlusspunkt hat aber gezeigt, dass genug Substanz vorhanden ist, um konkurrenzfähig zu sein. Für Kappel wird es nun darum gehen, das rettende Saisonende nicht als einmaligen Lauf abzuhaken, sondern daraus etwas für den Herbst mitzunehmen.